Sportlernahrung

Abnehmen mit Apps: Ein Selbstversuch - Teil 1

Foto: Dennis Schmitt

Der Markt ist gefüllt mit neuartigen Apps für Smartphone und Tablet, die uns beim Abnehmen unterstützen sollen. Aber halten diese digitalen Hilfsmittel auch was sie versprechen? Dennis Schmitt hat es für Groundandpound.de einmal getestet.

Wie schnell verliert man 10 Kilo mit einer App? Das habe ich mich gefragt und es einfach vier Wochen ausprobiert. Mit meinem anfänglichen Gewicht von fast genau 100 kg auf 1,95 m bin ich im Grunde zufrieden gewesen. Allerdings hat mich schon lange der Shift in eine niedrigere Gewichtsklasse beim Boxen gereizt. Also habe ich versucht 90 kg-Marke zu brechen. Somit käme ich aus dem Schwergewicht ins Halbschwergewicht und hätte enorme Vorteile gegenüber meinen Gegnern im Kampf. Dabei war das Ziel möglichst wenig Muskelmasse zu verlieren und eher die Fettreserven anzugreifen. Soviel zur Theorie. Und so lief es ab:

Let´s get ready…

Da sitze ich nun vor meinem Smartphone und lade eine App, die mir beim Abnehmen helfen soll. „Lifesum“ heißt sie. Hell, übersichtlich und schnell erklärt. Anfangs stelle ich mein Alter, die Größe, das derzeitige Gewicht und mein Zielgewicht ein. Dann folgt die Frage, was ich denn erreichen möchte. Abnehmen, zunehmen, halten, … das Übliche. Natürlich stelle ich auf Abnehmen und die App rechnet mir aus, wann ich mein Ziel voraussichtlich erreichen werde. 6 Wochen für 10 Kilo. Klingt etwas langsam, versuchen werde ich es aber trotzdem.

Die Gewichtsreduktion soll durch ein Kaloriendefizit erreicht werden, welches bei mir etwa bei 500 liegt. Also rund 1900 kcal pro Tag, die ich essen darf. Das Verfahren läuft ganz einfach ab: was ich esse, suche ich in der Datenbank oder scanne den Barcode des Produktes und trage es in meinem virtuellen Tagebuch ein. Die App errechnet dann wie viele Kalorien und Makronährstoffe ich zu mir genommen habe und trägt es ein. Dabei gilt bei meinem Plan: viele Proteine, wenig Fett, moderat Kohlenhydrate. Das sportliche Training kann ich auch eintragen, die verbrannten Kalorien werden meinem Konto gutgeschrieben und ich kann wieder mehr essen. Ein toller Motivator.

Die erste Woche

Das Eintragen der Mahlzeiten macht durchaus Spaß und fast schon süchtig. Nach jedem Happen trage ich diesen sofort ein und schaue was sich auf meinem Kalorienkonto tut. Anfangs habe ich doch ziemlich oft dieses „Ach-du-Schande-Erlebnis“ wie viele Kalorien und Zucker beispielsweise ein Snickers enthält. Generell weiß man ja, dass Schokoriegel nicht die besten Naturprodukte und Diätlebensmittel sind, aber ab und zu hält diese App einem den Spiegel vor Augen und bringt einen zum Nachdenken. Also ein ganz großer Faktor bei diesem Experiment: die Selbsterkenntnis.

Und dieser begegnet man ziemlich häufig. Das ganze Bewusstsein für Lebensmittel wird einfach wieder mehr geschult. Dass beispielsweise mit einem morgendlichen Leberwurstbrot schon die Hälfte der Fettpunkte für den Tag verbraucht sind, wird mir tatsächlich besser bewusst, weil ich es den ganzen Tag sehe. Ich kann sagen, dass sich die App positiv auf mein Essverhalten auswirkt. Aber abgenommen habe ich außer 850g noch nicht wirklich.

Wie das App-Experiment weitergeht, lest ihr demnächst hier…