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Stephan Pütz: Ich rede nicht über Verletzungen, aber dieses Mal war es offensichtlich!

Stephan Pütz (Foto: Alexander Petzel-Gligorea/GNP1.de)

Er ging als großer Favorit in die zweite Titelverteidigung, am Ende musste Stephan Pütz die ein oder andere knifflige Situation im Titelkampf gegen Idris Amizhaev überstehen. Die Verletzungen des Champions, die im Kampf sichtbar wurden, will der Frankfurter aber nicht als Ausreden geltend machen.

„Verletzungen sind keine Entschuldigungen, ich kommuniziere das normalerweise auch nicht, aber dieses Mal war es einfach offensichtlich, dass ich verletzt bin“, sagte Pütz nach dem Kampf im GNP1TV-Interview. „Ich denke, das kann man nicht dementieren. Wir haben uns dazu entschlossen, den Kampf trotzdem anzutreten, haben dementsprechend trainiert und alles hat gut geklappt auch wenn es ein, zwei unschöne Situationen gab, in denen meine Stabilität nachgelassen hat.“

Pütz stand erst drei Monate zuvor in München im Käfig und verteidigte den Titel gegen UFC-Veteran Joachim Christensen. Gemeinsam mit den Teamkollegen Max Coga und Saba Bolaghi reiste er nun nach Berlin, um in der Bundeshauptstadt den Titel gegen Idris Amizhaev zu verteidigen. Die Probleme mit dem Knie seien jedoch erst im Kampf wirklich akut gewesen.

„Ich habe mich vor drei Wochen im Ringertraining verletzt“, erklärte Pütz. „Mein Bein ist gesperrt worden. Mein Unterschenkel ist stehengeblieben, der Oberschenkel rotiert und irgendwas hat einen kleinen Riss im Knie abbekommen. Diese Instabilität hatte ich anfangs gar nicht, das hat sich jetzt erst im Kampf entwickelt, aber alles ist gut gegangen.“

Dabei hatte man anfangs noch die Befürchtung, dass der Titel in Berlin wechseln würde. Pütz wich teilweise nach Leg Kicks zurück und fiel an einer Stelle des Kampfes sogar auf die Matte. Am Ende reichte es trotzdem für den Sieg. Pütz verlagerte das Duell gegen Amizhaev auf den Boden, bewegte sich dort in die Full Mount und machte dann in der dritten Runde mit Schlägen den Sack zu. Ganz so, wie es geplant war.

„Ich baue meine Kämpfe eigentlich über den Stand auf“, so Pütz. „Dieses Mal haben wir das verändert, weil ich die Fußarbeit nicht hatte. Ich wollte durch die Mitte kommen, die Winkel zu kreieren und ihn aus diesen Winkeln zu werfen und am Boden entweder zu submitten oder mit Ground and Pound zu kontrollieren. Also ganz so, wie es dann auch abgelaufen ist, nur noch ein wenig dominanter.“

Dabei hatte Pütz auch einen respektvollen und sportlich fairen Gegner, der nicht durch die Verletzung des Champions den Titel holen wollte und sich mit Leg Kicks gegen das verletzte Bein zurückhielt. Ganz sauber lief es jedoch nicht ab, eine Ermahnung wegen Schlägen auf den Hinterkopf gab es in der zweiten Runde, doch Pütz macht Amizhaev da keinen Vorwurf.

„Ich habe einen recht großen Cut am Hinterkopf“, erklärte der Frankfurter. „Sowas passiert im Kampfsport im Eifer des Gefechts, jeder will finishen und da wird es manchmal etwas unpräzise. […] Es ist natürlich nicht schön, da Ellenbogen in der Unterlage abzukriegen, aber meine Güte, es ist kein Schach.“

Das komplette Interview mit dem GMC-Champion findet ihr hier: