Vorberichte

Ellenberger, Thompson und Masvidal in Aktion

Jake Ellenberger und Stephen Thompson wollen den nächsten Schritt in Richtung Spitze gehen. (Foto: Zuffa LLC)

Die Aufmerksamkeit der MMA-Welt gilt in dieser Woche Las Vegas. Conor McGregor und co. haben im Vorfeld von UFC 189 allerdings dermaßen viel Beachtung bekommen, dass die zweite UFC-Veranstaltung am selben Wochenende völlig in Vergessenheit geraten ist: Am Sonntag, einen Tag nach dem Blockbuster-Event, wird in der MGM Grand Garden Arena der Sieger der 21. „The Ultimate Fighter“-Staffel gekrönt. Außerdem auf dem Programm steht u.a. ein Weltergewichtskampf zwischen Jake Ellenberger und Stephen Thompson sowie eine handvoll bekannte Gesichter wie Jorge Masvidal und „The Karate Hottie“ Michelle Waterson.

Das Ultimate Fighter Staffel-Finale wird in Deutschland auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Montag, 13. Juli, 0:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Montag, 13. Juli, 1 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass): Montag, 13. Juli, 3 Uhr


Hauptkampf
Noch Anfang dieses Jahres sah es so aus, als wenn Jake „The Juggernaut“ Ellenbergers (30-9) Zeit in der UFC ihr Ende gefunden hätte. Drei eindeutige Niederlagen hintereinander hatten einer soliden Erfolgsserie nicht nur ein Ende gesetzt, sondern den schlagstarken Ringer völlig irrelevant werden lassen. Obwohl er mit Rory MacDonald, Robbie Lawler und Kelvin Gastelum gegen Top-Leute verloren hat, hat die Art der Niederlagen definitiv Fragen aufgeworfen – gegen Lawler schien Ellenberger nach einigen harten Treffern nicht mehr im Octagon stehen zu wollen, bevor er Gastelum in seinem nächsten Kampf einen Elfmeter schenkte, indem er seinen Hals völlig ungeschützt ließ, während er Gastelum im Rücken hatte. Das Resultat war eine Niederlage per Rear Naked Choke, die den ehemals gefürchteten Ellenberger gänzlich aus der Spitze der Gewichtsklasse kickte. Dabei kann der „Juggernaut“ erwiesenermaßen auch anders – neun Siege in der UFC, darunter Knockouts gegen Kämpfer wie Nate Marquardt und Jake Shields, hätten ihm bereits mehrfach fast einen Titelkampf eingebracht. Ellenberger jedoch scheiterte immer wieder kurz vor dem Ziel und schien zuletzt mental völlig eingebrochen zu sein, bevor er im Februar mit einem Aufgabe-Sieg gegen Josh Koscheck seine UFC-Karriere rettete. Im Vorfeld dieses Kampfes hatte er sich Unterstützung bei einem Mental-Coach gesucht – ob es jetzt also wieder aufwärts geht?

Anstatt sich wieder langsam an seine alte Form heranzutasten zu können, bekommt der „Juggernaut“ mit Stephen „Wonderboy“ Thompson (10-1) in Vegas allerdings gleich wieder einen richtig harten Gegner vor die Fäuste. Thompson räumte vor seiner MMA-Karriere im Kickboxen auf, wo in 57 Kämpfen ungeschlagen blieb. Im MMA unterlag der Standexperte bisher lediglich Matt Brown in einem harten Kampf nach Punkten, daneben konnte er allein in der UFC fünf Kämpfe überzeugend gewinnen. Zuletzt schlug er bei UFC 178 den Veteranen Patrick Coté nach Punkten, nachdem er zuvor sowohl Chris Clements als auch den talentierten Jungspund Robert Whittaker K.o. schlagen konnte. Mit einem Sieg gegen Ellenberger im Rampenlicht eines UFC-Hauptkampfes könnte der „Wonderboy“ sich einen prestigeträchtigen nächsten Gegner verdienen und damit seine Chance auf den Einstieg in die Top 10-15 bekommen.

Co-Hauptkampf
Jorge „Gamebread“ Masvidal (28-9) wusste schon lange, dass der Tag irgendwann kommen würde – seit 2008 tritt der Veteran aus dem American Top Team im Leichtgewicht an und hatte zunehmend Schwierigkeiten damit, das 70-Kilo-Limit der Gewichtsklasse ohne Kraft- und Konditionseinbußen zu erreichen. Nachdem im April eine knappe bis kontroverse Punktniederlage gegen Al Iaquinta einer soliden Siegesserie ein Ende setzte, war für den 30-Jährigen klar, dass er hoch ins Weltergewicht wechseln würde. Und das, obwohl der Weg in die Top Ten dort noch länger sein wird. Masvidal hat in der UFC bisher fünf von sieben Kämpfen gewonnen, dabei trotz seines unterhaltsamen Kampfstils jedoch meist Gegner aus dem Mittelfeld der Gewichtsklasse vorgesetzt bekommen, die ihm im Hinblick auf die Ranglisten nicht weiter brachten.

In seinem Weltergewichtsdebüt wird er nun auf einen Gegner treffen, der ebenfalls zum ersten Mal in der 77-Kilo-Klasse antritt. Cezar „Mutante“ Ferreira (8-4) allerdings kommt aus der anderen Richtung, aus dem Mittelgewicht und dürfte einen nicht unerheblichen physischen Vorteil gegenüber Masvidal haben. Der schlagstarke Sieger der ersten brasilianischen „The Ultimate Fighter“-Staffel startete seine UFC-Karriere zunächst mit drei Siegen in Folge, hat von seinen folgenden drei Kämpfen allerdings zwei durch Knockout verloren und versucht sein Glück nun ebenfalls in einer neuen Gewichtsklasse.

Restlicher Event
Viele bekannte Gesichter bietet das TUF-Finale nicht – die großen Namen findet man einen Abend zuvor in derselben Arena bei UFC 189. Bei einer handvoll Kämpfe könnte es sich trotzdem lohnen, einzuschalten. So wird auf dem Hauptprogramm beispielsweise „The Karate Hottie“, Michelle Waterson (12-4), ihr langerwartetes UFC-Debüt geben. Das 29-jährige ehemalige Model hielt von 2013 bis 2014 den Atomgewichtstitel von Invicta FC, den sie mit einem Aufgabe-Sieg gegen Jessica Penne gewann. Ihr Octagon-Debüt wird sie im Strohgewicht gegen Angela Magana (11-7) bestreiten, die UFC-Fans aus der 20. TUF-Staffel bekannt sein dürfte.

Außerdem wird in Vegas am Wochenende das Finale der 21. TUF-Staffel ausgetragen, bei der zum ersten Mal zwei ganze Gyms gegeneinander angetreten sind. Die Weltergewichte konnten im Laufe der Staffel nicht immer überzeugen, mit Hayder „Hulk“ Hassan (6-1) aus dem American Top Team und Blackzilian-Kämpfer Kamaru „Marty“ Usman (5-1) sind nun aber zwei der besten Talente des Kaders im Finale vertreten.

Auf dem Vorprogramm sollte sich das Mittelgewichtsduell zwischen Josh Samman (11-2) und Caio „Hellboy“ Magalhaes (9-1) lohnen. Samman kehrte im Dezember nach einer eineinhalbjährigen Pause ins Octagon zurück, während der er neben mehreren ernsten Verletzungen auch den Unfalltod seiner Freundin verkraften musste. Nachdem er bei UFC 181 zunächst über weite Strecken von Eddie Gordon auf dem Boden dominiert wurde, legte gewann Samman den Kampf letztlich durch einen krachenden Headkick-K.o. Für „Hellboy“ Magalhaes dagegen hätte sein aktueller Lauf in der UFC kaum besser vonstatten gehen können – sein Debüt verlor er nach Punkten gegen Buddy Roberts, seitdem aber hat sich der schlagstarke Brasilianer vier Siege im Octagon geholt, davon einen durch Aufgabe und zwei durch furiose Knockouts.


Anbei das gesamte Programm:

The Ultimate Fighter Season 21 Finale
Sonntag, 12. Jui 2015  
MGM Grand Garden Arena in Las Vegas, Nevada, USA


Hauptprogramm (UFC Fight Pass)
Jake Ellenberger vs. Stephen Thompson

TUF 21 Finale
Kamaru Usman vs. Hayder Hassan

Michael Graves vs. Vicente Luque
Jorge Masvidal vs. Cezar Ferreira
Angela Magana vs. Michelle Waterson
Maximo Blanco vs. Mike De La Torre

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Josh Samman vs. Caio Magalhaes
Russell Doane vs. Jerrod Sanders
Dan Miller vs. Trevor Smith
George Sullivan vs. Dominic Waters

Darrell Montague vs. Willie Gates