Interviews

Zwei gut vorbereitete Göttes, die alles geben werden

Kostja und Dima Götte

Kostja und Dima Götte gehören zu den größten Nachwuchstalenten Süddeutschlands. Bereits als Jugendliche starteten die „Planet Eater" aus Balingen ihre MMA-Karrieren im Amateurlager – und das sehr erfolgreich. Jetzt, mit Anfang 20, versuchen sie sich, auch im Profilager zu etablieren. Ihre nächsten Kämpfe bestreiten Kostja und Dima am 25. Oktober bei Defenders FC 3 in Stuttgart. Vorab hat sich Groundandpound.de mit ihnen unterhalten.

Groundandpound.de: Stellt euch doch bitte kurz vor.
Kostja Götte und sein Trainer Peter SobottaKostja: Hey Leute, ich heiße Kostja Götte, bin 20 Jahre alt und komme aus Balingen. Ich trainiere bei dem Team Planet Eater und betreibe den Sport MMA. Neben dem MMA-Training mache ich eine Ausbildung als Industriekaufmann.

Dima: Ich bin Dimitri Götte, 21 Jahre, komme ebenfalls aus Balingen und betreibe ebenfalls den Sport MMA.

Wie findet man in der schwäbischen Provinz den Weg zum MMA-Sport?
Kostja: Dima und ich sind ziemlich früh zum Kampfsport gekommen. Mit acht Jahren haben wir beide mit Taekwondo angefangen, welches wir ungefähr zwei Jahre praktiziert haben.

Dima: Natürlich wurden wir davor von sämtlichen Filmen wie „Karate Tiger" und „The Quest" geprägt.

Kostja: Irgendwann haben wir einfach gemerkt, der Sport war uns nicht hart genug. In den Filmen von Jackie Chan und Jean-Claude Van Damme sah das Kämpfen einfach heftiger aus... nein, Spaß beiseite: Taekwondo hat uns viel gebracht, doch es hat einfach nach zwei Jahren keinen Spaß mehr gemacht. Nach einer Pause von 2-3 Jahren haben wir unsere ersten Erfahrungen mit Grappling und Kickboxen gemacht – bis ich dann mit 14 Jahren meinen ersten MMA-Kampf bestritt.

Wie ist denn so das Training unter Cousins?
Dima: Wir schauen immer, dass wir uns gegenseitig pushen und helfen uns gegenseitig, wo es nur geht.

Dima Götte bei seinem GMC-Debüt.Kostja: Ich bin ehrlich gesagt sehr froh, so einen Trainingspartner wie Dima zu haben. Das Gute ist, dass Dima und ich nicht nur im Training das Beste aus uns rausholen, sondern auch privat die ganze Zeit zusammen abhängen. Wir machen, kann man sagen, seit wir Kinder sind, alles zusammen. Deswegen können wir auch im Training nie mit voller Wucht gegeneinander Sparring machen. Wir wollen einfach Spannungen untereinander vermeiden und locker miteinander umgehen.

Wie würdet ihr das Training unter eurem Teamchef Peter Sobotta beschreiben?
Kostja: Wir bereiten uns immer hart vor. Peter ist ein hammer Coach, er pusht uns, wo er nur kann und das schätze ich persönlich sehr. Wir trainieren unter dem Motto: „We start where they stop!" Jedes Training versuchen wir an unser Limit zu kommen und uns zu verbessern. Das Training besteht aus vielem Sparring und natürlich Ausdauer- und Krafttraining.

Dima: Peter behält immer den Überblick, pusht einen, falls der Wille oder die Konzentration nachlässt. In der Wettkampfvorbereitung weist er einen speziell auf Fehler hin und gibt Verbesserungsvorschläge.

Wie bereits erwähnt, habt ihr beide sehr früh mit dem Kämpfen angefangen. Wie wichtig sind euch die Erfahrungen, die ihr im Amateurlager gesammelt habt?
Kostja: Die Erfahrungen im Amateurlager waren super! Es war auf jeden Fall wichtig für das Selbstbewusstsein, und nach jedem einzelnen Kampf hat man gesehen, was man verbessern muss. Die Amateurveranstaltungen waren auch sehr professionell veranstaltet, deshalb haben wir schon ein kleines Gefühl gekriegt, wie es ist, auf einer großen Bühne zu stehen.
Dima: Das stimmt. Amateurkämpfe sind wichtig, um die ersten Kampferfahrungen zu sammeln, die später von großem Nutzen sind.

Zu Beginn eurer Karrieren wart ihr eine Weile ungeschlagen, doch dann setzte eine kleine Niederlagenserie ein.
Kostja Götte in seinem letzten Kampf, noch in Führung.Kostja: Ja, das stimmt. Wir haben anfangs viel gewonnen. Und es ist schon hart, dass man jetzt die letzten zwei Fights verloren hat. Doch mein Motto ist: „Was uns nicht umbringt, macht uns stärker." Meine erste Niederlage gegen Marc war nach Punkten. Ich wusste, er ist ein sehr starker Ringer und Bodenkämpfer. Ich hab mich zwar im Stehen gegen ihn gut gefühlt, aber er war an dem Tag einfach der Bessere und hat verdient gewonnen. Es war mir eine Lehre. Ab dem Zeitpunkt wusste ich, dass ich unbedingt an meinem Ringen arbeiten muss. Meine letze Niederlage ist eine Woche her. Ich hab mich in der ersten Runde sehr gut gefühlt und direkt nach ungefähr einer Minute den Rücken erkämpft. Doch ich war zu verbissen, die Submission zu holen und hab mich einfach ausgepowert. Er hat sich super verteidigt, bis es dann in die zweite Runde ging und er mich dann submittet hat.

Dima: Das wurde alles analysiert und an den Fehlern gearbeitet.

Lastet jetzt ein Druck auf euch, bei Defenders FC 3 unbedingt siegen zu müssen?
Kostja: Ein gewisser Druck ist immer da, doch ich ziehe mich jetzt wegen den Niederlagen nicht runter. Ich habe es abgehakt und bereite mich auf meinen neuen Gegner vor. Die nächste Mission heißt Dennis de Leon!

Dima Götte im Kampf gegen Salah Elkas.Dima: Man will natürlich den Sieg, und da man jetzt beide Seiten kennt, geht es mit einer gewissen Vorsicht in den Kampf – die ich aber nicht als Druck bezeichnen würde.

Was können die Zuschauer von euren Kämpfen bei Defenders FC 3 erwarten?
Kostja: Die Zuschauer können sich auf zwei gut vorbereitete Göttes freuen, die alles geben werden, um auf die Erfolgsspur zurückzukommen. Ich bin motiviert wie nie zuvor und bin bereit, den Sieg nach Balingen zu holen.

Dima: Die Zuschauer können erwarten, dass es ordentlich abgehen wird. Bei einer Kampfzeit von 3x3 Minuten kann man so einiges rauslassen, also demnach einen guten und sauberen Kampf.

Was sind eure Ziele für die nächsten Monate?
Kostja: Was nach dem Kampf ist, ist noch nicht bekannt. Ich habe auf jeden Fall vor, dieses Jahr noch auf einem Grappling-Turnier mitzumachen. Das habe ich 2013 ein bisschen vernachlässigt, deshalb wenigstens ein Turnier in diesem Jahr.

Backstage bei guter Laune.Dima: Als erstes steht natürlich der Kampf bei Defenders FC an. Danach würde ich gerne noch einen Kampf machen und natürlich gewinnen, das sind so meine Ziele im sportlichen Bereich.

Die letzten Worte gehören euch.
Kostja: Leute, kommt vorbei und schaut euch die Veranstaltung an. Dima und ich sind motiviert und bereit, die Bühne zu rocken! Don't miss it! Peace.

Dima: Einen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt, um das Interview zu lesen. Schaut im Planet Eater Gym Balingen vorbei und schaut euch selbst mal an, wie wir trainieren, um euch einen besseren Eindruck zu verschaffen.