Vorberichte

Aller guten Dinge sind drei

Die Vorschau zu den drei größten Fights dieses Boxwochenendes.

Der November und der Dezember werden für Freunde des Boxsports wohl die heißesten Monate des Jahres. Mit dem Abschluss der Super Six-Gruppenphase, Juan Manuel Lopez vs. Juan Diaz, Sergio Martinez vs. Paul Williams II, Juan Manuel Marquez vs. Michael Katsidis und nicht zuletzt  Manny Pacquiao vs. Antonio Margarito ist fast jedes Wochenende vollgepackt mit hochkarätigen Begegnungen.

Hinzu kommen Kämpfe wie Zab Judah vs. Lucas Matthysse, Celestino Caballero vs. Jason Litzau, Robert Stieglitz vs. Enrique Ornelas und Marco Huck vs. Denis Lebedev, die sich ebenfalls sehen lassen können. Die heiße Phase beginnt diesen Samstag mit Allan Green vs. Glen Johnson, Judah vs. Matthysse und Lopez vs. Diaz. Vor allem Letzterer ist einer der meist erwarteten Kämpfe des Jahres und verspricht ein Klassiker zu werden. Hier die GroundandPound-Vorschau zu den größten Fights des Wochenendes:

Juan Manuel Lopez vs. Rafael Marquez

Der größte Fight dieses Wochenendes ist zweifellos die Begegnung zwischen Juan Manuel Lopez (29-0-0, 26 KO)  und Rafael Marquez (39-5-0, 35 KO). Der junge und ungeschlagende Federgwichtsweltmeister Lopez sollte ursprünglich schon am 18. September auf den Veteran Marquez treffen – der verletzte sich jedoch am Daumen und der Kampf wurde verschoben.

Nun ist es soweit und einer der meist erwarteten Kämpfe des Jahres steht vor der Tür. „Juanma“ Lopez befindet sich derzeit auf dem absoluten Höhepunkt seines Schaffens und bekommt mit dem alternden, aber noch immer erstklassigen Rafael Marquez den wohl größten Namen seiner Karriere vor die Fäuste. Für Marquez wäre dies – sollte er gewinnen – ein Gürtel in der bereits dritten Gewichtsklasse. Lopez holte sich den WBO Titel im Super-Bantamgewicht im Juni 2008, indem er Daniel Ponce de Leon in der ersten Runde vernichtend besiegen konnte. Er verteidigte den Titel fünf Mal, bevor er ins Federgewicht wechselte und dort den entsprechenden Weltmeistergürtel durch einen TKO-Sieg über Steven Luerano gewann. Zuletzt besiegte er Bernabe Concepcion durch TKO in Runde zwei.

Der acht Jahre ältere Marquez gewann 2003 seinen ersten bedeutenden Titel im Bantamgewicht. Er verteidigte das Gold ganze acht Mal, bevor er 2007 ins Super-Bantamgewicht wechselte, um einen lang erwarteten Traumkampf gegen den dortigen Champion Israel Vazquez zu ermöglichen, der ihn letzten Endes zur Legende machte. Es folgte eine unfassbare Serie von Kämpfen der beiden Boxer, die Fans und Experten für immer in Erinnerung bleiben wird. Konnte Marquez den ersten Kampf noch gewinnen, verlor er jedoch die zweite und dritte Begegnung. Im Mai dieses Jahres ging die Serie in die vierte Runde und Marquez konnte einen körperlich kaputten Vazquez völlig deklassieren und in Runde drei besiegen.

Gegen den jüngeren und größeren Lopez wird er es allerdings schwer haben. Marquez stand in den letzten beiden Jahren nur zweimal im Ring. Lopez dagegen sechsmal, er ist in diesem Fight der klare Favorit. Allerdings ist Marquez ein beinharter Puncher und Lopez hat in der Vergangenheit bereits des Öfteren gezeigt, dass er nicht eben die besten Nehmerqualitäten besitzt. Sollte dieser Kampf ein technisches Feuerwerk werden, so hat Lopez hier die klaren Vorteile. Marquez wird allerdings versuchen eine Schlacht, ähnlich der Vazquez-Fights, daraus zu machen. Sollte ihm dies gelingen, stehen seine Chancen gar nicht so schlecht, einen Upset zu schaffen.

Den Co-Hauptkampf bestreiten Allan Green (29-2-0, 20 KO) und Glen Johnson (50-14-2, 34 KO). Es handelt sich dabei um den wohl uninteressantesten (und im Grunde auch unnötigsten) Kampf der verbliebenen Super Six World Boxing Classic-Teilnehmer. Beide Boxer sind Nachzügler und haben bislang keinen einzigen Punkt in der Turnierwertung. Ein Sieg ist Pflicht, wenn einer der Beiden hier die nächste Runde des Turniers erreichen will.

Johnson ist ein absoluter Veteran und wird im Januar 42. Er nahm diesen Kampf als Ersatzmann für Mikkel Kessler an, der aufgrund einer Augenverletzung ausscheiden musste.
Green ist zehn Jahre jünger und hat als Ersatz für Jermain Taylor bereits einen Super Six-Kampf bestritten. Gegen Andre Ward, den wohl stärksten Teilnehmer des Turniers, musste er eine herbe Wäsche hinnehmen. Green ist ein limitierter Boxer, Johnson langsam zu alt für große Kämpfe und in einem Gewicht, in dem er seit zehn Jahren nicht geboxt hat. Wer hier die Nase vorn haben wird, ist schwer zu sagen – für das Turnierfinale aber im Grunde auch irrelevant, da keiner der beiden Boxer es bis dorthin schaffen wird.

Hier das offizielle Hype-Video zum Double-Header:

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Juan Manuel Lopez v. Rafael Marquez
06. November 2010
MGM Grand in Las Vegas, Nevada, USA


WBO Weltmeisterschaft im Federgewicht
Juan Manuel Lopez vs. Rafael Marquez

Super Six World Boxing Classic Gruppenphasenkampf
Allan Green vs. Glen Johnson    

Vorkämpfe
Marvin Quintero vs. Daniel Attah
Diego Magdaleno vs. Derrick Campos
McWilliams Arroyo vs. Cesar Grajeda
Dany Escobar vs. Anthony Lenk
Mickey Bey Jr. vs. Eric Cruz
Jesse Magdaleno vs. Matthew Salazar

Zab Judah vs. Lucas Martin Matthysse

Weniger ausgeglichen als Lopez vs. Marquez wird der dritte große Boxkampf des Wochenendes. Zab Judah (39-6-0, 27 KO) trifft im Prudential Center in Newark, New Jersey, auf Lucas Matthysse (27-0-0, 25 KO). Judah war in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts einer der besten Boxer der Welt und dominierte das Welter- und Halbweltergewicht mit seinen Fähigkeiten, seiner Schnelligkeit und Agilität. Doch irgendwann kam der Bruch und nach einigen Niederlagen gegen große Namen und darauf folgenden schwachen Vorstellungen gegen mittelmäßige Boxer schien der Stern von „Super Judah“ zu sinken.

Im Juli dieses Jahres versuchte Judah schließlich sein Comeback. Gegen Jose Armando Santa Cruz tauchte er zum ersten Mal seit Jahren top vorbereitet und in Form auf und auch wenn Santa Cruz nicht gerade eine Herausforderung für einen Boxer vom Format Judahs darstellt, so war dessen Sieg in der dritten Runde doch ein deutliches Zeichen: Zab Judah ist zurück!

Auch Matthysse ist natürlich kein Boxer aus der Weltspitze, ein Kaliber wie Judah hat er noch nie geboxt. Dennoch hat er Dampf in den Fäusten und ist willens, diese auch fliegen zu lassen, wie seine KO-Quote von fast 90 Prozent beweist. Dass Judahs Nehmerqualitäten nicht die besten sind, hat die Vergangenheit bereits mehrfach gezeigt. Und auch wenn Boxer wie Miguel Cotto und Kostya Tszyu, die beide (T)KO-Siege über Judah halten, sicher weit über Matthysse anzusiedeln sind, so birgt die Schlagkraft des Argentiniers doch einige Gefahr für den Boxer aus Brooklyn.

Dass Judah hier der klare Favorit ist, kann jedoch nicht bestritten werden. Auf mehr als seine eben gelobten harten Schläge kann sich Matthysse nämlich nicht verlassen. Kann Judah die vermeiden, wird er seinen Kontrahenten am Samstag gnadenlos ausboxen können.

Hier ein Hypevideo zum Kampf:

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HBO Boxing after Dark
06. November 2010
Prudential Center in Newark, New Jersey, USA


Hauptkämpfe
Zab Judah vs. Lucas Martin Matthysse
Robert Guerrero vs. Vicente Escobedo

Vorkämpfe
Adrien Broner vs. Ilido Julio
Sadam Ali vs. Gary Bergeron
Mariusz Wach vs. Kevin Burnett
Michael Perez vs. Hevinson Herrera
Damion Reed vs. Bastie Samir
Mikael Zewski vs. Ardrick Butler
Eduardo Alicea vs. Danny Pastrana
Michael Brooks vs. Kywame Hill
Tyrone Luckey vs. Alex Monte
Angel Concepcion vs. Maurice Amaro