Sportlernahrung

Alcohol kills the gains

„I got a hangover, wo-oh!“, dröhnt der Song von Taio Cruz fast höhnisch nach einer durchzechten Nacht im Kopf. Na Herrschaften, wieder mal zu tief ins Glas geschaut? Das kennen wir alle. Entweder geplant abgeschossen oder versehentlich mehr getankt als man eigentlich vorhatte. Das Ergebnis ist das gleiche: der Schädel brummt, der Magen rebelliert und das Portemonnaie ist leer. Aber noch viel schlimmer ist, dass unsere Muskeln unter dem Alkohol gelitten haben!

Fast jeder weiß, dass zu viel des Genussgiftes nicht gut für den Körper ist, aber wie stark besonders die hart antrainierten Muskeln unter einem nächtlichen Gelage leiden, ist nicht jedem vollständig bekannt. Aber keine Sorge, ihr Trunkenbolde, wir geben auf dem Gebiet gerne Nachhilfe. 

Und alles dreht sich…

Nach dem Aufwachen und der schrecklichen Erkenntnis, dass man dem Körper wirklich böse geschadet hat, ist erst mal Schadensbegrenzung angesagt. Gemeint ist ein Anti-Kater-Protokoll, das direkt in Kraft treten sollte.

1. Vergesst das „Konterbier“! Es erhöht nur den Alkoholspiegel im Blut und schadet mehr als es hilft.

2. Viel trinken! Der Restalkohol muss ausgespült werden und dazu bedarf es (ausschließlich) Wasser. 

3. Ein Katerfrühstück muss ran! Nehmt eine ordentliche Mahlzeit zu euch, die alles beinhaltet: Proteine, Kohlenhydrate, Fette und vor allem Vitamine.

4. Kaffeepause! So ein Käffchen wirkt wahre Wunder, denn er kurbelt den Kreislauf an und entwässert zusätzlich. Also rein damit.

5. Supplement-Bombe abwerfen! Als gute Anti-Kater-Bombe hat sich folgende Wupp-Mischung bewährt: Multivitamine, Vitamin C, Zink, Kalium, Omega 3 und ggf. ein Fatburner.

Was ist überhaupt letzte Nacht passiert?

So, Selbstheilungsprozess ist eingeleitet. Nun geht es darum, zu verstehen, was überhaupt passiert ist. Und die negativen Effekte sind zahlreich, denn Alkohol …

… entwässert den Körper. Somit ist der Abtransport von Schadstoffen unterbrochen und kommt erst langsam wieder in Gang. Abfallprodukte, wie z.B. Laktat, welche beim Training entstehen, bleiben also an den Muskeln hängen und schädigen diese.

… begünstigt die Ausschüttung von Cortisol. Das Stresshormon ist der natürliche Feind des Sportlers, denn es blockiert die Produktion von Wachstumshormonen. Keine Wachstumshormone, kein Muskelwachstum. 

… schwächt das Immunsystem. Durch Alkoholkonsum weiten sich die Blutgefäße, was zu schnellerem Auskühlen und Energieverlust führt. Perfekte Voraussetzungen für eine Erkältung.

… ist eine Kalorienbombe. Ein Gramm Alkohol hat ganze 7 kcal und das ist eine Menge. Darüber hinaus liefert er uns keine Nährstoffe und begünstigt die Fettspeicherung. Für Athleten in einer Diät also fatal!

… verlängert die Regenerationszeit. Wie bereits angedeutet, kann die Leber keine Abfallprodukte des Trainings verarbeiten, wenn sie mit dem Abbau des Restalkohols beschäftigt ist. Die Folge ist eine verlängerte und ineffektive Regeneration.

… senkt langfristig deine Leistung. Das sogenannte „Muskelgedächtnis“ speichert nicht nur Bewegungsmuster, sondern auch Gewebeschäden langfristig ab. Diese begünstigen Folgeschäden bei späterem Training.

„Nie wieder Alkohol!“

Und auch diesen Satz hat sich wohl schon jeder mindestens einmal zumindest gedacht. Tja, die Liste der Schäden ist lang - und das waren nur die sportspezifischen. Vom leeren Geldbeutel mal ganz zu schweigen! Die Frage ist nun aber, wie ihr dem Ganzen in Zukunft vorbeugt.

Jaja, ein Glas Rotwein kann positive Effekte auf das Herz-Kreislauf-System haben. Das weiß nun auch der Letzte und das ist immer der beliebteste Grund zum Trinken.

Aber wenn man mal auf einer Feier ist, bei der es feucht-fröhlich zur Sache geht, sollte man doch einige Dinge wissen. Beispielsweise empfiehlt es sich, immer reichlich gegessen zu haben. Eine gute Grundlage haut den Trinker nicht gleich vom Hocker. Ebenso beugt man dem starken Wasserverlust vor, indem man die gleiche Menge an Wasser wie Cocktails, Bier, etc. trinkt. So verzögert sich auch der Betrunkenheitsgrad. Dass man nicht jede Runde Kurze mitmachen oder Trinkspiele spielen sollte, dürfte ja wohl klar sein. Bestenfalls orientiert man sich am Abend immer an den Kumpels, die auch nichts trinken, denn neben denen sieht man mit einem Bier in der Hand immerhin wie das bessere Beispiel aus.

In diesem Sinne: Prost, auf die Gains!