Interviews

One on One mit Tanja Hoffmann

Tanja Hoffmann (l.) nach ihrem letzten Kampf gegen Lisa Ward.

Am 24. Januar kämpft die Stuttgarterin Tanja Hoffmann, eine Schülerin von M-1-Veteran Thorsten Kronz, gegen Rubeyda Korkmaz vom Stallion Cage bei German Vale Tudo „Contenders I“. Ein Frauenkampf im MMA, der das klassische „Grappler vs. Striker“-Duell darstellt. Wir haben uns mit Tanja über den bevorstehenden Kampf unterhalten.

GroundandPound: Hallo Tanja, es freut mich sehr, dass Du Dir die Zeit für ein kleines Interview nimmst. Stell Dich doch mal zu Beginn ganz kurz vor und sag uns, was Du für einen Background im Kampfsport hast.
Tanja Hoffmann: Jederzeit gerne! Also, mein Name ist Tanja Hoffmann, geboren am 4. Dezember 1984 im schönen Norden des Landes. Im September habe ich mein Bachelorstudium in International Business Management mit Schwerpunkt Touristik abgeschlossen und bin derzeit auf Jobsuche. Mit acht Jahren wurden mein Bruder und ich von unseren Eltern zum Judo angemeldet und seitdem kann ich mir ein Leben ohne Kampfsport nicht mehr vorstellen. Als ich 2006 für mein Studium nach Stuttgart kam, wollte ich etwas Neues ausprobieren und bin schließlich beim Thaiboxtraining von Thorsten Kronz gelandet. Ich war sofort begeistert und es hat sich dann mit der Zeit ergeben, dass Thorsten mich zum Bodenkampftraining mitgenommen hat und schließlich bin ich dann beim MMA gelandet.

Du trainierst in Stuttgart bei Thorsten Kronz, der in Deutschland ja einen gehörigen Namen hat. Wie ist es, unter jemandem wie Thorsten zu trainieren?
Thorsten als Trainer zu haben ist natürlich toll und ich bin schon sehr stolz darauf, dass ich bei ihm trainieren kann. Aber nicht nur, weil er einen Namen hat, sondern einfach, weil er ein super Trainer ist. Das Training macht Spaß, auch und gerade weil es sehr anstrengend ist und man lernt eine Menge, vor allem sich selber immer wieder zu motivieren und weiterzumachen, auch wenn man schon am Ende ist. Außerdem habe ich dort sehr gute Trainingspartner, die mich immer wieder fordern.

Dein Kampfrekord im MMA zeigt drei Niederlagen und keinen Sieg. Erklär uns Deinen Kampfrekord und sag uns etwas zu den Erfahrungen, die Du gemacht hast.
Die drei Niederlagen, ohne einen Sieg dabei verbuchen zu können, sind natürlich bitter. Aber ich bin froh über jeden einzelnen Kampf, den ich gemacht habe und nur weil ich jetzt ein paar Mal verloren habe, werde ich nicht aufhören zu kämpfen. Ich habe bei jedem Kampf etwas gelernt und versuche mich immer weiter zu verbessern und Fehler, die ich gemacht habe, beim nächsten Mal nicht mehr zu machen.

Als Frau und in meiner Gewichtsklasse ist es nicht sehr einfach, Gegnerinnen zu finden und deswegen habe ich auch nie wirklich darüber nachgedacht, gegen wen ich kämpfe, sondern habe die Kämpfe angenommen, als sie mir angeboten wurden. Bei meinem ersten Kampf im April 2008 bin ich sehr kurzfristig (zwei Tage vorher) als Ersatz eingesprungen und hatte keine Zeit, um mich vorzubereiten. Ich habe da direkt nach B-Klasse-Regeln gekämpft und auch die volle Kampfzeit von zweimal fünf Minuten durchgehalten. Nach  dieser Punktniederlage habe ich mich ziemlich verprügelt gefühlt, aber ich war stolz, dass ich meinen ersten MMA-Kampf hinter mich gebracht habe und habe im wahrsten Sinne des Wortes Blut geleckt, wenn auch erstmal mein eigenes. Die nächsten zwei Kämpfe habe ich bei einer Veranstaltung in Berlin gemacht und beide durch Submission verloren. Im Bodenkampf muss ich also noch einiges verbessern.

Am 24. Januar kämpfst Du nun gegen die Stuttgarterin Rubeyda Korkmaz vom  Stallion Cage. Ein Kampf mit gehöriger Brisanz. Wie siehst Du den Fight?
Also so brisant sehe ich den Kampf jetzt nicht. Für mich ist es eine neue Gelegenheit, zu kämpfen. Eine Gelegenheit, um zu zeigen, was ich kann und dass ich mich verbessert habe. Mir ist es egal, wer mir da gegenübersteht. Hauptsache, ich kann kämpfen. 

Wie siehst Du Rubeyda als Gegnerin und wie stehst Du diesem Kampf gegenüber?
Ich sehe Rubeyda als eine gute Gegnerin, vor allem weil sie eine sehr starke Bodenkämpferin ist, aber ich gehe da hin, um zu gewinnen. Über etwas anderes denke ich gar nicht nach. Ansonsten kann ich nur sagen, dass ich mich sehr auf den Kampf freue und mein Bestes geben werde.

Wie wichtig ist Dir ein Sieg bei diesem Kampf? Du kämpfst ja, genauso wie Rubeyda, praktisch „vor der Haustür“.
Da ich bisher alle meine MMA-Kämpfe verloren habe, ist es mir natürlich sehr sehr wichtig, diesen Kampf zu gewinnen. Dass das jetzt quasi „zu Hause“ ist, ist zwar schön und ich freu mich, wenn ich zu Hause meinen ersten Sieg holen kann, aber für meine Motivation ist das nicht ausschlaggebend. Ich wäre genauso hoch motiviert, wenn der Kampf ganz woanders stattfinden würde.

Wie bereitest Du Dich momentan auf diesem Fight vor? Hast Du einen speziellen Trainingsplan?
Ich kann doch jetzt nicht meine geheimen Trainingsmethoden öffentlich machen, haha... also einen speziellen Trainingsplan habe ich jetzt nicht. Ich trainiere wie sonst auch, ungefähr drei- bis fünfmal die Woche, jeweils 1,5 Stunden, sehr viel im Stand, nur dass ich nebenbei noch ein bisschen mehr Konditionstraining mache.

Vielen Dank für Deine Antworten, Tanja. Hast Du vielleicht noch ein paar abschließende Worte?
Da fällt mir jetzt nicht mehr viel ein, außer: Drückt mir die Daumen für den Kampf. Ich werde mein Bestes geben und hoffe, dass ich einen guten Kampf mache.