Vorberichte

Anthony Njokuani, Al Iaquinta, Chris Holdsworth u.v.m.

Bevor am 24. Mai die großen Stars ins Octagon steigen, wird es in der MGM Grand Garden Arena mitten auf dem Las Vegas Strip bereits auf dem Vorprogramm von UFC 173 ordentlich zur Sache gehen – sieben Kämpfe versprechen kurzweilige Unterhaltung.

Besonders stark wird am kommenden Samstag die „The Ultimate Fighter“-Fraktion vertreten sein. Mit Michael Chiesa, Tony Ferguson und Chris Holdsworth hat man gleich drei Staffel-Sieger aufs Programm gepackt; mit Al Iaquinta, Vin Pichel und Sam Sicilia u.a. werden sie von einigen weiteren aus dem Haus bekannten Gesichtern begleitet, von denen einige seit ihrer Staffel mehr, andere weniger Erfolg hatten.

UFC 173 kann in Deutschland über den UFC Fight Pass verfolgt werden, der zum monatlichen Abopreis von 7,99€ auf ufc.tv bezogen werden kann. Nach der Registrierung wird das Vorprogramm kostenlos übertragen, während das Hauptprogramm noch einmal 17,99€ (HD) bzw. 15,99€ (SD) kostet.

Michael Chiesa vs. Francisco Trinaldo
Im letzten von vier aufeinanderfolgenden Leichtgewichtskämpfen auf dem Vorprogramm von UFC 173 werden sich Michael “Maverick” Chiesa (10-1) und Francisco “Massaranduba” Trinaldo (14-3) gegenüberstehen.

Chiesa zog im Frühjahr 2012 ins „The Ultimate Fighter“-Haus (TUF) ein, gleich zu Beginn der Dreharbeiten der ersten Live-Staffel in der Geschichte der Reality-TV-Serie erreichte ihn jedoch die niederschmetternde Nachricht, dass sein seit langem kranker Vater verstorben sei. Chiesa verließ Las Vegas für einige Tage zur Beisetzung, kehrte ins TUF-Haus zurück und räumte entgegen aller Erwartungen im stark besetzten Teilnehmerfeld auf – Siege gegen Johnavan Vistante, Jeremy Larsen, Justin Lawrence und James Vick führten ihn bis ins Finale. Als krönenden Abschluss der Staffel schickte Chiesa dann seinen Teamkollegen Al Iaquinta per Rear Naked Choke Schlafen und schloss damit eine der emotionalsten Underdog-Stories in der Geschichte der Reality-Serie ab.

In seinem ersten Kampf nach TUF zwang Chiesa Anton Kuivanen zur Aufgabe, musste sich im Juli 2013 jedoch Jorge Masvidal geschlagen geben. Diesen Rückschlag machte „Maverick“ im November mit einem weiteren Aufgabe-Sieg gegen Colton Smith wieder wett und will nun gegen Francisco Trinaldo eine neue Siegesserie starten. Keine einfache Aufgabe, denn „Massaranduba“ ist in seiner natürlichen Gewichtsklasse ein furchteinflößendes Paket aus Muskeln und Kraft.

Schon während der ersten brasilianischen TUF-Staffel im Jahr 2012 war Trinaldo als Mittelgewicht erfolgreich und steckte ausgerechnet in seinem Leichtgewichtsdebüt bei UFC 153 gegen Gleison Tibau seine erste Niederlage ein. Anschließend schlug der bullige Brasilianer C.J. Keith und Mike Rio durch Aufgabe, bevor Piotr Hallmann seiner Erfolgsserie im vergangenen September ein unerwartetes Ende setzte, als er den unter seiner Muskelmasse ermüdeten „Massaranduba“ in der zweiten Runde per Kimura zum Abklopfen zwang. Nach diesem Rückschlag kehrte Trinaldo im Februar auf die Siegerstraße zurück, als er Jesse Ronson geteilt nach Punkten schlug.

Tony Ferguson vs. Katsunori Kikuno
Eine Zeit lang sah es so aus, als wenn Tony “El Cucuy” Ferguson (14-3) es in der Leichtgewichtsklasse der UFC weit bringen würde – nachdem er 2011 die 13. TUF-Staffel mit einem Knockout gegen Ramsey Nijem gewinnen konnte, folgten weitere Siege gegen Aaron Riley und Yves Edwards. Im Zuge einer Punktniederlage gegen Michael Johnson im Mai 2012 brach er sich jedoch den Arm und musste knapp eineinhalb Jahre lang aussetzen. Im Oktober 2013 kehrte „El Cucuy“ dann schließlich beeindruckend mit einem Aufgabe-Sieg gegen Mike Rio zurück – nun will er mit einem weiteren Erfolg eine neue Siegesserie starten.

In Las Vegas wird er auf Katsunori Kikuno (22-5-2) treffen. Der Japaner ist ein Schwarzgurt im Judo und Kyokushin Karate und nutzte diese Fähigkeiten, um sich u.a. den DEEP-Leichtgewichtstitel zu sichern. Seit sechs Kämpfen ist Kikuno mittlerweile ungeschlagen, im Januar kam der 32-Jährige mit einem Punktsieg gegen Quinn Mulhern dann auch erfolgreich in der UFC an. Mit Tony Ferguson bekommt er an diesem Samstag ein anderes Kaliber vor die Fäuste, dafür würde ihm ein Sieg selbstverständlich auch den größten Sprung in den Ranglisten verpassen.

Chris Holdsworth vs. Chico Camus
Zuvor wird der TUF 18-Bantamgewichts-Sieger Chris “Holds It Down” Holdsworth (5-0) zum ersten Mal nach seinem Turniersieg gegen Davey Grant wieder ins Octagon steigen, den er im vergangenen November durch Aufgabe bezwingen konnte. Der hochtalentierte Grappler aus Urijah Fabers Team Alpha Male hatte sich mit drei Siegen seinen Weg ins Finale der Staffel gebahnt, nachdem er in der regionalen Szene bereits vier Gegner nacheinander mit diversen Aufgabegriffen zum Abklopfen gezwungen hatte.

In der MGM Grand Garden Arena wird er auf Chico „King“ Camus (14-4) treffen. Camus, ein ehemaliger Duke Roufus-Schüler und Trainingspartner von Pascal Krauss, debütierte im Sommer 2012 gegen Dustin Pague in der UFC, den er nach drei Runden via Punktentscheid schlug. Zwar folgte einige Monate später gegen Dustin Kimura gleich die erste Niederlage, seitdem konnte der „King“ jedoch sowohl Kyung Ho Kang als auch Yaotzin Meza nach Punkten schlagen. 

Al Iaquinta vs. Mitch Clarke
Im Leichtgewicht wird der New Yorker Al “Raging” Iaquinta (9-0) auf Mitch „Danger Zone“ Clarke (10-2) treffen. Iaquinta stand 2012 kurz davor, die 15. TUF-Staffel zu gewinnen, musste sich jedoch Michael Chiesa geschlagen geben und verschwand für das darauffolgende Jahr verletzungsbedingt in der Versenkung. In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres machte „Raging“ die lange Pause jedoch gleich mit zwei einstimmigen Punktsiegen gegen Ryan Couture und Piotr Hallmann wieder gut. Der dritte Sieg folgte im Februar, als er Kevin Lee drei Runden lang auspunktete. Am Samstag will der Schüler von Matt Serra mit seiner effektiven Kombination aus solidem Ringen und gutem Boxen auch gegen Mitch Clarke einen Erfolg einfahren.

Clarkes Debüt im Octagon lief gar nicht so, wie er es sich gewünscht hatte – der Kanadier wurde in seinem Heimatland von John Cholish T.K.o. geschlagen, bevor er eine Punktentscheidung an Anton Kuivanen abgab. Im Sommer letzten Jahres war es dann endlich Clarke, der nach drei Runden gegen John Maguire von Bruce Buffer als Sieger bekanntgegeben wurde. Trotzdem könnte er hier nach zwei aufeinanderfolgenden Niederlagen einen weiteren Sieg brauchen, um auch weiterhin ein Teil der UFC zu sein.

Anthony Njokuani vs. Vinc Pichel
Zuvor wird Anthony „The Assassin“ Njokuani (16-7-0(1)) zum ersten Mal seit über einem Jahr wieder ins Octagon steigen. Der nigerianische Thaibox-Spezialist war letztmalig bei UFC on Fox 7 zu sehen, wo er Roger Bowling mit einem perfekt getimten linken Haken bewusstlos schlug und damit eine frustrierende Serie in der UFC fortführte– in Njokuanis Bilanz wechseln sich Siege und Niederlagen ab. Aber wie auch immer seine Kämpfe ausgehen, Njokuanis Stil macht sie für gewöhnlich sehr ansehnlich, und das darf man auch am 24. Mai erwarten, wenn „The Assassin“ auf Vinc „From Hell“ Pichel (8-1) treffen wird. Pichel war ebenfalls bereits im TUF-Haus zu sehen, hatte am Ende der 16. Staffel jedoch das zweifelhafte Vergnügen, Rustam Khabilov in der UFC begrüßen zu dürfen. Der Sambo-Spezialist warf den wenig beneidenswerten Pichel nach Belieben durch das Octagon, bis ein perfekt ausgeführter Slam den Kalifornier schließlich bewusstlos schlug. Nach einer längeren Verletzungspause kehrte Pichel im Januar mit einem soliden Punktsieg gegen Garett Whiteley in den Käfig zurück. 

David Michaud vs. Li Jing Liang
In einem Weltergewichtsduell zweier UFC-Debütanten wird der Chinese Jingliang „The Leech“ Li (8-2) auf David Michaud (7-0) treffen. Li konnte seine letzten beiden Kämpfe gewinnen und hat sechs seiner acht Siege vorzeitig gesichert, fünf davon durch Aufgabe. Bei UFC 173 wird er auf David Michaud treffen, der bisher in sieben Profi-Kämpfen noch ungeschlagen ist. Neben einer Punktentscheidung hat Michaud seine Erfolge sauber in drei (T.)K.o.- und drei Aufgabe-Siege aufgeteilt – am Samstag soll ein weiterer vorzeitig gewonnener Kampf her.

Sam Sicilia vs. Aaron Phillips
Im ersten Duell des Abends wird Federgewichtler Sam Sicilia (12-4) um seinen Verbleib in der UFC kämpfen. Der Trainingspartner von Michael Chiesa und Julianna Pena wird so manchem noch aus der 15. TUF-Staffel bekannt vorkommen, hatte seitdem jedoch nur gemischten Erfolg im Octagon – T.K.o.-Siegen gegen Cristiano Marcello und Godofredo Castro stehen Niederlagen gegen Rony „Jason“, Maximo Blanco und Cole Miller gegenüber.

Am Samstag braucht der schlagstarke 28-Jährige aus Spokane, Washington daher dringend einen Sieg gegen Aaron Phillips (5-0), der in Vegas sein UFC-Debüt geben wird. Phillips trainiert in der Gladiators Academy in Louisiana – dem gleichen Gym, in dem bereits der UFC-Federgewichts-Star Dustin Poirier sich seine ersten Sporen verdiente. Phillips Karriere verläuft bisher ähnlich erfolgreich – fünf Siege hat der 24-Jährige als Profi bisher eingefahren, drei davon durch (T.)K.o., am Samstag jedoch muss er sein Können auch auf der ganz großen Bühne beweisen.

Anbei das gesamte Programm:

UFC 173: Barao vs. Dillashaw
Samstag, 23. Mai 2014
MGM Grand Garden Arena in Las Vegas, Nevada, USA

Bantamgewichtstitelkampf (UFC Fight Pass)
Renan Barao (c) vs. T.J. Dillashaw

Hauptprogramm (UFC Fight Pass)
Dan Henderson vs. Daniel Cormier
Robbie Lawler vs. Jake Ellenberger
Takeya Mizugaki vs. Francisco Rivera
Jamie Varner vs. James Krause

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Michael Chiesa vs. Francisco Trinaldo
Tony Ferguson vs. Katsunori Kikuno
Chris Holdsworth vs. Chico Camus
Al Iaquinta vs. Mitch Clarke

Anthony Njokuani vs. Vinc Pichel
David Michaud vs. Li Jing Liang
Sam Sicilia vs. Aaron Phillips