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Neuer UFC-Europa-Chef Elliot zu Deutschland-Event 2016: „Abwarten!“

James Elliot (Foto: UFC)

Die Europa-Abteilung der UFC hat einen neuen Chef: den Engländer James Elliot. Der lobt den deutschen Markt, zu verkünden hat er jedoch wenig.

Deutschland ist ein Schlüsselmarkt. James Elliot ist der dritte UFC-Europa-Chef, der dieses Mantra gebetsmühlenartig wiederholt. Er beerbt Gary Cook und David Allen, die sich beide auf die Fahnen geschrieben hatten, der UFC in Europa endgültig zum Durchbruch zu verhelfen. Cook fiel inzwischen die Karriereleiter hinauf, Allen ging oder wurde gegangen – so genau weiß das niemand. Elliots offizielle Jobbezeichnung lautet „Vice President and General Manager of EMEA“, er war bereits für Puma und den englischen Fußballverband tätig. In der UFC kümmerte er sich bisher um den Content und war damit maßgeblich für die TV-Verträge in England, Russland, Polen und Deutschland verantwortlich. Mit noch mehr lukrativen TV-Partnerschaften und ausverkauften Hallen will er das Wachstum in Europa weiter vorantreiben, sagt er – auch in Deutschland. 

„Deutschland ist schon seit einiger Zeit ein Schlüsselmarkt für uns, wir haben ja bereits einige Events dort veranstaltet. Jetzt, wo wir das Problem eines fehlenden Übertragungspartners gelöst haben, können wir die nächsten Schritte einleiten“, freut sich der Brite. „Wir sehen viel Potential im deutschen Markt.“

So richtig gelöst ist das TV-Problem in Deutschland jedoch noch nicht. Mit VOD-Anbieter Maxdome wurde zwar ein hiesiger Übertragungspartner gefunden, um neue Fans anzusprechen braucht es jedoch mehr als bezahlpflichtige Internet-Streams. Das Problem: Rechtlich sind die TV-Übertragungen der UFC noch immer nicht ohne Risiko, die bayrische Landesmedienanstalt stellt sich nach wie vor quer, das Gerichtsverfahren läuft seit Jahren. Schlimmstenfalls könnte die Behörde eine Übertragung wie schon 2010 erneut kippen. Elliot sagt, man arbeite fieberhaft daran, die UFC hierzulande auch ins klassische Fernsehen zu bringen. Schnellschüsse bringen jedoch nichts, denn wenn die UFC es einmal ins Fernsehen geschafft hat, dann will sie auch dort bleiben. Derzeit hänge alles noch in der Schwebe, bestätigt werden könne nichts, es bewegt sich jedoch alles in die richtige Richtung, so Elliot, der nach eigener Aussage inzwischen unfreiwillig zum Experten im deutschen Medienrecht geworden ist.

Das alles klingt schwammig, Handfestes zu verkünden hat der Neue nicht. Aber: Lieber nichts verkünden, als etwas versprechen, das hinterher nicht gehalten wird. Elliots Vorgänger Allen hatte sich mehrfach zu Aussagen hinreißen lassen, die später keinen Bestand hatten. Wir erinnern uns an den "riesigen TV-Vertrag", der „alle umhauen“ würde und die ständig verschobenen Termine des Übertragungsstarts in Deutschland.

Ähnlich vorsichtig wie zum Thema TV äußerte sich Elliot auch zu einem deutschen Live-Event im kommenden Jahr. Nach vier Euro-Shows 2014, waren es 2015 bereits fünf – und in beiden Jahren kam die UFC nach Deutschland. Die Planung für das kommende Jahr stehe bis auf den bereits angekündigten London-Event am 27. Februar jedoch noch nicht fest, erst Ende des Jahres gäbe es dazu neues zu berichten.

Wer im Zuge des neuen Deals mit ProSiebenSat.1 und der wiederholten Bezeichnung Deutschlands als „Schlüsselmarkt“ schon fest mit einem weiteren Event in Berlin oder woanders in der Bundesrepublik gerechnet hat, sollte lieber erst einmal abwarten. Elliot zumindest äußerte sich verhalten.
 
„Wir wollen den deutschen MMA-Fans weiterhin geben, was sie wollen“, so der neue Euro-Chef. „Ob wir wirklich einen Event abhalten können, müssen wir abwarten, es gibt viele Länder, die sich wünschen, dass wir sie besuchen. Wir haben schlicht nicht genügend Zeit, nicht genügend freie Termine, um sie alle zu bedienen.“

Die Zentrale in Las Vegas und das gesamte EMEA-Team (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) stünden jedoch voll und ganz hinter Deutschland.

Wollen wir’s hoffen!