Interviews

Mein Ziel: UFC-Weltmeister im Weltergewicht

Sobotta ist bereit, den Gipfel noch einmal zu erklimmen.

Der 5. November 2011 ist ein ganz besonderer Tag für die deutsche MMA-Szene. Rund um den Globus kommt es zu mehreren Duellen deutscher Kämpfer. Auch in Warschau wartet einer dieser Garde darauf sein langersehntes Comeback zu geben. Nachdem Peter Sobotta nach drei verlorenen Kämpfen bei der UFC seinen Vertrag gelöst hat, trainierte er intensiv um seine erfolgreiche Karriere noch erfolgreicher werden zu lassen. Sein Comeback bei MMA Attack war für uns Grund genug ein Interview mit ihm zu führen. Lest selbst, wie der Balinger seine Zukunft sieht und auf welchen seiner Schützlinge ihr in Zukunft achten solltet.

Groundandpound.de: Hi Peter, erstmal danke das du dir Zeit für dieses Interview nimmst. Wie geht es dir momentan?

Peter Sobotta: Hallo, nichts zu Danken, das mache ich gerne. Mir geht es momentan gut. In meiner Umgebung ist irgendwie jeder krank aber ich konnte die Bakterien und Viren erfolgreich abwehren und fleißig trainieren.

Groundandpound.de: Am 5. November wirst du ja im Rahmen der MMA Attack Gala in Warschau auf Borys Mankowski treffen. Was weißt du über deinen Gegner und wie ist es für dich in deinem Geburtsland anzutreten?

Peter Sobotta: Borys ist klein und kräftig. Seine größte Stärke ist das Ringen, seine größte Schwäche wahrscheinlich sein Standup. Er schlägt wilde Haken und sucht den Takedown. Sein Bodenkampf ist auch ganz ordentlich.

Groundandpound.de: Wie bereitest du dich auf diese Herausforderung vor?

Peter Sobotta: Ich war noch nie in meinem Leben ernsthaft verletzt und Disziplin und Motivation waren nie ein Problem. Ich trainiere immer und habe dieses Jahr wirklich viel gemacht und mich stark verbessert und das in allen Bereichen. In den letzten zwei Monaten habe ich das Training allerdings nochmal angezogen. Ich habe den Haupteil meiner Vorbereitung bei mir in Balingen gemacht, habe aber immer für gute Abwechslung und gute Sparringspartner gesorgt, welche mich entweder besucht haben oder umgekehrt. Ich habe in den letzten zwei Monaten mit Leuten wie Bruno Carvalho, Gregor Herb, Pascal Krauss, Andreas Kraniotakes und noch vielen Anderen trainiert. Ich habe das Glück ein gutes Team und gute Freunde zu haben, die mich wunderbar unterstützen und mir beim Training helfen. Außerdem habe ich einen neuen Striking-Trainer mit dem ich seit vier Monaten zweimal die Woche trainiere.

Groundandpound.de: Du warst ja schon in der UFC. Was sind deine Ziele für die Zukunft?

Peter Sobotta: Ich werde keinen Seelenfrieden erlangen, wenn ich nicht eines Tages UFC-Weltergewichts-Champion bin!

Groundandpound.de: Dein letzter Kampf liegt zum Zeitpunkt des Kampfes fast ein Jahr zurück. In der Zwischenzeit was du oft auf Grapplingtunieren unterwegs und hast diese erfolgreich abgeschlossen. Denkst du, dass du trotzdem Ringrost hast?

Peter Sobotta: Nein. Ich bin viel zu sehr in Bewegung als das Rost ansetzten könnte. Klar sind Grappling und MMA verschiedene Disziplinen, aber man kann es meiner Meinung nach trotzdem gut miteinander vergleichen, weil es immer die gleiche Situation ist: Man geht raus, zieht die Hose runter und zeigt was man hat. Mann gegen Mann. Jeder Kämpfer kennt das Gefühl! Der eine hasst es, der andere liebt es. Für mich ist genau dieses Gefühl der Grund weshalb ich kämpfe!

Groundandpound.de: Im Laufe des Jahres bist du ja auch zum BJJ-Braungurt befördert geworden. Was bedeutet dir diese Graduierung, grade weil sie aus den Händen des diesjährigen ADCC-Champion Dean Lister kommt?

Peter Sobotta: Ich habe ehrlich gesagt nie wirklich viel von Gurten gehalten und letztes Jahr war ich noch Weißgurt. Auch wenn ich zu dem Zeitpunkt schon Blackbelts besiegt hatte. Ich hatte nie einen richtigen BJJ-Trainer, der mir alles beigebracht hat. Auch wenn das viele Leute nicht glauben, aber ich habe mir das meiste mit Büchern, DVDs und dem Internet beigebracht und deshalb hatte ich auch nie Jemanden, der mich graduiert hat. Außerdem war viel in der Weltgeschichte unterwegs und habe mit vielen guten Leuten und vielen Top-Trainern trainiert, aber mit niemandem hat es mir besser gefallen als mit Dean. Weil ich ihn als Mensch, Kämpfer, Trainingspartner und Trainer schätze, war es mir auf jeden Fall eine Ehre den Braungurt von ihm zu bekommen. Was mich aber noch mehr gefreut hat als der Gurt, waren seine Worte: Er hat nämlich gesagt, dass ich zu seinen TOP 3 gehöre, die er jemals graduiert hat.

Groundandpound.de: Du bist bekannt für dein gutes Grappling. In deinen letzten drei Kämpfen konntest du dieses allerdings nicht einsetzen. Wie hast du trainiert um deine Stärken hier besser ausspielen zu können?

Peter Sobotta: Gegen Ringer habe ich mich immer sehr wohl gefühlt. Ich habe eine gute Takedown-Defense und wenn mal einer durchkommt, dann fühle ich mich trotzdem gut, weil ich sehr gut von meinem Rücken aus kämpfen kann. Aber es stimmt, bis auf meinen Kampf bei UFC 115 gegen James Wilks hat man keinen Bodenkampf in meinen UFC-Fights gesehen. Meine beiden anderen Kämpfe waren gegen Weltklasse-Striker. Da habe ich mich idiotischerweise auf anstrengende Kickboxkämpfe eingelassen und auspunkten lassen. Ich habe in letzter Zeit vor Allem an meinem Striking gearbeitet. Ich habe so viel gekickt und geboxt. Ich fühle mich im Stehen mittlerweile sehr wohl!

Groundandpound.de: Du hast ja ein eigenes Gym. Unter deiner Leitung sind viele gute Talente auf den Schirm von den deutschen Veranstaltern geraten. Macht dich das als Trainer stolz?

Peter Sobotta: Ja, sehr sogar. Jeder Sieg von meinen Schülern fühlt sich an wie ein eigener Sieg.

Groundandpound.de: Stelle uns doch bitte einige dieser Talente vor, auf die wir in der Zukunft achten sollten!

Peter Sobotta: Momentan liegt mein Hauptaugenmerk auf Konstantin Götte. Er ist 18 Jahre alt, hat einen perfekten MMA-Amateurrekord von 7-0, steht kurz vor seinem Profidebüt beim Ländervergleichskampf in Rumänien. Er ist BJJ-Blaugurt und hat zahlreiche erfolge im Grappling und BJJ zu verbuchen.

Dann haben wir wirklich noch eine ganze Armee von Talenten, die hart arbeiten, kämpfen und auf ihre Chance in der Zukunft warten: Dimiti Götte, Max Miller, Alexandros Michailidis, Marvin Ruof, Dima Semke, die Buschkamp-Brüder (Martin, Matthäus und Thomas), Marco Knöbel, Eugen Dillmann, Alexander Lammert, Jürgen Götte und Erkan Basar.

Hinzu kommen noch die alten Hasen Nenad Bresovec und Mischa Mihnjak, die zwar nicht mehr so viel kämpfen, aber trotzdem wichtige Stützpfeiler in unserem Team sind, da sie unheimlich erfahren sind. Kein Wunder die beiden haben vor ca. zehn Jahren schon MMA gekämpft. Damals wurde noch nicht einmal bei Ground and Pound darüber berichtet! (lacht)

Ich empfehle euch unseren Planet Eater Videoblog anzuschauen, wir haben jetzt schon über eintausend Zuschauer pro Video.

Groundandpound.de: Am 5. November treten ja neben dir noch einige andere deutsche Kämpfer an. Dein Kumpel Andreas Kraniotakes wird bei Pro Elite auf Tim Sylvia treffen. Alan Omer wird sein langersehntes Comeback geben und Selcuk Ayin wird bei Shooto antreten. Denkst du, dass die deutsche Szene mehr Aufmerksamkeit bekommt in letzter Zeit?

Peter Sobotta: Ja klar! Das ist ein ganz normaler Prozess. Wir bekommen mehr Aufmerksamkeit, weil wir bessere Fighter produzieren. Der Sport hat sich in Deutschland in letzter Zeit schnell weiterentwickelt und so auch die Kämpfer! Das freut mich sehr. Ich wünsche speziell Alan und Andreas alles Gute am 5. November. Die Beiden sind meine Freunde!

Groundandpound.de: Hast du noch irgendetwas was du deinen Fans unbedingt sagen willst?

Peter Sobotta: Ja! Für alle die selber auf die Matte gehen: Kommt in Balingen vorbei, bringt eure Trainingsklamotten mit und besucht mich im Gym auf ein Training! Und für alle, die nicht aktiv trainieren: Kommt in Balingen vorbei, bringt eure Trainingsklamotten mit und besucht mich im Gym auf ein Training, es wird euch gefallen!

Groundandpound.de: Ich bedanke mich für das Interview und wünsche dir viel Glück für deinen Kampf am 5. November!