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Stefan Larisch vor M-1-Debüt: „Die lange Siegesserie gibt mir Rückenwind!“

Stefan Larisch (Foto: Nazariy Kryvosheyev/GNP1.de)

Stefan Larisch wird am 19. Februar seinen ersten MMA-Kampf außerhalb Deutschlands bestreiten. Bei M-1 Challenge 64 in Moskau trifft die aktuelle Nummer sieben der deutschen Weltergewichtsrangliste auf den Russen Maxim Grabovich (GNP1.de berichtete). Wir sprachen mit dem 31-jährigen Luta-Livre-Schwarzgurt aus Lindlar vor seinem Auftritt in Russland.

GNP1.de: Nach einer holprigen Anfangsphase deiner MMA-Karriere konntest du inzwischen sieben Siegen in Serie einfahren. Was hast du umgestellt?
Stefan Larisch: MMA trainiert (lacht). Als ich meine ersten Kämpfe gemacht habe, bestand mein Training eigentlich nur aus Grappling. Ich wollte wissen, wie gut ich damit im MMA bestehe. Naja, waren nicht die leichtesten Gegner und hat nicht immer geklappt. Grappling ist jetzt zwar noch immer die Basis meines Trainings, aber die ganze Sache ist komplexer geworden und mehr aufs MMA ausgerichtet.

Was hat sich über die letzten Jahre geändert und warum glaubst du, bist du jetzt stärker denn je?
Ich habe im Training gute Leute um mich herum und nehme im Training viel mit, aber ich denke auch, dass Kampferfahrung eine wichtige Rolle spielt. Mein Ziel ist es, mich von Kampf zu Kampf weiterzuentwickeln und ich glaube, dass ich da mit meinem Team und allen, die mich im Training unterstützen, einen ganz guten Job hinlege.

Wie stolz bist du, eine so lange Siegesserie aufweisen zu können und wie wichtig ist es dir, diese aufrechtzuerhalten?
Eigentlich denke ich immer von Kampf zu Kampf und mach keine langen Pläne, aber die lange Siegesserie gibt mir Rückenwind in der Vorbereitung. Der Kopf spielt beim Kämpfen eine große Rolle und wenn man die letzten Fights dominieren konnte, ist es leichter sich richtig auf den nächsten einzustellen. Verlieren ist also erst mal nicht geplant (lacht).

War es dir klar, dass es nur eine Frage der Zeit sein wird, bis du große Kämpfe im Ausland angeboten bekommst – oder gab es diese schon vorher und du hast damit gewartet, bis deine Leistung/dein Niveau stimmte?
Nein, das war bei mir gar nicht so im Fokus und bisher hatte ich auch keine Angebote. Der Gedanke kam mir immer mal in den Kopf, aber ich hatte keine fixen Pläne. Umso überraschter war ich, als das Angebot von M-1 kam. Ich danke Peter Angerer sowie Adrian und Lusen Bakos, die mir diese Chance ermöglicht haben und freue mich sehr auf den Kampf!

Es wird dein erster MMA-Kampf im Ausland. Ist es eine positive Sache oder eher mit mehr Druck verbunden?
Ich sehe das sehr positiv. Mal ganz unabhängig vom Kampfausgang, wird es eine riesige Erfahrung für mich, bei einem so großen Label zu kämpfen. Natürlich will ich da auch zeigen, was ich kann und im Ring keine dummen Fehler machen. Ich bin aber auch überzeugt, dass ich das schaffe und nehme wie gesagt ein bisschen Rückenwind aus den letzten Begegnungen mit. Meine Vorbereitung läuft super. Ich hab ein starkes Team um mich. Spitzen-Trainer und Sparringspartner. Kann nix schief gehen.

Was hältst du von deinem Gegner, Maksim Grabovich?
Ich hab mir seine Kämpfe angeschaut und an Maksim gefällt mir, dass er ein echter Sportsmann ist. Ich hab zwar nur einen kleinen Eindruck aus den paar Videos, aber er scheint sehr fair zu sein und auf Trash-Talk und ähnliche Spielchen zu verzichten. Ich schätze, bei ihm steht der sportliche Wettkampf genauso im Fokus wie bei mir. Eine gute Basis für ein starkes Match.

Auch wenn er noch nicht so lange im MMA unterwegs ist, nimmt er viel Kampferfahrung aus seiner Sambo-Laufbahn mit und auch der Ring von M-1 ist für ihn kein ungewohntes Terrain. Sicher ein starker Gegner. Aber so soll es ja auch sein (lacht).

Wovor musst du dich bei ihm hüten?
Ungewohnt ist für mich auf jeden Fall die Rechtsauslage. Aber wir haben das im Training simuliert und ich bin darauf eingestellt. Ansonsten erwarte ich starkes Ringen, aber das ist auch nichts Ungewohntes.

Wie wichtig ist dir dieser Sieg in Russland, auf so großer Bühne bei M-1? Jeder Sieg ist mir wichtig. Von diesem erhoffe ich mir, dass ich öfter die Gelegenheit bekomme für M-1 zu kämpfen! Bin echt gespannt auf so einer großen Bühne zu stehen.

Sollte es klappen, was wird die Zukunft bringen? Und hast du dir Gedanken gemacht, wie es weitergeht, falls du nicht gewinnst?
Wie eben schon erwähnt, denke ich meist von Kampf zu Kampf, ohne zu große Pläne. Wenn es gut läuft, ergeben sich sicher Möglichkeiten für weitere gute Kämpfe bei M-1. Sollte es nicht klappen, läuft alles normal weiter. Der nächste Fight steht ja im April schon. Egal wie es ausgeht, man wird mich noch ein paarmal im Ring sehen (lacht).

Wie zufrieden bist du mit deinem Team, wie laufen die Vorbereitungen?
Ich liebe mein Team! Ne starke Truppe, die auch viel dafür tut, mich bei meiner Vorbereitung zu unterstützen. Ich werde sicher in Lindlar bleiben, ist ja mein Team. In der Vorbereitung trainiere ich aber immer auch in anderen Gyms. Beim Team Andyconda ist ja eh mein zweites Zuhause und fürs Grappling kann ich mir auch nichts Besseres wünschen. Ansonsten arbeite ich im Moment viel mit Rainer Prang vom Wolfpack Cologne.

Wir sind schon lange befreundet und er steht mir immer zu Seite. Mit den Jungs vom Wolfpack mache ich auch regelmäßig Sparring. Wir hatten bei uns in Lindlar Trainingsbesuch vom Mujoken-ki Dojo aus Aachen. Ottmann Azaitar, sein Bruder Abu und Abus Magomedov unterstützen mich beim Sparring. Ich war für ein kurzes Trainingscamp bei den Wombats in Paderborn. Es gibt also viele, die mich unterstützen und ich bin allen sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit!

Nach deinem Auftritt in Russland wirst du bei Respect.FC 16 gegen David Zawada um den vakanten Respect.FC-Titel sowie um deinen Shooto-Titel kämpfen. Machst du dir jetzt schon Gedanken über den Auftritt?
Ich freu mich drauf in Köln, quasi vor der Haustür, zu kämpfen. Gegen David wird sicher auch ein cooles Match und das sollte sich kein Kölner entgehen lassen! Aber der Fokus liegt erst mal auf Moskau. April ist ja noch ein bisschen hin.

Danke dir für das Interview.
Danke GNP1!