Sportlernahrung

Aufgeklärt: Tofu

Hippiequark, Ökokäse oder Veganerwurst – diese und noch zahlreiche andere Namen trägt eines der umstrittensten Naturprodukte überhaupt: der Tofu. Das anfangs gehypte alternative Nahrungsmittel wurde als DIE Fleischalternative angepriesen und zog somit viele Menschen an. Allerdings nicht ohne auch einen Großteil von Konsumenten abzustoßen. Einige Jahre nach dem Boom hat sich die Sicht auf Tofu etwas gesetzt und er hat seinen Platz am Markt gefunden. Allerdings gibt es immer noch keine Befürworter ohne ihre Gegner. Beide haben sich klar positioniert und untermauern ihre Meinungen mit entsprechenden Argumenten.

Dass es sich bei Tofu nicht um schnöden Veganer-Fraß handelt, sondern auch Fleischliebhaber damit ihr sportlichen Leistungen verbessern können, wollen wir euch in diesem Artikel aufzeigen.

Tofu war noch mal was…?

Was wir hierzulande als Tofu kennen, wird im Volksmund tatsächlich noch manchmal „Sojakäse“ oder „Sojaquark“ genannt. Denn Tofu ist das Produkt eines längeren Herstellungsprozesses aus Sojabohnen. Das traditionell asiatische Nahrungsmittel entsteht nämlich beim Pürieren eingeweichter Bohnen, welchen anschließend das Wasser entzogen wird. Übrig bleibt eine Art Brei aus Eiweiß und Molke, der dann zu Blöcken gepresst und am Ende noch pasteurisiert wird.

Der anschließenden Verarbeitung sind dann keine Grenzen mehr gesetzt. Tofu wird geräuchert, mariniert, gewürzt oder bleibt naturbelassen. Ebenso wird er industriell in Form von Würstchen, Schnitzel oder anderen Fleischvarianten gepresst. Für die private Zubereitung lässt er sich braten, räuchern oder backen. Dabei dient er ebenso als Brotbelag, wie auch als Suppeneinlage oder Hauptspeise mit Gemüse. Erlaubt ist was schmeckt, denn von Natur her ist Tofu geschmacksneutral.

Gesundheitliche Vorteile durch Tofu

Für Sportler sind ja in erster Linie oft die Makronährstoffe jedes Nahrungsmittels wichtig, also beginnen wir mit dem Eiweißanteil. Der liegt bei Tofu nämlich mit gut 16g pro 100g sehr hoch. Die darin enthaltenen Aminosäuren sind der Eigenkategorie „Sojaeiweiß“ zugeordnet und gehören somit zu einer Sonderform der pflanzlichen Proteine. Diese Form enthält beim Naturtofu alle essentiellen (also vom Körper nicht selbst bildbaren) Aminosäuren. Die biologische Wertigkeit von etwas über 50% ist aufgrund der Pflanzenkategorie verständlicherweise nicht allzu hoch. Diese kann jedoch durch die Kombination mit Langkettigen Kohlenhydraten, wie Reis oder Vollkorn gesteigert werden.

Wo wir gerade dabei sind: Tofu enthält mit weniger als einem Gramm auf 100g fast keine Kohlenhydrate! Ein echter Spitzenwert für Low Carb-Freunde. Der Fettwert liegt allerdings etwas höher. Etwa 9g sind bei der sonstigen Verteilung der Makronährstoffe allerdings ein vertretbarer Wert.

Hinzu kommt der hohe Anteil von Vitamin E und Vitamin B3, sowie Eisen. In Verbindung mit sogenannten Isoflavonen, die ebenso zahlreich im Tofu enthalten sind, wird so die Zelloxidation reguliert. Das bedeutet, dass der Alterungsprozess der Haut und sämtlicher Körperzellen vermindert wird. Darüber hinaus senken die Isoflavone noch den Cholesterinspiegel und gelten als Präventionsstoffe für diverse Krebsarten. Dies erklärt den hohen Altersdurchschnitt in den asiatischen Ländern in denen Soja seit vielen hundert Jahren angebaut und verzehrt wird. Toll für alle mit Unverträglichkeiten: Tofu ist laktose-, gluten und cholesterinfrei!

Wer jetzt noch nicht überzeugt ist von dem gesunden Bohnenerzeugnis, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Egal ob Tierfreund oder Fleischliebhaber; jeder kann von einem regelmäßigen Tofuverzehr nur profitieren und somit ein gesünderes und sogar längeres Leben genießen. Eine Portion Tofu pro Woche ist also ab sofort Pflicht!