Technik, Tipps und Tricks

Der X-Pass Bild 1

Fotos via Johannes Wieth

Ab sofort werden wir Euch an dieser Stelle Techniktipps zum Nachmachen präsentieren, die ausschließlich von Top-Athleten aus der Szene angefertigt worden sind.

In Wort und Bild wird beschrieben, welchen „Lieblingsmove“ die einzelnen Kämpfer haben - und wie ihr sie ausführen könnt.

Heute: Mundials-Gewinner Johannes Wieth
Anfangen möchten wir mit Johannes Wieth aus München, dem deutschen Mundials-Gewinner 2010 und BJJ-Braungurt unter Xande und Saulo Ribeiro aus der Saulo's Academy in San Diego. Neben den Mundials der Blaugurte und 2010 der Lilagurte, verbuchte Wieth auch die No-Gi Worlds und die Gracie Invitationals für sich.

Damit ist er der erste Deutsche, der bei den Mundials in der „Adult“-Klasse (18-29 Jahre) auf dem Podium ganz oben stand.

Johannes Wieth ist 32 Jahre alt, mit dem Grappling hat er im Fernstudium im Februar 2004 bei Björn Friedrich begonnen sich mit dieser Art zu kämpfen beschäftigt. Jetzt trainiert Wieth in erster Linie bei Saulo und Xande Ribeiro.

Seit zwei Jahren trainiert er zusätzlich MMA und Boxen. Wer mehr über Wieth erfahren möchte, schaut sich am besten unser exklusives Interview mit ihm an. Nachfolgend sein Lieblingsmove:

Der X-Pass

"Eine meiner Lieblingspositionen ist ganz klar der X-Pass. Gleich nachdem Xande mir diesen Pass gezeigt hat, funktionierte er für mich besser als alle anderen Arten des Guardpass. Seither ist dies fast immer der Beginn meines Passing-Games auf Wettkämpfen. Eine andere Person die diesen Pass auf Toplevel beherrscht ist Rafael Lovato Jr., bei dem ich vor kurzem zu einem Trainingsaufenthalt in den USA eingeladen war und der sich als Demonstrationspartner zur Verfügung gestellt hat. Rafael ist neben BJ Penn bisher der einzige "Nicht-Brasilianer", dem es bisher gelang bei den Mundials als Schwarzgurt zu gewinnen.

Dieser Guardpass lässt sich aus vielen Situationen in verschiedenen Varianten ausführen. Die hier gezeigte ist die Grundvariante mit der ich auf Wettkämpfen immer sehr gute Erfolge hatte. Sei es um die Guard direkt zu passieren oder um in eine noch bessere Position zu gelangen aus der dann ein Pass oder gar ein Submission möglich ist. Diese Variante setzt voraus, dass der Gegner keinen Griff an meinem rechten Bein hat. Der beste Zeitpunkt ist also ganz zu Beginn wenn er noch keinen Griff gefunden hat oder wenn er seinen Griff wechselt.

Bild 1
Mein rechter Fuß steht soweit vorne wie möglich damit ich mit meinem rechten Knie Druck auf die Rückseite des linken, gegnerischen Oberschenkels ausüben kann. Dadurch hat seine Hüfte weniger Bodenkontakt und der Gegner verliert an Mobilität.

Mit der rechten Hand ziehe ich an seinem Kragen um den Vorwärtsdruck meines rechten Knies aufrecht zu halten. Mein rechter Ellbogen stützt dabei leicht auf meinen Oberschenkel und ist angewinkelt, damit der Gegner seinen linken Fuß nicht auf die rechte Seite meiner Hüfte setzen kann.