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Peter Sobotta: „Mein Gegner sieht aus wie 'ne Wurst!“

Peter Sobotta in Melbourne (Foto: Sobottas Facebook)

Am Samstag wird Deutschlands Nummer-eins-Weltergewicht Peter Sobotta bei UFC 193 vor 70.000 Zuschauern im Etihad Stadium in Melbourne gegen den erfahrenen Veteranen Kyle Noke in den Käfig steigen. GNP1 hat vorher mit ihm gesprochen.

GNP1: Die Fightweek des größten UFC-Events der Geschichte ist in vollem Gange. Wie sehr stört der Rummel?
Peter Sobotta: Es hält sich in Grenzen. Die ganze Aufmerksamkeit fällt hier auf die starke Main-Card, mit so vielen Stars, für die sich die Leute interessieren. Ich habe relativ wenig zu tun. Verglichen mit einem Deutschland-Event ist das hier wie Urlaub für mich.

Du bist schon vor einigen Tagen angereist. Urlaub hast du seitdem hoffentlich nicht gemacht?
Ich nehme das hier sehr ernst, habe Geld investiert, mein Team eingeflogen und ein Haus gemietet, alles auf eigene Kosten – und Australien ist nicht billig. Ich bin hier mittlerweile schon seit zehn Tagen. Unser Haus stand quasi mitten im Wald. Das war richtig Rocky-mäßig, wir haben morgens immer draußen trainiert, sind mittags ins Gym gegangen. Das war eine super Zeit.

70.000 Zuschauer passen am Samstag in die Arena. Hast du dir das Ding schon einmal angeschaut?
Riesig! Wir haben uns mal einen Abend freigenommen und sind zum Stadion gefahren, um uns das von außen anzugucken. Ein riesiges Ding, mitten in der Stadt.

Um so ein Stadion vollzukriegen, braucht es eine MMA-verrückte Nation. Wie ist die Stimmung in Australien?
Wo wir auch hingehen, Leute jeden Alters sind sehr interessiert und wollen wissen, woher wir kommen, usw. Jeder Zweite den wir treffen hat Tickets, selbst ältere Frauen oder Opis. Das Ding ist ausverkauft. Man kann das mit Deutschland nicht vergleichen.

Bist du deinem Gegner Kyle Noke schon über den Weg gelaufen?
Ich bin heute erst im Hotel eingecheckt und habe ein bisschen Medien-Zeug gemacht. Einmal war ich trainieren, seitdem hänge ich auf dem Zimmer rum. Ich bin ihm noch nicht über den Weg gelaufen, aber mein Trainer hat ihn schon gesehen. Hat gemeint, er sieht aus wie ne Wurst! (lacht)

Du hast schon einige Kämpfe auf dem Buckel. Ist der größte Event aller Zeiten da trotzdem noch etwas Besonderes?
Man merkt bisher keinen großen Unterschied, dass es größer als sonst ist. Es ist ein bisschen ungewöhnlich, weil die Fights schon vormittags beginnen und auch das Wiegen um neun Uhr morgens ist, wir also nachts aufstehen müssen, um Gewicht zu machen. Aber das ist für mich bisher der einzige Unterschied. Das ist jetzt mein sechster Kampf in der UFC, aber ich habe auch als Trainer schon unzählige mitbetreut und es ist hinter den Kulissen wirklich immer wieder der gleiche Ablauf, ob das eine kleine Fight Night in Berlin ist oder der größte Event der Geschichte in Melbourne.

Ist die ungewöhnliche Startzeit morgens eher ein Vor- oder Nachteil?
Vorteil oder Nachteil kann man nicht sagen, weil es ja für alle gleich ist. Im Vergleich zu anderen Veranstaltungen vielleicht schon, aber meinem Gegner Kyle Noke geht es ja nicht anders. Der muss auch früh aufstehen. Für meinen Rhythmus ist es aber perfekt. Der ist so eingestellt, dass ich um halb zehn Abends schlafe und sechs Uhr morgens aufstehe. Den Rhythmus habe ich die ganzen Tage die ich schon hier bin durchgezogen, damit ich vorm Kampf auch noch ein Frühstück essen kann, Power hab und wach bin. Damit ich nicht aufstehen und mich direkt warm machen muss, man braucht ja morgens doch schon immer etwas, um in die Gänge zu kommen. Ich habe mich von Anfang an so eingegroovt und auch immer um diese Uhrzeit trainiert. Für mich ist das perfekt, ich stehe morgens fit auf und fühle mich gut. Kein Problem!

Kyle Noke ist ein erfahrener Mann, was für einen Kampf erwartest du am Samstag?
Ich respektiere Kyle Noke als Kämpfer und als Person. Er ist lange dabei, ein gestandener Veteran und hat sich mit vielen guten Leuten gemessen. Aber seine Zeit ist vorbei und meine Zeit kommt jetzt. Deshalb gehe ich von einem klaren und dominanten Sieg aus. Er ist sehr zäh, wurde selten gefinisht, aber ich habe das Zeug dazu, ihn mir vorzeitig zu holen. Ich glaube schon, dass ich ihn submitten kann. Der Bodenkampf ist seine Schwäche und wenn ich ihn früh auf den Boden bekomme, dann sehe ich durchaus eine Submission in der ersten oder zweiten Runde. Und wenn nicht, dann halt ein Punktsieg.

Vielen Dank Peter und viel Erfolg am Samstag.
Danke euch. Den hole ich mir, den hau ich weg! Es wird geil, ich freu mich wirklich drauf. Ich werde MMA-Deutschland gebührend repräsentieren, das verspreche ich!

Das Gespräch wurde am Dienstag telefonisch geführt. Ein einige Wochen altes Video-Interview mit Peter Sobotta zu seinem Kampf bei UFC 193 findet ihr hier: Peter Sobotta: „Ich bin jünger, schneller, dynamischer als Noke!”