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Maurice Weber: „118:110 für Culcay? Ganz ehrlich, das ist ein Witz!“

Maurice Weber (Foto: Elias Stefanescu/GNP1.de)

Maurice Weber (21-2-1, 8 K.o.) träumt wie jeder Boxer davon, Weltmeister zu werden. Das Super-Weltergewicht bekam die Chance auf das Gold im Mai dieses Jahres gegen Jack Culcay. Ein Handbruch mitten im Kampf erschwerte das Vorhaben und lief auf eine Punktniederlage hinaus. Mit uns sprach der Athlet, der bei der Sturm Box-Promotion unter Vertrag steht, im zweiten Teil unseres exklusiven Video-Interviews ausführlich über dieses Gefecht. Teil 1 ist hier zu sehen. 2016 wird er wieder in den Ring steigen und wünscht sich eine Revanche.

Bereits Jahre vor dem großen WM-Kampf erlitt der heute 34-Jährige einen herben Rückschlag. Eine ernste Handverletzung 2008 legte seine Karriere für Jahre auf Eis. „Leider sind die Versuche immer wieder gescheitert. Nach eineinhalb Jahren Physiotherapie und besuchen bei den besten Handchirurgen Deutschlands, wurde ich irgendwann für Berufsunfähig erklärt in Punkto Boxsport und musste mich neu orientieren“, erzählte uns Weber. Im Interview geht er auf die schwere Zeit ein und erklärt, wie er es, den Ärzten zum Trotz, doch wieder in den Ring schaffte.

In der Begegnung gegen Culcay, sah sich Weber laut eigener Einschätzung vorne: „Nach der 12. Runde habe ich meine Arme hochgehoben. Ich habe gedacht, ich habe gewonnen. Weil die erste Hälfte war deutlich für mich. Dann kam noch hinzu, dass die dritte (Runde) 10:8 für mich gewertet wurde, weil Jack angezählt wurde. Ich hatte gedacht, mit einer Runde liege ich vorne. Aber es gab Menschen, die haben es anders gesehen.“

Mit dem Urteil der Punktrichter war er keinesfalls zufrieden: „118:110, ganz ehrlich, das ist ein Witz. Das ist in keiner Form vertretbar. Ich glaube, jeder, der den Kampf gesehen hat…ich brauche dazu nichts sagen. 118:110. Das bedeutet mathematisch, dass dieser Punktrichter mir nur die Runde zwangsweise gegeben hat, in der Jack angezählt wurde. Er hat mir also keine Runde im Kampf gegeben. Da fehlt mir jegliche Antwort darauf.“

2016 wird er wieder in Aktion treten, wie er uns verriet. Das Ziel ist ebenfalls klar: Die WM wird von ihm fest angepeilt: „Ich bin fest davon überzeugt, dass ich im ersten Quartal 2016 wieder im Ring stehe. Der Reiz, der Kick, dieses Adrenalin, das ist einfach toll. Ich freue mich auf die Zukunft. Ziel ist ganz klar, da gibt es nichts dran zu rüttelt, Weltmeister zu werden. Alles andere ist nicht interessant.“

Außerdem legte er offen, dass er dem MMA-Sport nicht abgeneigt ist und gerne in den Käfig steigen würde: „Ganz ehrlich (lacht). Ich finde es sehr reizend. Ich habe immer gesagt, wenn ich mit dem Boxsport abschließend sollte, würde ich gerne einen MMA-Kampf machen.“

Weitere Themen sind die Freundschaft zu Amir Khan, der psychische Druck im Boxsport, wie lange er als Profi noch weiterboxen will uvm.

Den zweiten Teil des ausführlichen Video-Interviews findet ihr hier: