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Uwe Göbkes: „Es gibt nichts zu beweisen!“

Uwe Göbkes - den Fokus auf den 5. September gerichtet. (Foto: Silke Vondenhoff)

Am 5. September startet mit UGC I (Unique German Championship) eine neue Veranstaltungsreihe in Aachen. Zwar ist MMA dort nicht neu, dafür dürfen sich die Freunde der gemischten Kampfkünste auf den ersten reinen MMA-Event freuen, welcher im Käfig stattfinden wird. Doch damit nicht genug, denn niemand geringeres als der Chef des Mujoken Ki Dojos, Uwe Göbkes, wird an diesem Abend selbst zu einem MMA-Kampf in das Achteck steigen.

Uwe, am 5. September steigt in der Aachener Eissporthalle eure nächste Veranstaltung. Wie laufen die Vorbereitungen?
Die Vorbereitungen laufen wie gewünscht und ich bin dieses Mal wirklich glücklich, dass mein Team mir die meiste Arbeit abnimmt.

Diese wird allerdings nicht, wie man es aus der Vergangenheit kennt, den Titel „Champions Night“ tragen, sondern „UGC“ lauten. Was genau verbirgt sich dahinter?
UGC - Unique German Championship - dahinter verbirgt sich eine neue Veranstaltungsserie, welche für alle MMA-Liebhaber im Oktagon stattfinden wird.

Wie seid ihr auf UGC gekommen und warum seid ihr nicht einfach bei der Champions Night geblieben?
Mit der Champions Night haben wir seit Jahren eine sehr erfolgreiche Serie, die in ihrer Art und Form in den nächsten Jahren genau so beibehalten werden soll. Darüber hinaus wollen wir für alle MMA-Liebhaber eine zweite Serie in Aachen etablieren und unser Team war der Überzeugung, dies auch namentlich sowie vom Konzept her von der Champions Night zu trennen. Ich habe mich da sehr gerne von meinem Team überzeugen lassen.


Uwe Göbkes überlässt auch im Training nichts dem Zufall. (Foto: Silke Vondenhoff)

Auf was genau dürfen sich die Zuschauer und Kampfsportfans am 5. September alles freuen?
Zumindest die Aachener dürfen sich auf ihr erstes heimisches Oktagon-Event freuen. Darüber hinaus glaube ich, dass wir eine gute Fightcard auf die Beine stellen werden. Es werden 15 bis 18 MMA-Kämpfe stattfinden, wobei wir über 10 Pro-Partien auf dem Programm haben werden. Hierbei freuen wir uns natürlich auf unsere direkten Nachbarn aus Holland und Belgien, welche mit Top-Kämpfern am Start sein werden.

Auf der letzten Veranstaltung im April wolltest du eine Bombe platzen lassen, hast dann aber doch nicht die Katze aus dem Sacke gelassen. Also, Butter bei die Fische, wie man so schön sagt!
Auf der letzten Veranstaltung wollten wir eigentlich dieses Event und meine persönliche Teilnahme als Wettkämpfer bekanntgeben, aber was soll ich sagen, ihr wart ja dabei, es war so laut und euphorisch, dass uns wahrscheinlich eh niemand in der Halle verstanden hätte. (lacht)

Was veranlasst dich selbst in den Ring bzw. Käfig zu steigen?
Das ist ganz einfach zu beantworten. Ich möchte nach all den Jahren einfach gemeinsam mit meinem Team Spaß haben, gemeinsam vorbereiten, hungern, fiebern und gemeinsam genießen. Hierbei geht es sich für mich null um Gewinnen oder Verlieren, sondern darum Spaß zu haben und zu sehen was in der Vorbereitung in meinem Alter noch geht. Es gibt nichts zu beweisen oder zu erreichen, ich gönne mir den Luxus nach all den Jahren als Trainer und Promoter noch einmal nur Sportler zu sein. Und ich muss sagen, ich genieße es sehr.


Schlagkräftig gehts im Training zu. (Foto: Silke Vondenhoff)

Warum gerade MMA und nicht K-1, wo der Trainingsaufwand doch sicherlich um einiges geringer ist.
Ich begann meine Kampfsportkarriere im Alter von 12 Jahren, gleichzeitig mit Boxen und Jiu Jitsu, also von Anfang an im Stand wie im Boden und mit Würfen und Griffen. Im MMA fühle ich mich einfach am wohlsten. Natürlich ist der Trainingsaufwand groß, aber da ich eh jemand bin, der das Training an sich liebt, mache ich von Hause aus sowieso lieber mehr als weniger. Auch wenn ich gestehen muss, dass es in meinem Alter schon mal ein bisschen mehr weh tut. (lacht)

Denkst du, dass die nicht unerhebliche Belastung zwischen Veranstalten und selbst Kämpfen nicht doch zu einem Problem führen könnte?
Nein, da mein Team, allen voran Hubert, Sascha und Silke sowie unsere Trainer, mir das Meiste abnehmen. Also da wird es von meiner Seite keine Entschuldigung oder Alibis geben, sollte ich aus irgendeinem Grund nicht meine Leistung bringen.

Wie groß ist der Druck, wenn du überhaupt welchen verspürst, wenn du auf deinen Kampf am 5. September blickst?
Da es für ich nichts zu beweisen gibt und ich außer mir selbst niemanden gerecht werden will, verspüre ich wirklich momentan nur Vorfreude.

Der Zuspruch der Fans wurde in den letzten Jahren von Veranstaltung zu Veranstaltung immer größer. Was macht in deinen Augen den Erfolg im Team Mujoken Ki aus?
Mein Team und ich selbst sind einfach immer gleich geblieben, wir sind ganz normale Mädels und Jungs aus der Stadt, ob Erfolg oder nicht, freuen wir uns nach wie vor über jeden der mit uns ein Wort über unseren Sport wechselt. Ob im Gym oder beim Einkaufen, wir sind und bleiben immer mittendrin und jeder ist in unseren Gym sowie auf unseren Veranstaltungen herzlichen Willkommen. Mein Team ist gewachsen und im Großen und Ganzen seit Jahren zusammen geblieben, so dass wir ein sehr familiäres Verhältnis zueinander haben.


Uwe Göbkes und sein erfolgreiches Team. (Foto: Silke Vondenhoff)

Ist es vielleicht auch damit zu erklären, dass der Umzug von Würselen einfach der notwendige Schritt war, damit man sich noch breitgefächerter aufstellen kann?
Nein, der Zuspruch auf dem Land war eigentlich ähnlich wie jetzt in der Stadt. Wobei natürlich die Nähe zum Tivoli und dem CHIO-Gelände dazu beitragen, dass wir ganz anders im Fokus stehen.

Mit Shaun Waltmans, Rochel Gumulio, Jenny Altdorf oder Marcel Blank hast du sehr vielversprechende Kämpfer in deinen Reihen. In welchem heute noch unbekannten Talent traust du in der Zukunft eine Menge zu?
Um diese Frage ausreichend zu beantworten müssen wir das Interview verlängern, aber jetzt im Ernst. Wir haben momentan ca. 50 aktive Wettkämpfer von jung bis alt, welche mich absolut beruhigt in die Zukunft blicken lassen. In den letzten 14 Monaten hatten wir mit Shari Reinhard, Islam Aliev und Lilly Kiesling darunter drei ISKA-Juniorenweltmeister.

Bei der letzten Veranstaltung lief der Vorverkauf so gut wie noch nie. Wie schaut es diesmal aus? Müssen die Leute, welche Interesse haben die Veranstaltung zu besuchen, schon wieder zittern?
Da beim letzten Mal die Sitzplätze zwei Wochen vorher ausverkauft waren, haben wir diesmal vorsichtshalber das Kontingent auf 1800 Sitzplätze erhöht. Das sind noch einmal 200 Plätze mehr als im April.


Im Training mit Schützling Shaun Waltmans. (Foto: Silke Vondehoff)

Eine ganz andere Frage. Man kennt dich im Gym, auf Veranstaltungen, beim Personal-Training – die Freizeit ist begrenzt. Wie entspannt Uwe Göbkes? Ein Buch, Angeln, Spazieren, es muss doch etwas geben.
Der Mensch Uwe Göbkes entspannt und genießt die Stunden in der Natur mit seiner Hündin. Hier haben sich zwei Seelen gefunden, die im Einklang durchs Leben gehen.

Die abschließenden Worte in unserem Interview, sie sollen natürlich unserem Gast gehören.
Vielen Lieben Dank an dich und euer Team für die Tolle Arbeit und den Einsatz für unseren Sport. Und natürlich ein großes Dankeschön für dieses Interview, welches ich eher stellvertretend für mein Team, als für mich selbst gebe. Eine kleine Bitte an alle Kampfsportfreunde: Lasst uns immer miteinander unsere Wege gehen und nicht in Neid, Missgunst und Konkurrenz denken und fühlen. In diesem Sinne, danke an alle die in irgendeiner Art und Weise meinen/unseren Weg kreuzten.