Interviews

Trainer: „Abus gehört in die UFC, ich verstehe deren Politik nicht“

Abus Magomedov und Trainer Mike Cüppers (r.) (Foto: Dorian Szücs)

Combat-Club-Cologne-Coach Mike Cüppers äußert sich zur Einstellungspolitik der UFC, Bilanzpflege und fehlenden Top-Duellen in Deutschland.

Das MMA-Turnier der 8. Merseburger Fightnight stand unter dem Motto "Best of the Best" und sollte dementsprechend ausschließlich Paarungen aus den German Top Ten bis 77 Kilo bieten. Am Ende war der Kölner Abus Magomedov (GTT Rang zwei) der einzige aus der deutschen MMA-Rangliste, der angetreten ist. Alle anderen Plätze wurden mit internationalen Kämpfern besetzt. Das Veranstalterduo Ingo Baberski und Mathias Gäbler musste lernen, was in der deutschen MMA-Szene seit langem kritisiert wird: Duelle zwischen den Top-Kämpfern unseres Landes kommen nur selten zustande.

„Ich habe direkt zugesagt, aber auch gesagt, das wird sehr schwer werden, weil seit Jahren habe ich gegen Top-Ten-Kämpfer nicht gekämpft“, erinnert sich Magomedov an das Telefonat mit beiden Promotern. Viele Kämpfer kennen sich, trainieren gemeinsam. Das viel größere Problem ist jedoch: Niemand will eine Niederlage riskieren, viele wählen oftmals lieber vermeintlich leichtere Gegner. Denn fast alle träumen von der UFC, doch ohne eine beeindruckende Bilanz bleiben deren Tore in der Regel verschlossen.

„Die Leute, die sich Hoffnung auf die UFC machen, müssen natürlich darauf aufpassen, dass sie ihre Bilanzen sauber halten“, weiß auch Magomedovs Coach Mike Cüppers. Der hat in seinem Combat Club Cologne vor einigen Jahren einen Kämpfer trainiert, der inzwischen für der UFC antritt: Judo-Ass Nick Hein. Mit Bellator-Veteran Jonas Billstein hat er aktuell zudem einen vielversprechenden UFC-Kandidaten im Kader. Er findet, den Kämpfern kann man im Grunde keinen Vorwurf machen.

„Der Vorwurf ist eigentlich der Politik der UFC zu machen“, ärgert er sich. „Ich verstehe deren Politik nicht. Ich würde mir die Kämpfer angucken und auch Kämpfern, die gute Kämpfe machen und verlieren, eine Chance geben und nicht nur einfach stur auf die Bilanzen gucken. Ich weiß nicht, wie das da abläuft. Ich hätte zehn Angestellte, die den ganzen Tag nichts anderes machen, als sich die Videos angucken und zu sagen: 'Hey der hat 'nen attraktiven Stil, das sind gute Kämpfer'. Da kann man auch ein paar Risiken eingehen und zeigen was man kann; und sagen: 'Ich mache einen knackigen Kampf, auch wenn ich den verliere habe ich immer noch eine Chance'. Aber ohne eine 10-0er-Bilanz oder 11-1er-Bilanz hat man ja fast keine Chance. Und das ist das Problem. Das liegt nicht an den Kämpfern, ich kann einige da schon verstehen.“

Magomedov sagt von sich selbst, er kämpfe gegen jeden, hat bisher lediglich zwei Niederlagen in seiner Bilanz. Das Turnier in Merseburg sollte für ihn eine Möglichkeit sein, gleich zwei wichtige Siege einzufahren - denn auch sein Ziel lautet UFC. Statt zwei Siegen gab es jedoch nur einen. Weil sich der Sieger des zweiten Halbfinalkampfes verletzt hatte, fand kein Finale statt, Magomedov war nach nur einem Kampf Turniersieger. Bitter, sagt sein Trainer, denn die Herausforderungen in Deutschland gehen dem 1,87 Meter großen Weltergewicht langsam aus.

„Inzwischen zeichnet sich ab, dass in Deutschland niemand mehr gegen ihn kämpfen möchte“, so Cüppers. „Der Peter (Sobotta, GTT-Nummer-eins bis 77 Kilo) ist schon in der UFC, da ist sonst niemand mehr in der Gewichtsklasse. Es steht nichts Konkretes an, aber der Weg ist klar. Der Abus will in die UFC und da gehört er hin.“

Das gesamte Interview gibt es hier zu sehen: