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Bellator 214: Fedors letztes Hurrah?!

Fedor Emelianenko und Ryan Bader auf der Waage (Foto: Bellator MMA)

In der Nacht zum Sonntag ist es soweit: Fedor Emelianenko kämpft gegen Bellators Halbschwergewichts-Champion Ryan Bader um den Grand-Prix-Sieg und den Titel im Schwergewicht. Für den Russen könnte es einer der letzten großen Kämpfe sein, vielleicht sogar der Letzte. Bellator 214 wird ab 3 Uhr live auf DAZN übertragen.

Endlich wieder ein Schwergewichtschampion. Seit mittlerweile schon fast fünf Jahren ist der Platz an der Spitze des Schwergewichts bei Bellator verwaist. Zwar wurde Ex-Champion Vitaly Minakov erst 2016 der Gürtel abgenommen, bereits seit 2014 hatte der Russe aber nicht mehr für Bellator gekämpft. Nun endet die Notsituation an der Spitze mit dem Finale des Schwergewichtsturniers. Der Sieger erhält dabei zwei Gürtel. Einen für den Turniersieg und einen als Schwergewichts-Champion.

Für Ryan Bader (26-5) damit die Möglichkeit, zum ersten Doppel-Champion Bellators zu werden. Der langjährige UFC-Kämpfer führt bereits den Titel im Halbschwergewicht und wurde von Scott Coker ins Schwergewichtsturnier gebucht, wo er bisher wenig Mühe mit Matt Mitrione und „King Mo“ Lawal hatte. Auch mit 35 Jahren scheint der Ringer immer noch nicht nachzulassen, sodass die Favoritenstellung im Finale auch nicht verwundert.

Diese Situation kennt Fedor Emelianenko (38-5 (1)) jedoch nur zu gut. Die Legende ging in den letzten Jahren immer wieder als Außenseiter ins Rennen, zeigte aber immer noch alte Tugenden, auch wenn die Schwachstellen beim 42-Jährigen nicht kleiner werden. Er geht immer noch aggressiv in den Mann und verlässt sich oft auf seine Fähigkeit, sich von Schlägen schnell zu erholen. Gegen Frank Mir klappte das gut, gegen Matt Mitrione im Bellator-Debüt weniger. Der „Last Emperor“ hat durchaus Chancen auf den Sieg, Bader ist anfällig, wenn er unter Druck gesetzt wird, die Frage ist nur, ob sein Kinn fünf Runden lang durchhält.

Das weitere Programm von Bellator 214

Die Veranstaltung ist dabei wie ein Box-Event aufgebaut, nachdem sich Bellator gar keine Mühe gab, den zweiten angesetzten Titelkampf zwischen Gegard Mousasi und Rafael Lovato Jr. zu ersetzen, nachdem sich Mousasi verletzt abmeldete. Stattdessen werden die Zugpferde und Attraktionen für 2019 vorgestellt.

So will der Freistilringer Aaron Pico (4-1) seinen Weg Richtung Titelkampf fortsetzen. Der 22-Jährige, der als Freistilringer Bronze und Silber bei den Junioren-Weltmeisterschaften gewann, wurde in seinem Debüt noch zur Aufgabe gebracht und hat seitdem alle Gegner in der ersten Runde K.o. geschlagen, zuletzt den erfahrenen Leandro Higo. Heute Nacht geht es gegen Henry Corrales (16-3), der mit vier Siegen in Serie auf eine Revanche gegen Patricio Freire hofft.

Nicht jung, dafür aber gänzlich unerfahren ist Jake Hager. Der unter dem Namen „Jack Swagger“ zu Ruhm gelangte WWE-Wrestler wird in Los Angeles sein MMA-Debüt geben. Hager hat eine starke Amateur-Karriere als Ringer an der Universität von Oklahoma vorzuweisen, wurde zum All-American gewählt und hält bis heute den Uni-Rekord für die meisten Schultersiege einer Saison mit 30. Diese Leistungen sind allerdings schon zwölf Jahre her. Doch auch mit 36 Jahren sollte er mit dem 40-Jährigen J.W. Kiser (1-1) nur bedingt Probleme bekommen.

Das zweite große Talent im Programm ist Ricky Bandejas (11-1). Der 27-Jährige debütierte im August gegen den als irisches Zugpferd eingeplanten James Gallagher und schlug ihn prompt mit einem Head Kick und Schlägen K.o. Nun wartet mit dem „Spanier“ Juan Archuleta (21-1) ein ebenfalls gefährlicher Standkämpfer, der vor vier Jahren das letzte Mal verlor und seine ersten drei Bellator-Kämpfe gewann, gegen den früheren UFCler Robbie Peralta durch Knockout in der dritten Runde.

Den Eröffnungskampf bestreitet Adel Altamini (7-5). Ein Durchschnittskämpfer, der aber den Promi-Bonus als Coach von Hollywood-Star Chris Pratt und den Schauspieler selbst als Betreuer mitbringt. Altamini fuhr im Irak Konvoi-Fahrzeuge für die US-Marines und geriet in die Gefangenschaft von Al-Qaida, wo er kurz vor dem Tode von US-Marines befreit werden konnte. Da Bellator seit einem halben Jahr ähnlich wie früher die UFC die Nähe zum US-Militär sucht, erhielt Altamini einen Vertrag über mehrere Kämpfe, von denen der erste heute Nacht gegen Brandon McMahan (5-6) stattfindet.