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Nach einem Jahr Pause: Arnold Allen will bei UFC London ein Statement setzen

Fokussiert: Arnold Allen will in London seinen dritten UFC-Sieg (Foto: Florian Sädler).

Selbst mit einer makellosen Bilanz im Octagon ist in der UFC bisher nicht alles glatt gelaufen für Arnold Allen. Nachdem sechs Kämpfe in 13 Monaten ihn ins Octagon gebracht haben, stand “Almighty” Allen in den 22 Monaten seither lediglich zwei Mal im Käfig. Und obwohl er zugibt, dass die lange Pause frustrierend für ihn war, fokussiert Allen sich auf das Positive seines anstehenden dritten UFC-Kampfes. Was nicht schwierig ist, denn Positives gibt es zur Genüge.

Allen wird am Samstag gegen Makwan Amirkhani das Hauptprogramm in der Londoner o2 Arena eröffnen und hofft, mit einem spektakulären Sieg gegen seinen populären Gegner ein wenig von dessen Momentum mit Nachhause nehmen zu können.

Die Ansetzung zwischen zwei Top-Talenten, die an diesem Punkt meist eher gegen Veteranen angesetzt werden anstatt gegeneinander, kam etwas überraschend, aber nicht für Allen. Der junge Brite hatte Amirkhani tatsächlich auf dem Schirm, seit er 2015 dessen Heimatland besucht hat.

„Ich habe damals gesagt, dass ich diesen Kampf in einem oder zwei Jahren haben würde“, so Allen gegenüber GNP1. „Ich habe nicht danach gefragt, aber ich habe es erwartet. Es hat für mich einfach Sinn gemacht, weil wir ein paar Mal auf den gleichen Shows gekämpft haben.“

Dass er nur zwei Mal kämpfen würde, bevor er seine Chance gegen Amirkhani bekommt, hätte Allen damals nicht erwartet. Angesichts seiner langen Pause ist Amirkhani aber ein perfekter Gegner für Allen – der Finne hat nach seinem UFC-Debüt auf denselben zwei Events gekämpft wie Allen. Amirkhani mag sich einen Namen gemacht haben, indem er seine Gegner vor dem Kampf verbal angeht – Allen allerdings hat diese Erfahrung nicht gemacht. Bisher zumindest nicht.

„Nein, bisher ist nichts passiert“, lacht Allen. “Er hat irgendwas Witziges auf Instagram gepostet, aber ja, es war nur witzig.“ Erwartet er also ein wenig mehr Drama, zumindest vor dem Kampf beim Wiegen? „Ich bin sicher, dass das passieren wird, aber das ist halt alles Teil der Show. Es macht Spaß.“

Spaß scheint ohnehin das Motto für diesen Kampf zu sein für Allen, der das Hauptprogramm am Samstag mit Feuerwerken eröffnen will.

„Er hatte einige spannende Kämpfe“, so Allen über seinen Gegner. „Er gibt immer Vollgas, er sucht immer das Finish. Ich mag es, seine Kämpfe zu sehen. Ich bin mir sicher, dass es ein guter, spannender Kampf werden wird weil er das Finish sucht und ich auch. Das wird gut.“

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Seine Vorbereitung für diesen Kampf hat Allen im Tristar Gym in Montreal, Quebec absolviert. Nach dem ersten Besuch wusste Allen, dass er hier weiter trainieren würde – mittlerweile verbringt der junge Brite seine Trainingscamps hier und sogar ein wenig Zeit zwischendurch in der Rue Ferrier und Tristars spartanischen Kämpfer-Appartements, den "Dorms". 

„Es macht Spaß“, so Allen über seinen aktuellen Lebensstil, der nicht viel beinhaltet außer täglichem Training und einem Mindestmaß an Komfort und Privatsphäre in den Dorms, wo er tagein und tagaus vom Sport umgeben ist.

„Du hast immer Leute um dich herum und es ist gut, Leute zum Chillen und Trainingspartner da zu haben. Es gibt immer jemanden, den du dir schnappen und mit dem du ein paar Runden einlegen kannst. Es macht Spaß, ja.“

„Es ist kein allzu großes Opfer, es ist nur umständlich, für zehn, zwölf Wochen am Stück von Zuhause weg zu sein. Hauptsächlich wegen meinem Hund und meiner Freundin. Abgesehen davon ist es kein großes Opfer. Es ist die harte Arbeit und das gute Training hier wert.“

Das harte Training, das er in diesem Camp vor allem mit Zach Makovsky und Olivier Aubin-Mercier eingelegt hat, soll ihn in Zukunft auf unbekannte Höhen hieven. Aktuell, gibt Allen zu, ist der Hype um ihn ein wenig abgeflaut – was der einzige Effekt seiner langen Pause ist, der Allen nicht stört. Zumindest aktuell nicht.

“Ich hatte ein wenig Hype, aber der ist abgekühlt, was ich gut finde. Ich kann einfach meinen Job erledigen und kämpfen, der Druck lastet auf (Amirkhani). Ich werde da auftauchen, ich werde kämpfen und ich muss keinen Lärm machen und vorher dummes Zeug erzählen. Ich werde da sein und kämpfen.“

Früher oder später allerdings will Allen genau diese Aufmerksamkeit und alles, was damit einhergeht. Starten soll es mit einem Sieg am Samstag in London und ab da hat „Almighty“ Allen große Zukunftspläne.

„Der letzte Kampfsportler, der die britischen Fans wirklich hinter sich hatte, war Ricky Hatton“, so Allen. „Er hatte eine riesige Fan-Basis, er hatte eine Band beim Wiegen und Leute mit verrückten Anzügen. Das ist mein Traum für die Zukunft: diese Art von Fan-Basis zu haben.“

„Leute, die nach Las Vegas fliegen, um mich kämpfen zu sehen, das wäre cool. Ich erinnere mich an seine Box-Kämpfe, ich habe schon beim Wiegen eine Gänsehaut bekommen. Aktuell ist es natürlich McGregor, der solche Wellen schlägt, aber ja, das ist der Plan. Weltmeistertitel natürlich auch, aber ich bin mir sicher, dass das Hand in Hand gehen wird.“