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Taha fordert Lineker: "Den würde ich schlafen schicken!"

Foto: Nazaryi Kryvosheyev/GNP1.de

Mit seinem 25-Sekunden-K.o. bei UFC 236 konnte der Dortmunder Khalid Taha vor wenigen Wochen einige Blicke auf sich ziehen. Nun wirft er selbst den Blick nach vorn und fordert große Namen seiner Gewichtsklasse: Shooting-Star Sean O’Malley und den brasilianischen Haudegen John Lineker.

Khalid Tahas Dreijahresplan steht. Bis 2022 möchte er um den UFC-Titel kämpfen, antwortete der 27-Jährige auf eine Zuschauerfrage im Schlagwort Podcast. Schon in näherer Zukunft soll der Sprung in die offizielle UFC-Rangliste gelingen. 

„Ich denke, ich mache noch zwei Kämpfe und dann schnappe ich mir jemanden aus den Top 15“, so der 27-jährige Bantamgewichtler, der seit vergangenem Jahr in der UFC kämpft und sein Debüt mit nur drei Wochen Vorbereitung bei UFC Hamburg gegen den Federgewichtler Nad Narimani nach Punkten verlor. Nach seinem Blitz-K.o. gegen Boston Salmon, für den er bei UFC 236 nur 25 Sekunden benötigte, zeigt die Kurve für Taha nun wieder steil nach oben. Um den Sprung an die Spitze möglichst schnell bewerkstelligen zu können, braucht er große Namen als Gegner – und hat bereits den einen oder anderen im Hinterkopf: 

„Ich würde ehrlich gesagt sehr, sehr gerne Sean O’Malley kämpfen. Der ist erstens ungeschlagen, was mich sehr reizt. Er ist ein Striker. Und ich glaube, er ist der größte in der Gewichtsklasse und ich bin der Kleinste. Wäre also ganz lustig, glaube ich“, lacht Taha. „Ich kann mir vorstellen, dass das richtig geil wäre, wie er versucht, mich auf Distanz zu halten, ich die Distanz überbrücke und reinknalle, das könnte richtig geil sein. Ein richtig geiles Ding.“

O’Malley ist allerdings bereits verplant, trifft bei UFC 239 im Juli auf Marlon Vera. Taha wünscht „Sugar“ Sean, dass er diesen Kampf gewinnt, weil er der erste sein will, der den jungen Shooting-Star schlägt. 

„Ich glaube, er ist extrem gehyped momentan, meiner Meinung nach overhyped“, so Taha, der allerdings nicht glaubt, dass er schon in der Position ist, einen solchen Kampf zu bekommen. „Wenn doch, würde ich ihn auf jeden Fall annehmen.“

Ein weiterer interessanter Gegner für den schlagstarken Libanesen wäre der Brasilianer John Lineker, der am vergangenen Wochenende nur knapp dem aufstrebenden Cory Sandhagen unterlag. 

„Lineker ist, wie der Kampfname schon sagt: Hands of Stone: Wenn er trifft, dann scheppert‘s aber richtig. Aber ich finde, er ist sehr, sehr leicht zu durchschauen“, sagt Taha. „Er kommt, er stellt dich und wenn du stehen bleibst, ballert er raus. Das ist so ein Ding: Ich glaube, den würde ich so schlafen schicken.“

Taha und Lineker sind sich in vielen Dingen recht ähnlich, beide sind K.o.-gefährliche Striker und gehören zu den kleineren Kämpfern der Gewichtsklasse (Linker ist 1,60 Meter, Taha 1,70 Meter). Laut Taha gibt es aber einen gewaltigen Unterschied: 

„Der Unterschied ist das Striking, das ist (bei mir) nicht nur geballte Power. Ich habe ganz, ganz oft gesehen, dass es so vielen Leuten fehlt, überhaupt in den Kampf reinzukommen. Gerade beim MMA siehst du niemals wie jemand reinkommt mit einem schönen, sauberen Jab oder den Jab des Gegners pariert. Das siehst du nicht. Die stehen und warten und dann feuern sie raus. Und das ist auch genau das, was Lineker macht. Aber gerade im Bantamweight und gerade bei mir siehst du, dass ich mich bewege. Mein Kollege nennt mich immer Ping Pong (lacht). Ich mache 15 Minuten lang Level Changes, hoch und runter, links und rechts, ich wechsle die Auslage. Sowas (wie Lineker tut) klappt bei mir nicht. Ich schlage auch sehr hart. Deswegen denke ich, dass ich ihm da auf jeden Fall überlegen wäre. Er hat natürlich eine mega Erfahrung, war mal Top-Fünf. Das wäre hundertprozentig ein extremer Sprung für mich.“

Der deutlich erfahrenere Lineker ist seit 2008 Profi, kämpft seit 2012 in der UFC – einem Jahr bevor Taha seine eigene Profi-Karriere begann. Er stand bereits mit Ex-Champion TJ Dillashaw im Octagon und hält Siege über John Dodson und Michael McDonald. 

Ob es je zu einem Kampf zwischen den deutschen und den brasilianischen Betonfäusten kommen wird, ist ungewiss. Taha zumindest richtete sicherheitshalber freundliche Grüße an Sean Shelby und Mick Maynard, die Matchmaker der UFC: „Let’s do it!”