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Mario Wittmann: Ich will bei One FC kämpfen!

Mario Wittmann will hoch hinaus.

Mario Wittmann (7-3) ist MMA-Fans als echter Haudegen bekannt. Der Kämpfer aus Ingolstädt sammelte neben seinen Mixed-Martial-Arts-Kämpfen auch Erfahrung im Kyokushin Karate bei mehreren deutschen Meisterschaften und konnte 2006 den Oyama Cup gewinnen. Neben Begegnungen im K-1 oder BJJ-Turnieren will er in diesem Jahr wieder Siege im MMA einfahren. Der Blick ist dabei auf das Gold der Young Blood Night gerichtet, allerdings wird der 29-Jährige zuvor beim Full Metal Dojo in Bangkok antreten. Wir sprachen mit der „Fist of Buddha“.

Groundandpound.de: Hallo Mario, du trittst demnächst bei der Metal-Dojo-Reihe in Bangkok an. Was wird dich dort erwarten?
Mario Wittmann: Full Metal Dojo ist eine MMA-Organisation in Asien, die Kämpfer aus der ganzen Welt holt, um sie dann gegeneinander antreten zu lassen. Gekämpft wird wie auch hierzulande im Cage und 3x5 Minuten. Bedingung der Teilnahme ist jedoch, dass man für ein asiatisches Team antritt. In meinem Fall ist es das „Superpro Samui“-Team.

Ein interessantes Konzept, das in Asien für Begeisterung sorgt. Wie hast du davon erfahren?
Das Full Metal Dojo besitzt in Asien schon Kultstatus, obwohl es erst seit knapp zwei Jahren Events veranstaltet. Ich habe mir beim letzten Event schon einige Kämpfe live auf Phuket angeschaut und mir einen Überblick verschafft. Das Level ist schon hoch und hart und die Bedingungen sind auch nicht die einfachsten, da es sehr heiß war und es jetzt in Bangkok nicht anders sein wird.

Wann geht es los und wie lange wirst du dafür in Thailand sein?
Ich werde am 18. Februar nach Bangkok fliegen, um mein Gewicht zu cutten und mich an das Klima zu gewöhnen. Meistens trainiere ich bei dem Superpro-Team auf Samui unter Daniel Peters aus Schweden, der ein sehr erfahrener Ringer ist und mich immer top vorbereitet hat. Die letzte Vorbereitung habe ich im Tiger Muay Thai und Phuket Top Team absolviert, da Danny vom Superpro zu der Zeit nicht in Thailand war. Für das Full Metal Dojo habe ich mich in Deutschland vorbereitet, bei meinem Team und unter der Leitung von Gentian Morina vom Gladiator Fightclub, da es sehr kurzfristig war.

Wie schwer ist es, fern von der Heimat über Wochen und Monate zu agieren oder ist es eine willkommene Abwechslung?
Ich bin ständig auf Reisen, um Erfahrungen zu sammeln, mich mit weitaus stärkeren Kämpfern zu messen und andere Kulturen zu erleben. Letztes Jahr bin ich 22 Mal geflogen und war mehr als 17 Wochen von zuhause weg. Das ist sehr hart für meine Liebsten, Familie und Freunde. Dazu kommt dann auch noch die ewige Einsamkeit, aber das ist der Preis, den ich gerne in Kauf nehme, um andere Kulturen zu erleben und Erfahrungen zu sammeln. Man macht das ja nicht ewig.

Was erwartest du dir von der Teilnahme am Full Metal Dojo?
Ich erwarte mir eine gute Erfahrung und vielleicht die Chance, in Asien Fuß zu fassen, um bei One FC einen Vertrag zu ergattern. Mit Superpro und Danny Peters, die gute Kontakte zu den Leuten von One FC haben, stehen die Chancen nicht all zu schlecht.

Was müsstest du deiner Meinung nach leisten, damit der Traum bei One FC zu kämpfen wahr wird?
Das ist natürlich nie einfach, aber ich denke ich müsste drei oder vier Kämpfe gewinnen in Asien und Deutschland, dann ist das sicher möglich. Ich werde alles daran setzen, erfolgreich zu sein. Ich will bei One FC kämpfen!

In Deutschland wirst du bei der Young Blood Night 4 kämpfen, in deiner Heimat Ingolstadt. Was geht dir bei dem Gedanken durch den Kopf?
Ich freue mich schon riesig auf YBN 4, da es in meiner Heimatstadt ist. Das ist mit auch ein Grund, warum ich nach Thailand fliege. Ich werde mich nach meinem Kampf in Bangkok gleich weiterhin vorbereiten in Thailand.



Als Gegner war Alladin Hantuli geplant, auf den du bereits einige Male treffen solltest, doch erlitt dieser eine schwere Handverletzung bei YBN3 (GnP berichtete). Ihr solltet bereits öfter gegeneinander antreten, wie er uns im Interview verriet, doch klappt dies erneut nicht. Wird es das Duell deiner Meinung nach nie geben?
Der Kampf ist gegen Hantuli ist noch nicht ganz geplatzt, da es zum Glück nur eine Fraktur ist und kein Bruch. Bis zum Event sind noch sechs Wochen. Ich hoffe, dass er den Kampf bestreitet, wenn die Verletzung es zulässt. Man siehe Nick Díaz gegen Anderson Silva, zwei Wochen davor hatte er sich an der Hand schwer verletzt. Mal sehen was sich ergibt. Ein Fluch ist es nicht, eher sehr viel Pech (lacht).

Ich hätte mich schon sehr gefreut, gegen ihn zu kämpfen, da ich schon einmal bei einem Kampf von ihm dabei war und gesehen habe, was er für ein Kämpferherz hat. Zu seiner Aussage, ich hätte ihn gefordert, das ist nicht ganz richtig. Der Veranstalter hatte per Facebook eine Umfrage gestartet, mit einem Online-Voting, und daraus entstand dann das Match. Seit dem Zeitpunkt warten einige darauf. Alladin kämpft sehr intelligent, hat wahrscheinlich damit zu tun, dass er Anwalt ist (lacht).

Gibt es schon neue Gegner für YBN 4, die dir vorgeschlagen wurden?
Einen neuen Gegner habe ich noch nicht, aber vielleicht wäre Pascal Kloser eine Option, der auch gerne um den Titel kämpfen würde. Man könnte auskämpfen, wer um den Titel kämpfen darf. Nach meiner Information kämpft Klose eine Woche später schon, also wird das vielleicht auch nichts. Mal sehen.

Wo werden wir dich noch sehen dieses Jahr?
Anfragen habe ich einige. Mit GMC verhandle ich gerade und We love MMA steht auch nochmal auf dem Plan, da es leider beim letzten Mal nicht geklappt hat. Ansonsten habe ich aus Polen die eine oder andere Anfrage, darum kümmert sich dann mein Polen-Korrespondent Robert Nossol.

Gib es Namen, die dich interessieren, Kämpfer, die du vor die Fäuste bekommen willst?
Es gibt eigentlich nur einen Namen: Kharran Papadopulos! Ich hatte mich für We Love MMA damals hart vorbereitet und auch mein Gewicht gecuttet. Am Tag des Wiegens ist Kharan mit 12 Kilo zu viel gekommen. Ich lag vorne bis kurz vor Ende der letzten Runde und musste mich rausarbeiten aus der Half-Guard. Drei Schläge und der Referee stoppte den Kampf verrückterweise. Seitdem versuche ich, ein Rematch zu bekommen. Falls es einen Veranstalter gibt, der mir die Chance ermöglicht, bitte meldet euch!

Ansonsten gibt es keinen Kontrahenten, den ich unbedingt will. Ich persönlich finde, wir in der deutschen MMA-Szene sollten mehr zusammen trainieren, als uns gegenseitig ins Brett zu geben. Dafür ist Europa einfach zu groß. Zusammen trainieren und ausländische Fighter in die Mangel nehmen, das klingt viel besser.

Was ging dir durch den Kopf, als du gelesen hast, dass MMA wieder im TV gezeigt werden kann? Was erwartet uns 2015/2016 dadurch deiner Meinung nach?
Ich kann mich noch genau daran erinnern, als das Statement der UFC kam und somit klar war, dass MMA wieder im TV gezeigt werden darf. Ich war so happy und zugleich war es irreal. Nun liegt es an uns Kämpfern, daraus was zu machen. Wir alle lieben den Sport, aber wir müssen auch Geld verdienen. Ich denke, dass das Jahr 2015/2016 sehr erfolgreich für die deutsche MMA-Szene wird und uns ein Ansturm von Neulingen in den Gyms erwartet.

Auf deiner Faust trägst du ein Tattoo. Gibt es eine Geschichte dazu?
Auf meinem linken Handrücken ist der Kopf von Buddha tätowiert. Meine Vergangenheit war nicht immer rein und ich habe sehr viel Unfug in der Jugend getrieben. Mit 18/19 bin ich für eine Zeitl ang nach Japan zu meinem Freund Morkat gegangen, um mich selbst zu finden und mir Gedanken über mein Leben zu machen. Mein Freund hat mich dann in ein buddhistisches Kloster mitgenommen und sich viel mit mir unterhalten. Ab den Zeitpunkt habe ich begonnen mich mit der buddhistischen Lehre des Theravada Buddhismus vertraut gemacht. Anfangs war es schwer zu verstehen, da es für westliche Menschen meist Mediation oder eine Philosophie ist und man sich unter Buddhismus nicht sehr viel vorstellen kann.

Nachdem ich dann nach Thailand ging, habe ich die Lehre komplett angenommen und mich weiterhin der Lehre und dem Training gewidmet. Seitdem bin ich sehr ehrfürchtig und überlege dreimal, bevor ich etwas mache. Meine Tattoos sind alle dem Buddhismus gewidmet. Ich habe einige Tattoos, die mir in Thailand mit dem Bambus geschlagen wurden. Der Buddha auf meiner Hand hat mir zu meiner Anfangszeit im MMA unter anderem bei Kiru, Outsider Cup usw. viel Glück gebracht und Knock-outs mit genau dieser Faust beschert. (lacht) Für mich deutet es Frieden in meinem Leben, und da es auf der Hand ist und ich es immer zu Gesicht bekomme, erinnert es mich stets daran.

Danke für das Interview und deine Zeit und viel Erfolg für die kommenden Aufgaben.
Ich will den Lesern und Kritikern noch eine Nachricht mit auf den Weg geben: Verliert die Scheu und Angst vor dem Sport namens MMA und besucht euer nächstgelegenes Gym, verschafft euch einen Einblick von der wohl abwechslungsreichsten Sportart der Welt!

Ich möchte mich noch bedanken bei meinem Team MMA Mundial und Gentian Morina vom Gladiator Team, der viel Zeit in mich investiert hat. Vielen Dank auch an meine Sponsoren, Booster, Audi AG, Golden Monkey Sisha Lounge, Axels Tattoosstudio und ein großes Dank an das Groundandpound.de-Team für diese Möglichkeit, mich zu Wort zu melden.