Vorberichte

Arthur Abraham mit Pflichtaufgabe

Viele hatten ihn schon abgeschrieben, doch Arthur Abraham kämpfte sich wieder zurück. Der WBO-Weltmeister im Supermittelgewicht ist wieder da wo er immer sein wollte. Heute Abend trifft er im Velodrom in Berlin auf Nikola Sjekloca und will seinen Gürtel behalten. Wie immer wird es außerdem ein Rahmenprogramm mit aufstrebenden und erfolgreichen Sauerland-Boxern geben.

Arthur Abrahams Karriere liest sich wie ein dauerndes Auf und Ab. Wir schreiben das Jahr 2006. Abraham trifft auf Edison Miranda, ein Boxer mit Granitfäusten. Der Berliner bricht sich schnell den Kiefer, boxt trotz massiven Blutverlusts durch und gewinnt die Schlacht um seinen IBF-Gürtel im Mittelgewicht. Es ist die schlussendliche Geburt des Publikumslieblings Arthur Abraham.

Vier Jahre weiter, wir schreiben das Jahr 2010. Arthur Abraham war gerade ins Supermittelgewicht gewechselt und hat im Super-Six-Turnier Jermain Taylor vernichtend auf die Bretter geschickt. Der „König“ galt als großer Star, als einer der härtesten Puncher im Geschäft und man hat ihm gute Chancen eingeräumt, das große Turnier für sich zu entscheiden. Am 27. März des Jahres 2010 musst er gegen Andre Direll in den Ring und seine bis dahin makellose Karriere bekam erste Dellen, nachdem er aussichtslos hinten liegend gegen den am Boden befindlichen Direll nachschlug. Diese Dellen wurden noch größer nachdem auch Carl Froch dem ehemaligen Mittelgewichtsweltmeister die Grenzen aufzeigte. Nach einer weiteren Niederlage gegen Andre Ward stand er vor dem Scherbenhaufen seiner Karriere.

Arthur Abraham wäre allerdings nicht er, wenn das schon das Ende sein sollte. Wir schreiben den 25. August 2012. Arthur Abraham hatte mehrere Duelle für sich entschieden und durfte gegen das SES-Aushängeschild und amtierenden WBO-Weltmeister Robert Stieglitz ran. Abraham als Außenseiter zeigte seine Stärke und bezwang Stieglitz nach Punkten. Ein halbes Jahr später kam es zum Rückkampf mit einem anderen Favoriten, doch dieses Mal war es Abraham, der, total überfordert, Stieglitz' flottem Kampfstil nichts entgegenzusetzen hatte. Abraham stand wieder vor dem Nichts.

Am 01. März diesen Jahres setzte man das dritte Gefecht der beiden Boxer an. Dieses Mal versuchte Stieglitz wieder, den Kampf an sich zu reißen, doch umso länger das Duell ging, umso besser kam der mittlerweile 34-jährige Ex-Weltmeister Abraham in den Kampf, den er schlussendlich nach Punkten gewann. Nun will Abraham seinen WBO-Titel ähnlich lange halten wie seinen IBF-Gürtel im Mittelgewicht. Dafür muss er erstmal Nikola Sjekloca schlagen.

Der Mann aus Montenegro gehört nicht zur absoluten Weltspitze, hat aber einen guten Kampfrekord und dabei auch gute Leute wie Khoren Gevor geschlagen. Der 35-Jährige stand im Februar letzten Jahres in einem Ausscheidungskampf um den WBC-Gürtel. Das Duell verlor er eindeutig nach Punkten gegen Sakio Bika. Im August schlug er dann in seiner Heimat Misa Nikolic nach zwei Runden zu Boden und bekommt nun die größte Chance seiner langen Karriere, in der er mehrere kleinere Titel schon um seine Hüften schnallen durfte.

Im Vorprogramm ist auch für einige Spannung gesorgt. So wird Timo Schwarzkopf mit Anzor Gamgebeli um den vakanten EBU-Titel im Halbweltergewicht boxen. Währenddessen will Noel Gevor zu Tyron Zeuge aufschließen. Das 23-jährige Boxtalent bekommt es im Velodrom mit Gogita Gorgiladze zu tun. Dabei wird es um den Junioren-Weltmeistertitel der WBO im Cruisergewicht gehen und auch der ehemalige Europameister im Halbschwergewicht Eduard Gutknecht wird sich im Seilgeviert zeigen. Der 32-Jährige will nach einem Seuchenjahr 2013, mit zwei Niederlagen, wieder auf die Erfolgsspur zurückkehren. Dabei wird ihm Pablo Sosa entgegenstehen.

Das Programm in der Übersicht:

Abraham vs. Sjekloca
3. Mai 2014
Velodrom, Berlin

WBO-Weltmeisterschaft im Supermittelgewicht
Arthur Abraham vs. Nikola Sjekloca

EBU-EE Europameisterschaft im Halbweltergewicht
Timo Schwarzkopf vs. Anzor Gamgebeli

Junioren-Weltmeisterschaft der WBO im Cruisergewicht
Noel Gevor vs. Gogita Gorgiladze

Dennis Ceylan vs. Dzmitri Agafonau
Eduard Gutknecht vs. Pablo Soas
Burak Sahin vs. Zoltan Jerousek