Vorberichte

Cologne Fight Night: Aydemir greift nach der WM

Bereits 2017 kündigte Ilhami Aydemir im Interview mit uns an, sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen zu wollen (GNP1.de berichtete). Gesagt getan – nach weiteren Erfolgen steht der Kölner jetzt am 7. April vor seiner großen WM-Chance und trifft bei der Cologne Fight Night im Golden Palast von Frechen auf Siarhei Huliakevic. Auf dem Spiel steht die GBU-Weltmeisterschaft im Weltergewicht. Ebenfalls um die GBU-WM boxt auch Halbschwergewicht Mohammed Bekdash, während Sergej Wotschel und Alicia Holzken auch ins Titelrennen einsteigen.

Ilhami Aydemir (15-1, 10 K.o.) gehört seit Jahren zu den aufstrebenden Nachwuchstalenten in Nordrhein-Westfalen. Der Kölner mit türkischen Wurzeln wird jetzt alles daran setzen, sich den WM-Traum vor heimischem Publikum im Hauptkampf der Cologne Fight night zu erfüllen. Aydemir ist ungeschlagen seit sechs Auftritten und konnte die letzten drei Begegnungen überzeugen sowie vorzeitig für sich entschieden. Mit viel Rückenwind tritt er nun auf einen erfahrenen Weißrussen, weiß allerdings auch, dass es aller Voraussicht nach kein einfacher Kampf wird. Siarhei Huliakevic (43-11-1, 17 K.o.) hat schließlich mehr als dreimal so viel Erfahrung als Profi vorzuweisen und hielt in der Vergangenheit seinerseits einige Titel. Aktuell schwächelt der 37-Jährige jedoch, wenn man auf seine letzten Duelle blickt und erkämpfte sich zuletzt im Februar ein Unentschieden. Trotzdem darf man so einen erfahrenen Mann keinesfalls unterschätzen, das weiß auch Aydemir, der sich laut eigener Aussage so gut auf diese Begegnung vorbereitet wie in keinem Kampf zuvor. Mit seinen Fans im Rücken, motiviert und gut vorbereitet, will der 26-Jährige mit dem WM-Sieg die große Party am Sonntagabend in Frechen einläuten.

Ebenfalls um die WM nach Version der GBU kämpft auch Mohammed Bekdash (15-0, 12 K.o.). Der Deutsche mit syrischen Wurzeln macht seinem Kampfnamen „The Destroyer“ alle Ehre. Nicht nur, dass er unbesiegt ist und scheinbar durch nahezu alle bisherigen Gegner marschiert ist – er hat auch noch 12 seiner 15 Auftritte vorzeitig durch Knock-out beendet. Imposant. Das Prozedere will der 26-Jährige nun auch mit Bosko Misic (17-10, 15 K.o.) weiterführen, doch mit dem Serben, der in Kroatien lebt, ist nicht gut Kirschen essen. Wie man anhand seiner Bilanz bereits erkennt, ist er ein schwer ausrechenbarer Kämpfer, von dem man im Vorfeld nicht genau weiß, was einen im Ring erwartet. Nach Niederlagen folgen bei ihm meist Siegesserien – was nach seiner Niederlage im letzten Duell darauf schließen könnte, dass der 27-Jährige top motiviert ins Seilgeviert steigt. Doch hat Bekdash in seinen letzten Kämpfen keinem Kritiker den Grund gegeben, an ihm zu zweifeln. Man darf gespannt sein.

Sergej Wotschel (12-4-1, 6 K.o.) steigt, nach einem erfolgreichen Auftritt im vergangenen Monat, am Sonntag wieder in den Ring. Nach vier Siegen in den letzten fünf Fights, bekommt er die Chance um den vakanten GBU Continental-Titel im Super-Weltergewicht anzutreten. Es wäre der erste Gürtel als Profi für Wotschel, der deshalb umso motivierter in den Ring steigen wird. Zuschauer, die ihn bereits in Aktion gesehen haben, schwärmen von seinen Kombinationen, gepaart mit der Kondition und davon, dass er keinem Gegner aus dem Weg geht. So auch im kommenden Kampf, denn der 29-jährige Deutschrusse trifft auf Nikoloz Berkatsashvili (21-24, 11 K.o.) aus Georgien. Wotschels 33 Jahre alte Kontrahent ist ein echter Haudegen, der mit fast 50 Profikämpfen sehr bewandert ist. Von Aserbaidschan, Spanien über Frankreich, Italien, England, Ukraine bis hin zu China – Berkatsashvili hat schon überall geboxt. Die Frage, die sich der eine oder andere dabei stellt ist, ob der Georgier noch hungrig ist. Wenn man auf seine letzten 10 Begegnungen blickt, sieht man nur 3 Erfolge. Ob Wotschel ihm in Frechen seinen Stempel und damit die nächste Niederlage aufdrücken wird?

Im ersten von vier Titelkämpfen steht Alicia Holzken (3-0, 0 K.o.). Die junge Niederländerin hat die Ehre, schon nach drei Punktsiegen als Profi um die vakanten Interconti-Titel der GBU und WIBF im Fliegengewicht anzutreten. Dabei steht ihr eine sehr erfahrene Kontrahentin gegenüber, wenn auch diese eine unverhältnismäßig hohe Negativbilanz mitbringt. Claudia Ferenczi (19-69-8, 10 K.o.), die außerhalb des Boxsports Klaudia Ferencziova heißt, hat nahezu 100 Profikämpfe auf dem Buckel. Auch wenn die Slovakin nur knapp 20 Prozent ihrer Auftritte siegreich gestaltet, stehen die 96 Kämpfe im krassen Gegensatz zu den 3 Auftritten von Holzken. Ferenczi stand u.a. mit Pia Mazelanik oder je zweimal gegen Athletinnen wie Asiye Özlem Sahin und Eva Voraberger im Ring. Stets ging sie dabei über die volle Distanz. Lediglich 4 von 69 Niederlagen erlitt die 25-Jährige vorzeitig. Eben deshalb darf man gespannt sein, ob Nerven eine Rolle spielen werden und in welcher Verfassung die Niederländerin auftritt. Wird es eine Überraschung geben oder wird die 22-Jährige Holzken ihrer vermeintlichen Favoritenrolle doch gerecht?

Neben diesen vier Titelduellen stehen noch zahlreiche andere Begegnungen auf dem Programm.
Alle bestätigten Kämpfe findet ihr anbei in der Übersicht:

Cologne Fight Night
7. April 2019
Golden Palast, Frechen


Weltmeisterschaft im Weltergewicht nach Version der GBU
Ilhami Aydemir vs. Siarhei Huliakevic

Weltmeisterschaft im Halbschwergewicht nach Version der GBU
Mohammed Bekdash vs. Bosko Misic

Continental-Titel im Super-Weltergewicht nach Version der GBU
Sergej Wotschel vs. Nikoloz Berkatsashvili

Interconti-Titel im Fliegengewicht nach Version der WIBF und GBU
Alicia Holzken vs. Claudia Ferenci

Marko Radonjic vs. Fadil Pasalic
Arian Gashi vs. Badri Kereselidze
Aljaz Venko vs. Adi Durakovic
Onuar Aykac vs. Jovica Jovanovic
Ilies Iyyas vs. Benjamin Skender
Jacek Christoph Piatek vs. Sebastian Tuscherer
Luca Antonio Cinqueoncie vs. Slobodan Vukic
Dimi Tile vs. Darko Jovic
Sebastian Deda vs. Kakha Avetisiani
Benjamin Gavazi vs. Antonio Zovak
Muhammed Barut vs. Adnan Kuduzovic
Andy Hoeschler vs. Bojan Teletina
Felicitas Vogt vs. Anja Jankovic