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Michael Damboer: „Sportler kann man nicht züchten!“

Michael Damboer freut sich auf den 17. Oktober. (Foto: Michael Damboer)

Am 17. Oktober geht die Fight Night Mannheim in die neunte Runde. Unter dem Motto „Champions Day“ kehrt man in die GBG-Halle zurück, wo man schon in der Vergangenheit mit ausverkauftem Haus und erstklassigen Kämpfen ein Ausrufezeichen nicht nur in der Region setzen konnte. Was die Zuschauer an diesem Abend erwartet, warum es so lange bis zur Rückkehr gedauert hat und wie man die Weichen für die Zukunft stellt, das hat uns Veranstalter Michael Damboer im exklusiven Interview verraten.

GNP1.de: Micha, am 17. Oktober geht die Fight Night Mannheim in die nächste Runde. Wie laufen die Vorbereitungen?

Michael Damboer: Hallo Tobi, erst mal vielen Dank für das Interview! Die Vorbereitungen für die Fight Night Mannheim laufen gut. Das übliche Chaos eben.

Auf was dürfen sich die Zuschauer am 17. Oktober alles freuen?

Wie gewohnt auf das Schaulaufen der besten Kämpfer und Kämpferinnen aus Mannheim und Umgebung. Das Highlight ist natürlich der Deutsche Titelkampf in der Klasse bis 72,5 Kg. Marco Henschke (Thai-Bombs Mannheim) trifft auf Alex Sacotic (Trans4mer Mainz), da erwarten uns 5 Runden Non Stop Action. Daneben wird es ein Vier-Mann-Muay-Thai-Turnier im Halbschwergewicht und Muay-Thai-Superfights geben. Wir haben natürlich auch einige Lokalderbys im Programm. Jeder Veranstalter weiß, dass sich alles bis kurz vor der Veranstaltung nochmal ändert, aber wir haben eine ziemlich solide Fightcard. Da sind nur Kracher dabei.

Was wird an diesem Abend für dich das ganz persönliche Highlight sein?
Ich habe da keine Favoriten. Ich freue mich auf alle Kämpfe. Natürlich etwas mehr wenn die Jungs und Mädels der Thai-Bombs im Ring stehen.

In Mannheim geht es wieder zur Sache. (Foto: Oliver Ernst / JayPic Photography)

Anfang Oktober war eigentlich immer für die Fight Night Mannheim reserviert. Zuletzt seid ihr aber auch mit dem Sunday Fight Club in die „Alte Seilerei“ ausgewichen. Was waren die ausschlaggebenden Gründe dafür?
Letztes Jahr haben wir schlicht und ergreifend zwei Fight Nights im Herbst veranstaltet. Daher sind wir mit Beiden in die Alte Seilerei gegangen. Die Alte Seilerei ist eine tolle Location, in der man super Galas veranstalten kann. Der einzige Nachteil ist, dass dort nicht so viele Zuschauer reinpassen. Konsequenterweise waren letztes Jahr beide Veranstaltungen ausverkauft. Dieses Jahr machen wir wieder eine große Fight Night Mannheim und kehren in die GBG Halle am Herzogenried zurück. Die GBG Halle bietet halt auch den perfekten Rahmen für die Fight Night Mannheim. Ich kenne wenige Hallen, die einen derart guten Blick von der Tribüne aus auf den Ring ermöglichen und die Kampfsportfanatiker können direkt am Ring mit dabei sein und ihre Lokalmatadore feiern.

Werdet ihr für die Zukunft trotzdem an der „Alten Seilerei“ als Veranstaltungsort festhalten?
Die TBM Sportagentur organisiert ja nicht nur die Fight Night Mannheim. Insgesamt haben wir 2015 bereits drei Veranstaltungen durchgeführt. Neben der Fight Night Mannheim veranstalten wir den Sunday Fight Club, den Muay Thai Rhein Neckar Cup und (erstmalig) einen BW Cup im Olympischen Boxen. Wir versuchen im Jahr zwischen vier und fünf Kampfsportveranstaltungen in Mannheim anzubieten und dabei das ganze Spektrum vom Anfänger bis zum Profi zu präsentieren. Insofern werden wir natürlich auch wieder in der Alten Seilerei veranstalten, aber wir sind natürlich auch immer offen für neue Locations.

Was hat es in der Vergangenheit so schwer gemacht, neue „Zugpferde“ neben Priest und Phillips aufzubauen, die von den Zuschauern in den gleichen Maßen angenommen werden?
James Phillips und Priest West sind Ausnahmeathleten. Solche Sportler kann man nicht züchten. Als Trainer, Promoter oder Manager muss man da einfach dankbar sein und geben was man kann. Es gehört natürlich mehr dazu als sportliche Leistungsfähigkeit. Wir versuchen den Sportlern einen angemessen Rahmen zu bieten, in dem sie sich präsentieren und das Publikum begeistern können, alles andere kommt dann von alleine.

Welchem der Kämpfer, die vielleicht jetzt noch nicht so bekannt sind, würdest du ähnliches zutrauen wie es schon bei Priest und Phillips der Fall war?
Wer sich am 17. Oktober die Fight Night Mannheim anschaut, wird sehen, dass dort alle Kämpfer und Kämpferinnen das Potential dafür haben.

Tyrone Priest West hat im vergangenen Jahr seine Laufbahn beendet. James Phillips ist aber wieder aktiv. Darf man bei den künftigen Veranstaltungen wieder mit ihm als Lokalmatador rechnen?
Selbstverständlich!

Muay Thai vom Feinsten wird es in Mannheim geben. (Foto: Oliver Ernst / JayPic Photography)

Die Rhein-Neckar-Region und das angrenzende Umland hat einige attraktive Kämpfer – aber in unterschiedlichen Gyms. Wäre es da nicht wünschenswert, wenn es unter den Veranstaltern eine engere Kooperation geben würde?
Ich denke, dass gerade in der Rhein-Neckar-Region die Zusammenarbeit zwischen den Promotern und Gyms sehr gut funktioniert. In der Regel sprechen wir die relevanten Termine ab und versuchen uns nicht gegenseitig zu blockieren. Ich kann da nicht klagen.

Als Betrachter der Szene, wo krankt es bei den Veranstaltungen in deinen Augen noch und wo befindet man sich auf einem guten Weg?
Die Strukturen auf den Verbandsebenen müssen sich professionalisieren. Die Titelinflation ist ein echtes Problem. Die Kampfsportfans interessieren sich inzwischen nicht mehr dafür, weil sie wissen, dass es vollkommen egal ist, ob ein Kämpfer Welt-, Europa- oder Universums-Meister des einen oder anderen Verbandes ist und die Öffentlichkeit wendet sich von einem Sport ab, in dem sie echte Leistung nicht überblicken kann. Verbände sind nicht nur da, um einem Promoter möglichst unkompliziert Titelkämpfe zu ermöglichen, sondern vor allem dazu, hohe und verlässliche Standards zu garantieren und durch konsequentes Durchsetzen von Regelwerken die Kämpfer und ihre Gesundheit zu schützen.

Wenn wir einen Blick in die berühmte Kristallkugel werfen, wo siehst du die Fight Night Mannheim in fünf bzw. zehn Jahren?
Ich werfe mal einen tiefen Blick in die Kugel: Da wo wir jetzt sind, nur besser, größer, mehr Zuschauer. Die Fight Night Mannheim wird auf SWR und ARD übertragen, weil wir mit Muay Thai einen neuen olympischen Sport präsentieren.

Wäre auch ein Open-Air-Event denkbar, wie ihr ihn schon vor ein paar Jahren auf dem „Alten Messplatz“ hattet?
Die Open Air Fight Night war im Rahmen des 400 jährigen Stadtjubiläums eine Kooperation mit der Stadt Mannheim und unser Geschenk zum Geburtstag. Es war eine der tollsten Veranstaltungen die wir je organisiert haben. Aber am Veranstaltungstag aufzustehen und festzustellen das es nieselt und ob das Wetter wohl hält, hat mich 10 Jahre meines Lebens gekostet. Deswegen ein (mehr oder weniger) klares Nein!

Wird Muay Thai olympisch? (Foto: Oliver Ernst / JayPic Photography)

Wäre es denkbar, dass ihr für die Zukunft auch MMA in das Programm aufnehmen werdet oder scheidet das für euch komplett aus?
Nein werden wir nicht. Wir konzentrieren uns auf die Sportarten, die wir im Hanuman Gym Mannheim anbieten und das ist Muay Thai, Boxen und Brazillian Jiu Jitsu. Als Fußballverein organisiert man keine Basketballturniere. Außerdem ist MMA mit der Hafenkeilerei in Mannheim gut aufgestellt.

Die letzten Worte in unserem Interview sollen natürlich ganz alleine dem Gast gehören.
Ich möchte mich bei allen bedanken, die es ermöglichen die Fight Night Mannheim, den Sunday Fight Club oder den Muay Thai Rhein Neckar Cup zu organisieren. Das sind die Sponsoren, die hinter uns stehen und die Thai-Bombs Mannheim. Ohne die zahlreichen Helferinnen und Helfer, die sich von früh bis spät engagieren, hätten Ausnahmeathleten wie James Phillips oder Priest West keine Möglichkeit ihr Können zu präsentieren.

Wer sich den Event in der Quadratestadt am 17. Oktober nicht entgehen lassen, der kann unter www.fight-night-mannheim.com sich seine Tickets sichern.