Interviews

Video: Aziz Karaoglu schießt scharf gegen „Internet-Champions“

Aziz Karaoglu (Foto: Elias Stefanescu)

Am 23. Mai wird Aziz Karaoglu bei KSW 31 in Polen gegen UFC-Veteran Jay Silva in den Käfig steigen. Im GNP-TV-Interview spricht er darüber, warum er den Kampf angenommen hat und findet harte Worte für die Kämpfer der deutschen Szene.

Aziz Karaoglu gehört zur alten Garde der deutschen MMA-Szene, stammt aus einer Zeit, in der der Sport tatsächlich noch das regellose Chaos war, als das ihn heute viele Kritiker verschreien. Damals wurde gekämpft, egal gegen wen, egal wo und egal nach welchen Regeln. Inzwischen hat sich daran natürlich einiges geändert. Nach einem Sieg seines Schützlings Kerim Engizek bei GMC 6 am vergangenen Samstag, erklärt der 38-Jährige im Interview mit Groundandpound-TV, dass er damit aber so seine Probleme hat.

"Wenn ich die heutige Zeit sehe – ich möchte gar keine Namen nennen – (und die Leute) sich so anscheißen und in die Hose machen gegen bestimmte Gegner“, ärgert sich Karaoglu.

„Die wollen nicht kämpfen, die wollen sich die Gegner aussuchen. Und das ist momentan sehr schade. Diese Jungs, die meisten von denen sind Internet-Weltmeister. Die haben im Internet so viele Klicks, aber was haben die geleistet im Kampf? Was ich damit sagen will, ist, dass die Jungs zu viel Politik machen, zu viel über Internet gehen, und die meinen, die wären etwas, obwohl die gar nichts sind.“

Karaoglu hat in seiner Karriere bislang 13 Kämpfe bestritten, sieben davon gewonnen. Seine Niederlagen kämen daher, dass er stets gegen jeden Gegner angetreten sei, auch mit kürzester Vorbereitungszeit, erklärt er. Unter anderem stand er bereits gegen UFC-Kämpfer Jan Blachowicz im Käfig, sprang 2013 bei KSW 22 mit nur wenigen Tagen Vorbereitung gegen Piotr Strus ein, den er per Knock-out besiegen konnte. Am 23. Mai wird er dort auf einen weiteren UFC-Veteranen treffen: Jay Silva. 

„Wo bist du, gegen wen hast du gekämpft? Das ist die Frage. Und deshalb hat man mich gefragt: ‚Guck mal, du wirst in zwei Jahren 40, du hast so viele Verletzungen, warum kämpfst du gegen Jay Silva?’ Ich habe gesagt, ich will gegen die Besten kämpfen, damit ich um den Gürtel kämpfen kann! Die Jungs, die da waren oder auch hier sind, die stellen sich nicht den harten Gegnern. Die suchen sich aus: ‚Ja, der ist Ringer, gegen den kann ich boxen.’ Das ist das Problem. Aber wenn die wirklich in die UFC kommen sollten, dann werden die ihr blaues Wunder erleben.“

Karaoglu nennt keine Namen, lässt Raum für Spekulationen, beruft sich aber immer wieder auf deutsche Kämpfer, die das Medium Internet für sich nutzen, um ihre Karrieren dort zu befeuern.

"Damit habe ich gar keine Probleme, weil die guten Jungs wissen ganz genau, dass das Pflaumen sind; die, die über Internet meinen, die wären die Besten. Die guten Jungs [...] lachen über diese Leute“, so Karaoglu. „Die wollen in die UFC kommen, nur mit einer guten Statistik. Aber du musst auch mal antesten. [...] Die Jugend momentan, die Jungs in der Szene, das ist schon lächerlich. Die rappen, die singen, die machen, die tun. Das hat mit Sport gar nichts mehr zu tun. Die sollen lieber in den Entertainment-Bereich gehen und die Leute belustigen, anstatt zu kämpfen."

Kämpfen, das wird Karaoglu am 23. Mai. Gegen den fünf Jahre jüngeren Silva wird er als Außenseiter ins Rennen gehen. Der ist immerhin der letzte Kämpfer, der Mittelgewichtschampion Michal Materla besiegen konnte. Karaoglu ist das egal, er hat den KSW-Titel im Blick.

"Ich sage nicht, dass ich gewinne. Ich sage, ich gebe mein Bestes“, erklärt er. „Wenn ich gewinnen sollte, will ich bei KSW gegen Materla kämpfen!"