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Volkan Oezdemir: Aus Niederlagen lernt man mehr als aus Siegen!

Volkan Oezdemir (Foto: Alexander Petzel-Gligorea/GNP1.de)

So gut das letzte Jahr für Volkan Oezdemir begann, so durchwachsen verlief es für den Schweizer. Probleme mit dem Visum, Verletzungen und Niederlagen begleiteten den Senkrechtstarter durch 2018. Doch in London will Oezdemir nun erneut angreifen.

„Das letzte Jahr war sehr hart“, sagte Oezdemir im Interview. „Die Probleme mit dem Visum waren eine andauernde Sache nach der Anzeige, ich konnte also nicht nach Chile fliegen, ich konnte nicht nach Hamburg fliegen, musste Kämpfe absagen. Dann sollte ich in Los Angeles gegen Gustafsson kämpfen und habe mir zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres die Nase gebrochen, dann habe ich in Kanada gekämpft und sollte danach nach Hause fliegen. Jetzt habe ich mein Camp wieder in der Schweiz gemacht, ich habe mich erholt, fühle mich gut mit meiner Familie zuhause und fühle mich bereit, im neuen Jahr anzugreifen.“

Doch aus dem Gedächtnis löschen will der Schweizer das vergangene Jahr nicht. Stattdessen soll es ihn für das neue Jahr motivieren und zu einigen Änderungen in der Herangehensweise des 29-Jährigen führen.

„Ich versuche nicht, das letzte Jahr zu verdrängen. Man muss daraus Kraft ziehen, Adrenalin und Kraftstoff. Man will danach einfach bessere Leistungen bringen. Man lernt aus Niederlagen mehr als aus Siegen. Im Sieg verändert man nur ein wenig am Gameplan und der Technik. Nach Niederlagen nimmt man drastische Veränderungen vor. Wenn man sieht, dass etwas nicht klappt, hat man einen inneren Notstand und ändert Dinge.“

Werden wir also einen neuen Volkan Oezdemir zu sehen bekommen? Der Schweizer hofft, dass sich die vorgenommenen Änderungen am Samstag im Kampf auswirken, damit er wieder wie vor seinem Titelkampf zu schnellen Siegen kommt.

„Da ich in der Schweiz trainiert habe, war es eine andere Situation. Ich habe mich auf meine Kondition und mein Groundgame konzentriert und habe weiterhin versucht, meine Werkzeuge im Stand zu schärfen. […] Ich gehe immer von der ersten Sekunde an nach vorne und versuche, Druck zu machen und ihn in den Rückwärtsgang zu zwingen. Es wird ein Knockout in der ersten Runde für mich.“

Was Oezdemir über Reyes denkt, wo er sich selbst im Halbschwergewicht sieht und wie es mit ihm weitergeht, erfahrt ihr in unserem Interview: