Vorberichte

Côté, Menjivar und Stout kämpfen in Montreal

UFC 154

Obwohl UFC 154 in puncto große Namen nicht der stärkste Event dieses Jahres ist, so gibt es trotzdem auch im Vorprogramm schon einige interessante Ansetzungen. Mit Ivan Menjivar, Patrick Côté, Sam Stout und anderen werden sogar einige recht beliebte Veteranen dort vertreten sein, die hauptsächlich für ihre unterhaltsamen Kampfstile bekannt sind.

Das Vorprogramm wird am Samstag voraussichtlich um 0.20 Uhr deutscher Zeit mit den auf Facebook übertragenen Kämpfen beginnen, bevor es um 2 Uhr auf ufc.tv weitergeht. Wie üblich können deutsche Fans den gesamten Event live und kostenlos verfolgen.

Patrick Coté vs. Alessio Sakara
Beide Mittelgewichtler waren in der UFC zuletzt weniger erfolgreich. Während Sakara (15-9-0) nach einer Siegesserie von drei Kämpfen seine letzten beiden Auftritte verloren hat, kann Côté (17-8) seit einem geteilten Punktentscheid über Ricardo Almeida im Sommer 2008 keinen Sieg in der Organisation mehr vorweisen – mit einem verlorenen Titelkampf gegen Anderson Silva begann der Abstieg des Frankokanadiers, der vor etwa zwei Jahren bereits den Rauswurf aus der UFC zur Folge hatte. Vier Siege später gelangte Coté kurzfristig für einen Kampf gegen Cung Le zwar zurück ins Octagon, verlor allerdings auch diesen Kampf und muss gegen Sakara nun erneut um seinen Job fürchten.

Der gebürtige Römer Sakara stand seit einiger Zeit aufgrund von Verletzungen und Krankheit lediglich ein Mal pro Jahr im Käfig und kann als aktuellsten Sieg einen T.K.o. gegen James Irvin aus dem Jahr 2010 vorweisen. Danach brachten ihn Niederlagen gegen Chris Weidman und Brian Stann an den Rand der Entlassung – auch Fans und Medien stellen sich mittlerweile die Frage, ob Sakara noch genug „Feuer“ in sich hat, um in der UFC bestehen zu können. Der kommende Samstag wird es zeigen. 

Cyrille Diabate vs. Chad Griggs
Eigentlich für das Hauptprogramm eingeplant, wurden diese beiden Halbschwergewichtler nun doch in die Vorkämpfe verschoben. Cyrille „The Snake“ Diabaté (18-8-1) ist ein französischer Thaiboxer, der in seiner Disziplin ganze 32 Siege – unter anderem gegen UFC-Mittelgewichtler Michael Bisping - vorweisen kann. Im MMA dagegen gab es zuletzt eher gemischte Ergebnisse. Nach einem vielversprechenden UFC-Debüt, in dem er Luiz Cané T.K.o. schlug, konnte Diabaté lediglich gegen Steve Cantwell und Tom DeBlass recht unspektakulär nach Punkten gewinnen, während Anthony Perosh ihn im vergangenen Jahr in Runde Zwei zur Aufgabe zwang.

Chad Griggs (11-2) dagegen, ein ehemaliger Schwergewichtler aus dem mittlerweile aufgelösten Strikeforce-Kader, hatte dort beträchtlichen Erfolg – sowohl Bobby Lashley als auch Gian Villante und Valentijn Overeem bezwang der für seine Koteletten bekannte „Grave Digger“ vor Ende der dritten Runde. In seinem UFC-Debüt im vergangenen April allerdings überstand Griggs seinerseits nicht die volle Distanz – Schwergewichtshoffnung Travis Browne fertigte ihn bei UFC 145 mit einem eingesprungenen Kniestoß und dem darauffolgenden Arm Triangle scheinbar mühelos ab, was Griggs offensichtlich zu einem Gewichtsklassenwechsel veranlasst hat.

Mark Bocek vs. Rafael dos Anjos
Ursprünglich ebenfalls auf dem Hauptprogramm angesetzt, werden auch die BJJ-Schwarzgurte Mark Bocek (11-4) und Rafael dos Anjos (17-6) nun in den Vorkämpfen starten.
Bocek flog als sehr ruhiger Charakter trotz einiger wichtiger Siege lange Zeit unter dem Radar, genau wie sein brasilianischer Gegner. Ein weiterer Grund für die fehlende Popularität könnte darüber hinaus sein, dass beide in wichtigen Kämpfen stets, wenn auch meist knapp, verloren haben. Bocek beispielsweise verlor gegen Jim Miller und Ben Henderson, dos Anjos zog in jüngerer Vergangenheit gegen Clay Guida und Gleison Tibau den Kürzeren.
In Montreal werden die beiden nun die Chance bekommen, diesen Trend zu durchbrechen und dem jeweils anderen den weiteren Fortschritt zu versperren.

Sam Stout vs. John Makdessi
Die Ansetzung ist etwas ungewöhnlich, da Sam „Hands of Stone“ Stout (19-7-1) seinen letzten Kampf gewonnen hat und auch davor mit Ausnahme einer knappen Punktniederlage gegen Thiago Tavares einige Begegnungen deutlich für sich entschieden hat, während John „The Bull“ Makdessi (9-2) zwar seine ersten beiden UFC-Auftritte gewinnen konnte, seitdem aber zwei aufeinanderfolgende Niederlagen hinnehmen musste.
Beide Kanadier sind hauptsächlich für ihre Fähigkeiten im Stand bekannt, die so einigen Gegnern in Kombination mit der K.o.-Power der beiden im wahrsten Sinne des Wortes Kopfschmerzen bereitet haben – im vergangenen Jahr beispielsweise schickte Stout den Veteranen Yves Edwards mit einem einzigen Schlag bewusstlos auf die Bretter, während Makdessi bei UFC 129 vor 55.000 Zuschauern Kyle Watson per Spinning Back Fist ins Land der Träume schickte.

Vorprogramm (Facebook)
Mit UFC 154 hat die UFC zum ersten Mal seit über drei Jahren ein Programm aufgestellt, das ganze 13 Kämpfe beinhaltet. Zusätzlich zu den vier auf FX bzw. in Deutschland auf ufc.tv übertragenen Ansetzungen wird es daher weitere vier Kämpfe auf Facebook zu sehen geben.

In der Federgewichtsklasse werden gegen halb zwei deutscher Zeit der Kanadier Antonio „Pato“ Carvalho (14-5) und TUF-Brazil-Teilnehmer Rodrigo Damm (10-5) aufeinandertreffen. Carvalho verlor seinen ersten UFC-Kampf nach Punkten, kam im Juli aber imposant zurück, indem er den Hype um Daniel Pineda mit einem Erstrundenknockout beendete. Damm brachte es während der brasilianischen Ultimate Fighter-Staffel ins Viertelfinale und bekam daraufhin einen Platz auf dem Programm von UFC 147 in Brasilien, wo er seinen Landsmann Anistavio Medeiros nach etwa zwei Minuten der ersten Runde durch Rear Naked Choke besiegte.

Vor den Federgewichtlern geht es einmal mehr ins Weltergewicht. Eigentlich hätte diese Position auf dem Programm von Stephen Thompson und Besam Yousef besetzt sein sollen, da sich beide allerdings verletzten, werden nun Matt „Deep Waters“ Riddle (6-3-0) und John „The One“ Maguire (18-4) einen Sieger ausmachen. Riddle, der all seine Profi-Kämpfe in der UFC bestritten hat, schien nach zwei aufeinanderfolgenden Niederlagen aus den Jahren 2010 und 2011 in diesem Jahr einen Lauf zu starten – nach einem Punktsieg gegen Henry Martinez sah Riddle im Juli gegen Chris Clements sehr gut aus, nach zweieinhalb unterhaltsamen Runden gelang es ihm sogar, seinen Gegner via Arm Triangle Choke zur Aufgabe zu zwingen. Nachdem allerdings herauskam, dass Riddle bei einem Test positiv auf Marijuana getestet wurde, wurde der Sieg als No Contest gewertet. Gegen Maguire bekommt Riddle nun die Chance, das Jahr 2012 gut abzuschließen. Maguire debütierte vor etwa einem Jahr in der UFC und bezwang dort Justin Edwards, bevor er bei UFC Schweden im April auch DaMarques Johnson via Armbar besiegen konnte. Eine unspektakuläre Punktniederlage gegen John Hathaway im September brachte seinen Lauf zwar zum Stoppen, eine gute Leistung gegen Riddle könnte diesen Rückschlag allerdings schnell wieder wettmachen.

Zuvor wird im Bantamgewicht Ivan Menjivar (24-9) auf den russischen Debütanten Azamat „Tough Guy“ Gashimov (10-1) treffen. Menjivar konnte sich seit seinem UFC-Debüt im Jahr 2011 mit drei Siegen ins obere Viertel der Gewichtsklasse absetzen, musste im Juli jedoch gegen Mike Easton nach drei Runden die Punktentscheidung und damit auch seine Titelträume vorerst abgeben. In seiner Heimatstadt, wo er hauptberuflich als Sicherheitskraft am Flughafen arbeitet, wird er nun im Vorprogramm auf den erst 22-Jährigen Gashimov treffen. Gashimov hat in seiner fünf Jahre alten Karriere zehn Siege angesammelt und dabei jeden seiner Gegner vorzeitig zum Duschen geschickt. Falls er gegen Menjivar gewinnen sollte, könnte er in der relativ dünn besetzten Gewichtsklasse direkt sehr weit oben einsteigen.

Im ersten Kampf des Abends geht es im Federgewicht für Steven Siler (21-9) und Darren Elkins (15-2) darum, in die höheren Gefilde ihrer Gewichtsklasse vorzudringen. TUF-Veteran Siler gewann seit dem Staffelfinale im Dezember 2011 ganze drei Kämpfe, zuletzt zwang er im Juni Joey Gambino zur Aufgabe. Elkins hatte mit einer Niederlage gegen Charles Oliveira und einem sehr kontroversen Punktsieg gegen Michihiro Omigawa einen etwas holprigeren Start zu überbrücken, sah zuletzt gegen Tiequan Zang und Diego Brandao aber sehr solide aus.

Anbei das gesamte Programm:

UFC 154: St. Pierre vs. Condit
Samstag, 17. November 2012
Centre Bell in Montreal, Quebec, Kanada

Hauptkämpfe (ufc.tv)
Georges St.-Pierre (c) vs. Carlos Condit (ic)
Martin Kampmann vs. Johny Hendricks
Francis Carmont vs. Tom Lawlor
Nick Ring vs. Costa Philippou
Mark Hominick vs. Pablo Garza

Vorkämpfe (ufc.tv)
Alessio Sakara vs. Patrick Coté
Cyrille Diabate vs. Chad Griggs
Mark Bocek vs. Rafael dos Anjos
Sam Stout vs. John Makdessi

Vorkämpfe (Facebook)
Antonio Carvalho vs. Rodrigo Damm
Matt Riddle vs. John Maguire
Ivan Menjivar vs. Azamat Gashimov
Steven Siler vs. Darren Elkins