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Louis Smolka: Rivalität mit den Iren?

Steht plötzlich im Hauptkampf: Louis Smolka (Foto: Florian Sädler/GNP1.de).

Louis Smolka wirkt gut gelaunt und entspannt, als er am Donnerstag beim offiziellen Medientag von UFC Dublin auftaucht. Keine 24 Stunden ist es her, seitdem er erfahren hat, dass er am Samstag gegen den Dubliner Paddy Holohan den Hauptkampf bestreiten wird. Nachdem Dustin Poiriers Kampf gegen Joseph Duffy kurzfristig abgesagt wurde, ist nun Smolka bis zum Samstagabend das neue Feindbild der irischen Fans – die Ruhe zu bewahren, ist da wohl keine so schlechte Idee.

„Ich freue mich, aber es ändert meinen Plan für den Kampf nicht im Geringsten“, so Smolka über die unverhofften Neuigkeiten. „Es ist unglaublich, plötzlich im Hauptkampf zu stehen. Ich kann das Wiegen kaum abwarten, um die Reaktion der Fans mitzuerleben.“

Ob der Hawaiianer Smolka sich am Freitag immer noch freuen wird, wenn er nach einem harten Gewichtscut mit ohrenbetäubenden Buhrufen begrüßt wird, bleibt abzuwarten. Smolka macht sich zumindest keine Illusionen, wem die Unterstützung der irischen Fans gelten wird: „Ich erwarte eine feindselige Reaktion der Zuschauer. Ich rechne aber vor allem mit einer starken Energie von der Tribüne.“

Zu einem gewissen Level hat Smolka die Energie der irischen Fans bereits miterleben dürfen – im Juli trat er bei UFC 189 gegen den Dubliner Neil Seery an, den Heerscharen von McGregor-Fans im Vorfeld von dessen Titelkampf lautstark unterstützten. Gewonnen hat Smolka trotzdem.

Dieser Sieg gegen seinen Landsmann hat Paddy Holohan dazu bewegt, Smolka herauszufordern. Bahnt sich da möglicherweise eine Fehde zwischen zwei Inseln an? „(Die Iren) kämpfen halt gerne, Bruder“, lacht Smolka. „Ich komme aus Hawaii und wir sind natürlich auch immer für einen Kampf zu haben. Vielleicht entwickelt sich da ja gerade so eine kleine Rivalität, aber dabei steht immer der Spaß im Vordergrund.“

„Ich mache das nicht zum ersten Mal – einer meiner Kämpfe war auf den Philippinen gegen einen Lokalmatadoren und die Zuschauer haben mitten im Kampf seinen Namen gegrölt. Als wenn ihm das irgendwie helfen würde, aus meinem Aufgabegriff herauszukommen.“

Am Samstag geht es um mehr als nur den nächsten Sieg. Die nächste Titelchance steht nicht auf dem Spiel, alleine die zusätzliche Aufmerksamkeit durch die neue Position im Hauptkampf verleiht dem Duell aber eine höhere Bedeutung, als es ohnehin gehabt hätte: „Wer diesen Kampf gewinnt, wird in die Top 15 vorrücken“, ist sich Smolka sicher.

Einen nächsten Gegner hat Smolka allerdings nicht im Sinn, sollte er Holohan am Wochenende schlagen können und sich damit den dritten Sieg in Folge sichern: „Da müsste ich das aktuelle Geschehen nachschlagen und mir die letzten Kämpfe von all den Kämpfern anschauen“, so der 24-Jährige. „Ich kann auch nicht über Paddy hinwegschauen – ich habe Fehler von dieser Sorte schon gemacht. Es ist nie gut, jemanden zu unterschätzen.“

Auf was speziell wird der Hawaiianer also im Octagon aufpassen müssen? „Wir haben uns im Training vor allem auf den Standkampf in der Distanz konzentriert, weil er eine lange Reichweite hat“, erklärt Smolka. „Da muss ich drum herum kommen. Allgemein einfach ein paar Details, die wir in seinen Kämpfen entdeckt haben. Ich habe keine Angst vor ihm, aber auf seinen Kampfstil muss man sich gründlich vorbereiten.“