Interviews

Niklas Stolze über Zusammenarbeit mit Team SBG und Kampf bei Superior FC 14

Niklas Stolze (Foto: Dorian Szücs)

Im September vergangenen Jahres machte sich der 23 Jahre junge Magdeburger Niklas Stolze zum ersten Mal auf den Weg nach Dublin, um zusammen mit Stars wie Conor McGregor oder Gunnar Nelson im berühmten Straight Blast Gym zu trainieren. Zur Vorbereitung auf seinen kommenden Kampf gegen Johannes Grebe bei Superior FC 14 am kommenden Samstag in Düren stand erneut eine Reise nach Irland auf dem Programm. Diesmal kehrte das Weltergewicht mit tollen Neuigkeiten nach Deutschland zurück. 

GNP1.de: Hallo Niklas, wie fühlst du dich wenige Tage vor deinem Kampf?
Niklas Stolze: Ich fühle mich ganz gut, ich komme langsam runter. Ich habe viel trainiert, gut trainiert und bin mehr als bereit.

In den letzten Wochen hat man von dir immer wieder Trainingsfotos mit Leuten wie Gunnar Nelson und Conor McGregor im Netz gesehen. Wie kommt‘s dass ein junger Kerl aus Magdeburg mit solchen Top-Stars trainiert?
Angefangen hat das Ganze mit dem ersten Besuch im letzten Jahr. Dort habe ich das erste Mal mit John Kavanagh trainiert. Das war ein Wahnsinns-Training. Das war mein erstes Trainingscamp überhaupt außerhalb Deutschlands. Ich habe mir gesagt, dass ich da immer öfter hin will. Erstmal sind’s Idole und zweitens sind es super Sportler, super Menschen. Und jetzt habe ich entschieden, da ich halt mit Johannes einen guten Gegner habe, brauche ich auch eine gute Vorbereitung und ich denke, dass ich im SBG die beste Vorbereitung überhaupt genießen kann.

Wie kam denn der Kontakt da zustande? Kann man da einfach hingehen und mittrainieren?
Grundsätzlich schon. Man muss sich dann aber natürlich ein bisschen beweisen, man muss ein bisschen Sympathien aufbauen und das hat irgendwie von vornherein gepasst. Ich war mit meiner Freundin da. Wir wurden beide super herzlich aufgenommen. Da hat von Anfang an die Chemie gepasst. Und dann hat mich John gefragt, warum ich nicht öfter komme, ob ich nicht häufiger kommen will. Das ist ein Angebot, das man nicht ausschlagen kann.

Da gibt es jetzt eine richtige Zusammenarbeit zwischen dir und dem Team SBG?
Genau. Ich kämpfe ja so für das Team La Onda in Magdeburg und jetzt wurde mir gesagt, dass ich Zukunft habe, dass ich Talent habe und dass es Spaß macht, mit mir zu arbeiten. Und daraufhin hat mich John gefragt, ob ich nicht Lust hätte, für das SBG Team zu kämpfen und ich habe natürlich ja gesagt. Es wäre doof, das nicht zu sagen. Dann habe ich mit dem ganzen Trainerteam gesprochen. In Zukunft wird es halt eine Zusammenarbeit geben zwischen mir und dem SBG, zwischen meinem Team und dem SBG.

Du wirst dich zukünftig in Deutschland und Irland vorbereiten?
Wir werden das aufsplitten so gut es geht. Es ist natürlich alles irgendwo eine finanzielle Frage und auch eine Zeitfrage, da ich hier zu Hause Familie habe. Ich versuche meine Vorbereitung so zu planen, dass ich sie in Irland abhalte, da John dafür zuständig ist, die Gameplans zu erstellen und das Training zu leiten.

Conor McGregor, Aisling Daly, Paddy Holohan & Niklas Stolze (Foto: Stolze via Facebook)

Wie groß schätzt du den Leistungsunterschied zwischen dem SBG und den deutschen Gyms ein, die du schon besucht hast?
Das ist schwer zu beurteilen. Ich habe jetzt in zwei guten Gyms trainiert, in zwei freundlichen Gyms – beim Imperium Fight Team und Peter Sobottas Planet Eater, und natürlich in meinem. Wenn die Jungs im SBG in der Wettkampfvorbereitung sind, so wie Conor (McGregor), Gunnar (Nelson), Paddy (Holohan), Dylan (Tuke) oder die guten Newcomer, ist das das höchste Niveau, was ich auf der Matte je gesehen habe. Man kann es ganz schlecht beschreiben. Die Jungs sind in ihrem Alter alle schon so gut und weit entwickelt. Das ist denke mit einem deutschen Gym nicht zu vergleichen. Wobei ich dazu sagen muss, dass man überall gute Leute hat. Wenn ich zum Planet Eater fahre, dann trainiert man mit einem Peter Sobotta, der einer der besten Bodenkämpfer Europas ist. Wenn ich zum Imperium Fight Team fahre, dann trainiere ich mit vier Leuten, die in der deutschen Top Ten sind. Man kann es einfach schwer vergleichen. Ich glaube es ist das Gesamtkonzept, was das SBG so erfolgreich macht. Es ist einfach die Mischung aus diesen Persönlichkeiten, wie Conor und Gunnar, und diesen aufstrebenden Leuten, die halt so werden wollen wie Conor und Gunnar. Das ist dort schon ein sehr hohes Niveau.

Du warst ja kurz nach dem Trubel um UFC 200 und der Kampfabsage von McGregor dort im Gym. Wie war denn die Stimmung?
Gut. Conor kommt weiterhin mit einem Lachen ins Gym. John hat Spaß, die Medien auf den Arm zu nehmen, besonders mit dem Mayweather-Kampf hat er das denke ich auch wieder ganz gut geschafft. Conor ist da ziemlich cool geblieben. Er ist einfach der Meinung, dass er jetzt wieder Training braucht, was man auch merkt. Er stellt sich auch gerade super gute Trainingspartner zusammen. Er wird definitiv gegen Nate Diaz kämpfen. Er braucht einfach das Training. Man kann sich das so vorstellen, dass am Tag um die zehn bis 20 Mann vorbeikommen, die nur Conor McGregor sehen und Fotos mit Conor McGregor machen wollen. Ich denke, dass das für einen Sportler auf diesem Niveau schon ziemlich schwer ist, da auch cool zu bleiben. Er hat ja nur eine begrenzte Zeit fürs Training. Die ganzen Leute um ihn herum können auch nicht die ganze Zeit nur mit ihm trainieren. Es hat ja jeder auch noch seine eigenen Wettkampfmodus, jeder hat seine eigene Vorbereitung. Wenn er dann ins Gym kommt und 20 Minuten aufgehalten wird, um Fotos zu machen und dann nochmal 20 Minuten nach dem Training aufgehalten wird, ist das schon schwer. Er hat jetzt einfach entschieden, zu trainieren und nicht so viel Medienrummel zu veranstalten, was natürlich im Endeffekt trotzdem passiert ist. Gerade mit der Absage bei UFC 200 hat er sich ja eh in Richtung Medien geschossen. Also er ist trotzdem mit einem Lachen im Gym und er freut sich auf die kommenden Aufgaben, aber er braucht einfach Training. Auch er ist nicht vollkommen. Auch er steigt nicht einfach in den Käfig und sagt, dass er jetzt kämpft. Er nimmt die Sache richtig ernst und ist deswegen auch das erste Mal seit langem so richtig motiviert.

Du kämpfst jetzt am kommenden Samstag bei Superior FC 14 gegen Johannes Grebe. Was weißt du über deinen Gegner?
Wir haben uns Johannes sehr intensiv angeschaut. Er hat einen ganz guten Kampfrekord mit sechs Siegen und drei Niederlagen. Wenn er verloren hat, dann hat er gegen gute Leute wie Stefan Larisch oder Rasul Shovhalov verloren. Er ist ziemlich einfach gestrickt, was den Standkampf betrifft, aber sein Ringen und sein Grappling ist echt nicht zu unterschätzen, da er auch ziemlich kräftig wirkt. Man kann es von Fotos und Videos schwer einschätzen. Da sieht er nicht aus wie ein Weltergewicht. Aber gerade im Stand ist er ziemlich limitiert. Ich denke, dass er auch Luftprobleme haben wird. Wir werden sehen.

Niklas Stolze (Foto: Dorian Szücs)

Du kommst ja aus dem Kickboxen. Wie hat sich das in den letzten Jahren entwickelt? Bist du auf dem Boden mittlerweile so fit, dass du da auch gerne selbst hingehst, oder würdest du den Kampf lieber im Stand halten, wenn du die Wahl hättest.
Ich denke der Kampf endet dort, wo er enden wird. Ich kann nur sagen, dass ich mich wohl fühle am Boden, dass ich denke, dass ich ihm im Grappling auf keinen Fall unterlegen bin. Gerade die Arbeit im SBG am Positionssparring am Käfig hilft einem ungemein. Ich denke, ich werde den Kampf im Stand halten können und gegen Ende der ersten Runde werde ich ihn K.o. hauen.

Unabhängig vom Ergebnis - Was hast du dir für dieses Jahr noch vorgenommen?
Der Kampf ist jetzt am 21. Mai. Das ist jetzt der fünfte Monat, den ich aktiv trainiere, ohne Pausen, mit Wettkämpfen. Nach dem Kampf wird es für mich auf jeden Fall erstmal eine kleine Pause geben. Ich muss ein bisschen auf meinen Körper hören. Ich bin nicht ausgebrannt. Ich bin topfit. Aber ich brauche eine kleine Pause für Körper und Kopf. Dann werde ich auf jeden Fall neu angreifen. Veranstaltungen stehen noch nicht fest. Aber ich denke, dass man mich Ende des Jahres dann auf jeden Fall wieder im Käfig sehen wird.

Vielen Dank für die Zeit. Die letzten Worte gehören dir.
Ich danke euch für das Interview. Ich freue mich, dass ich bei Superior FC kämpfen kann. Das ist denke ich eine gute Plattform für mich, es ist eine schöne Veranstaltung. Sie haben in den letzten Jahren gute Arbeit geleistet, auch wenn sie jetzt eine Weile weg waren. Das ist jetzt die Comeback-Show und da werden sie sich sicher einiges für einfallen lassen. Ich bin stolz auf so einer Fight Card zu sein. Die Fight Card ist sehr gut, mit einem schönen Mainevent. Ansonsten bedanke ich mich bei allen Sponsoren, bei all meinen Trainingspartnern und Coaches. Großen Dank auch an John und die Jungs vom SBG Gym, die mir wirklich gut unter die Arme gegriffen haben und mich ihn ihre Familie aufgenommen haben. Ein Dank geht natürlich an meine Freundin, die alles mitmacht und die mich immer unterstützt, auch wenn es mal nicht so gut läuft. Ich freue mich auf Samstag.