Vorberichte

Die Vorkämpfe von UFC 148

Unter den zahlreichen Umstellungen im Hauptprogramm von UFC 148 haben auch die Vorkämpfe gelitten: Von ehemals sieben auf FX und Facebook übertragenen Begegnungen sind letztendlich nur noch fünf übriggeblieben. Aufgrund der ursprünglich großen vorhandenden Menge an bekannten Namen auf dem PPV-Teil der Veranstaltung ist allerdings auch das Vorprogramm von einigen aufstrebenden Talenten bevölkert, die man vielleicht anderswo in den Hauptkämpfen wiederfinden würde.

In Deutschland kann man die Vorkämpfe auf ufc.tv kostenlos und in HD verfolgen, lediglich der erste Kampf des Abends wird auf der offiziellen Facebookseite der UFC gezeigt.

Gleison Tibau vs. Khabib Nurmagomedov
Die kurze Einstimmung auf das Hauptprogramm wird von zwei Leichtgewichtlern beendet. Gleison Tibau (25-7) wird in Las Vegas auf Khabib Nurmagomedov (17-0) treffen.

Tibau ist ein langjähriger UFC-Veteran, der schon gegen Namen wie Terry Etim, Melvin Guillard, Jim Miller, Nick Diaz und viele andere gekämpft hat und nach einigen wechselhaft erfolgreichen Jahren seit September 2010 nicht besiegt wurde: Seit diesem Zeitpunkt konnte er sowohl Kurt Pellegrino als auch Rafaello Oliveira und Rafael dos Anjos bezwingen und ein Sieg gegen den ungeschlagenen Russen Nurmagomedov würde ihn ein gutes Stück weiter nach oben in den Rankings befördern.

Für Nurmagomedov allerdings ist der kommende Kampf eine noch weitaus größere Chance. Nachdem er sich in Russland und der Ukraine eine lupenreine Statistik von 16 Siegen ohne eine einzige Niederlage erarbeitet hatte, wurde schlussendlich auch die UFC auf ihn aufmerksam und setzte ihn auf Kamal Shalorus an. Nurmagomedov enttäuschte nicht und brachte seinen Gegner bei UFC on FX 1 in Runde drei zur Aufgabe, womit er sich sein dreizehntes Finish in 17 Kämpfen sicherte. Sollte ihm ein solches auch auf einer der am meisten beworbenen Veranstaltungen des Jahres gegen einen allgemein respektierten Kämpfer wie Tibau gelingen, könnte dies für den jungen Russen einen riesigen Karrieresprung bedeuten.

Melvin Guillard vs. Fabricio Camões
Auch dieser Kampf wird in der Leichtgewichtsklasse ausgetragen. Melvin "The Young Assassin" Guillard (29-10-2(1)) bekommt nach zwei aufeinanderfolgenden Misserfolgen die Gelegenheit, gegen Fabricio "Morango" Camões (14-6-1) seinen ersten Sieg seit einem Jahr einzufahren.

Guillard hat einen steilen Abwärtstrend hinter sich, denn in seinem letzten Auftritt stand er noch ganz oben auf dem Kampfprogramm: Bei UFC on FX 1 verlor er in Runde eins durch einen Rear Naked Choke gegen Jim Miller, nachdem ihm dies ebenfalls bei UFC 136 im letzten Oktober passiert war, als Joe Lauzon ihn nach weniger als einer Minute anklingeln und auf dem Boden den Rest geben konnte.

Basierend auf diesen beiden Kämpfen und mit einigen anderen Aufgabe-Niederlagen im Hinterkopf hat Guillards furchteinflößende, aus Knockouts über Shane Roller, Evan Dunham, Waylon Love und Dennis Siver resultierende Aura mittlerweile an Größe eingebüßt und könnte gegen Fabricio Camões gänzlich verschwinden.

Dem ausgewiesenen BJJ-Experten gelang es im Januar dieses Jahres, seinen ersten Sieg in der UFC einzufahren: Nach zwei missglückten Anläufen konnte der 33-jährige Jiu-Jitsu-Experte Camões seine Bodenfertigkeiten unter Beweis stellen und den Octagon-Neuling Tommy Hayden in Runde zwei zur Aufgabe zwingen. Diese Chance erarbeitete er sich mit zwei Siegen bei den Tachi Palace Fights, wo er nach einem Unentschieden und einer Niederlage sowie der anschließenden Entlassung aus der UFC vorläufig untergekommen war.

Constantinos Philippou vs. Riki Fukuda
Außerdem auf ufc.tv wird der einzige nicht im Leichtgewicht stattfindende Kampf des Vorprogramms übertragen. Der Zypriote Constantinos "Costa" Philippou (10-2-0(1)) wird bis 85 Kilo auf den Japaner Riki Fukuda (18-5) treffen.

Philippou wurde nach einem kleinen Auftritt in der The Ultimate Fighter-Sendung kurzfristig für einen Kampf gegen Nick Catone bei UFC 128 gebucht. Diesen Kampf konnte Philippou im Hinblick auf die kurze Vorbereitungszeit und seine damalige körperliche Verfassung nicht gewinnen, und das war ihm laut eigener Aussage auch selbst schon im Vorfeld bewusst. Catone gelang es an diesem Abend in New Jersey zwar nicht, Philippou vorzeitig zu besiegen, er konnte diesem jedoch so viel Schaden zufügen, dass dieser sein Durchhaltevermögen als einzigen positiven Aspekt aus dem Kampf mitnahm.

Mittlerweile hat sich jedoch gezeigt, dass Philippou nicht nur die Fähigkeit zum Absorbieren beachtlicher Mengen an körperlicher Gewalt besitzt, er kann auch mindestens genauso viel davon austeilen. Das musste neben Jorge Rivera und Court McGee mittlerweile auch der als Eisenkinn bekannte Jared Hamman feststellen, der vor einigen Monaten chancenlos unter den erbarmungslosen Schlagsalven Philippous einbrach.

Riki Fukuda gelang im letzten Februar schließlich sein langerwarteter erster Sieg in der UFC. Mit einer Statistik von 17-4 in die UFC gekommen, ging sein Debütkampf gegen Nick Ring im Februar 2011 nach 15 Minuten an die Punktrichter, von denen die Zuschauer, Dana White und nicht zuletzt Fukuda erwarteten, dass sie ihre Entscheidung zugunsten des Japaners gefällt hatten. Alle drei Unparteiischen gaben jedoch zwei Runden an Nick Ring und fügten Fukuda damit die erste "Niederlage" seit sieben Kämpfen zu.

Verletzungen und Unfälle bremsten die Karriere des daran eigentlich völlig schuldlosen Japaners weiter aus – erst bei UFC Japan im Februar dieses Jahres konnte Fukuda wieder ins Octagon steigen, wo er gegen Steve Cantwell erneut über die Distanz ging, dieses Mal aber mit seiner Leistung selbst die Punktrichter überzeugen konnte.

In der Rangliste der UFC könnte sich Fukuda mit einem Sieg ein gutes Stück emporarbeiten, allerdings wird er den Kampf dazu wohl möglichst spektakulär beenden müssen, was gegen Philippou erwiesenermaßen nicht leicht ist. Der Zypriote dagegen befindet sich nicht allzu weit von einem Durchbruch in der Mittelgewichtsklasse entfernt, und falls er gegen Fukuda erfolgreich sein kann, wird er – je nach Leistung – dadurch sehr nah an diesem Punkt angelangt sein.

John Alessio vs. Shane Roller
Für den ersten auf FX beziehungsweise in Deutschland auf ufc.tv übertragenen Kampf von UFC 148 vertrauen die Verantwortlichen wieder auf die Kämpfer der Leichtgewichtsklasse. Mit John Alessio (34-15) und Shane Roller (10-6) stehen sich hier zwei Kämpfer gegenüber, die im Falle einer Niederlage höchstwahrscheinlich anschließend ihre Entlassungspapiere zugesandt bekommen würden.

Alessio ist ein Veteran des Sports, der seine Karriere in der UFC bereits im Juni 2000 begann:
Im Co-Hauptkampf vor Kevin Randleman und Pedro Rizzo bekam Alession die Chance, als 20-Jähriger gegen Pat Miletich um den UFC-Weltergewichtsgürtel kämpfen zu dürfen. Dieser bezwang ihn zwar in der zweiten Runde durch Aufgabe, einige Siege später - darunter ein Erfolg unter dem Pride-Banner - stand Alessio jedoch wieder im Octagon. Bei UFC 60 unterlag er Diego Sanchez einstimmig nach Punkten, und nachdem ihm dasselbe Schicksal gegen Thiago Alves erneut wiederfahren war, versuchte Alessio sein Glück größtenteils in kleineren Organisationen, bis er für einen Kampf gegen Mark Bocek bei UFC 145 kurzfristig als Ersatzgegner einsprang, allerdings auch ein drittes Mal bezwungen wurde.

Gegen Shane Roller steht der mittlerweile 32-Jährige also unter großem Druck, im vierten Anlauf endlich seinen ersten Sieg im Octagon einzufahren, denn eine fünfte Chance bekommen sicherlich nicht allzu viele.

Um Roller steht es allerdings nicht besser, denn auf einen K.o.-Debütsieg gegen Thiago Tavares, der ihn zuvor eineinhalb Runden lang dominieren konnte, folgten Niederlagen gegen Melvin Guillard, TJ Grant und zuletzt Michael Johnson. Sollte der begnadete Ringer gegen Alessio also ein viertes Mal in Folge den Kürzeren ziehen, wird auch er mit einiger Sicherheit seine Sachen packen müssen.

Rafaello Oliveira vs. Yoislandy Izquierdo
Dieser Kampf wird die langerwartete Show am nächsten Samstag auf Facebook eröffnen. Rafaello "Tractor" Oliveira (14-5) und Yoislandy "Cuba" Izquierdo (6-1) sind, wie der Großteil der anderen Vorkämpfer auch, Leichtgewichtler und haben beide ihren jeweils letzten Kampf verloren.

Der BJJ-Experte Oliveira wurde in seinen letzten beiden Auftritten sogar jeweils in Runde zwei spektakulär finalisiert, nachdem er sich zuvor mit einigen Siegen in No-Name-Organisationen in Brasilien und der amerikanischen Ostküste in die UFC katapultiert hatte. Dieser Siegesserie waren schon drei Kämpfe in der UFC vorausgegangen, von denen Oliveira allerdings nur einen gewinnen konnte. Sein Auftritt bei UFC 148 wird aus diesem Grund extrem wichtig für Oliveira sein, und mit dem kubanischen Standspezialisten Yoislandy Izquierdo hat er keine einfache Aufgabe gestellt bekommen, um sich endlich im Octagon etablieren zu können.

Izquierdo kann zwar bisher nur sieben MMA-Kämpfe vorweisen, war allerdings Mitglied des renommierten kubanischen Amateur Box-Teams und konnte vor seiner letztendlichen Niederlage durch Aufgabe in seinem UFC-Debüt vor einigen Monaten in Schweden schon den dort heimischen Reza Madadi so einige Male hinter dessen Doppeldeckung zwingen. Eine zweite Niederlage in seinem zweiten Kampf im UFC-Octagon könnte für "Cuba" allerdings nichtsdestotrotz das vorläufige Ende seiner Karriere dort bedeuten.

UFC 148: Silva vs. Sonnen II
7. Juli 2012
MGM Grand Garden Arena in Las Vegas, Nevada, USA

Hauptprogramm (ufc.tv)
Anderson Silva (c) vs. Chael Sonnnen
Forrest Griffin vs. Tito Ortiz
Cung Le vs. Patrick Coté
Dong Hyun Kim vs. Demian Maia
Chad Mendes vs. Cody McKenzie
Ivan Menjivar vs. Mike Easton

Vorkämpfe (ufc.tv)
Gleison Tibau vs. Khabib Nurmagomedov
Melvin Guillard vs. Fabricio Camoes
Constantinos Philippou vs. Riki Fukuda
John Alessio vs. Shane Roller

Vorkämpfe (Facebook)
Rafaello Oliveira vs. Yoislandy Izquierdo