Interviews

Kerry Hughes warnt Marie Lang: Ich beende meine Kämpfe immer schnell!

Kerry "Rocksteady" Hughes (Photo: Dolly Clew/Cage Warriors)

Kerry Hughes ist MMA-Fans in England ein Begriff. Die charismatische 31-Jährige will ihren Bekanntheitsgrad jetzt auch auf Deutschland ausweiten und wird bei der Stekos Fight Night um den Titel im Kickboxen kämpfen. „Rocksteady“ wird im Hauptkampf des Abends gegen WKU-Weltmeisterin Marie Lang am 12. März die Fäuste schwingen (GNP1.de berichtete). Bevor es im Münchner Postpalast für die Wachtmeisterin der Londoner Schutzpolizei zur Sache geht, sprachen wir mit Hughes, die sich auf diese Begegnung in Las Vegas vorbereitet.

GNP1.de: Hallo Kerry. Erzähl uns, wie du zum Kampfsport kamst. Du arbeitest als Sergeant bei der Schutzpolizei in London und opferst nebenher einen großen Teil deines Lebens für den Profisport.
Kerry Hughes: Ich habe mit Kampfsport eigentlich angefangen, um fit zu werden und etwas abzunehmen. Mit dem Support meiner Spitzen-Coaches Stuart Barlegs, Jack Mason, Nick Albert, Jez Lord und besonders Stephen Byerley, habe ich mich zur Profikämpferin entwickelt. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass sich alle Aspekte meines Lebens damit geändert haben. Es hat direkte Auswirkungen auf mein Aussehen und mein Selbstvertrauen. Ich liebe die Herausforderung und jeden Schritt, den ich auf diesem verrückten Weg, der sich Kampf nennt, weitergehe. Ich weiß zwar nicht wo und wie dieser Weg enden wird, hoffentlich nicht im Krankenhaus, aber ich genieße jede Minute dieser Reise mit den Leuten an meiner Seite. Die meisten Menschen schaffen es nicht ihren Traum zu leben und ich bin sehr dankbar dafür.

Ursprünglich solltest du am 27. Februar einen MMA-Kampf bei BAMMA 24 bestreiten, aber deiner Kontrahentin Sinead Kavanagh war es nicht möglich das geforderte Gewicht zu bringen. Was war genau los?
Ja, das ist leider wahr. Bereits im Januar legte sie offen, dass sie die 61kg nicht packt. Dass ich enttäuscht bin ist eine Untertreibung. Wir hatten die Verträge im November unterschrieben, sie hatte somit Zeit genug – und dass ich dann eine Gewichtsklasse aufsteige, um den Kampf möglich zu machen, das habe ich nicht eingesehen. Der Kampf wurde abgeblasen. Ich hoffe wir können einen Rückkampf im Mai ansetzen. Ich hatte mich nämlich darauf gefreut, bei BAMMA anzutreten, aber durch diese Absage haben sich mir neue Türen geöffnet – Ich glaube, dass Dinge nicht ohne Grund passieren.

In einem Interview sprach Kavanagh davon, in die UFC zu wollen – und das noch dieses Jahr. Was geht dir durch den Kopf, wenn du so etwas hörst?
Haha, das habe ich gar nicht mitbekommen. Natürlich ist alles möglich, aber wenn man ihr Können mal außen vor lässt, meines Wissens plant die UFC keine Federgewichtsklasse (65kg), somit wird das wohl nichts. Trotzdem wünsche ich ihr viel Erfolg, es ist immer gut Frauen aus Europa in der UFC zu sehen.

Wie kam es zum Vertrag mit der Stekos Fight Night?
Mein Coach hat den Kontakt hergestellt und mich gefragt, ob ich für die WKU-WM in Deutschland antreten will. Ich wusste zwar nicht viel über Marie, aber nehme jeden Kampf an, der eine Herausforderung darstellt. Es ist schon ein Weilchen her, dass ich im Kickboxen angetreten bin, und besonders da ich in der Vorbereitung für BAMMA war, ist eine tolle Chance mein Können unter Beweis zu stellen – also habe ich angenommen. Sehr wenige Menschen bekommen die Chance um die WM zu kämpfen.

Welche Erfahrung besitzt du im Kickboxen? Du hast u.a. Thaibox-Sternchen Amanda Kelly K.o. geschlagen (im MMA).
Ich betreibe Kickboxen seit einigen Jahren und hielt u.a. den britiscen UCF K-1Titel als Amateur und bin die Nummer drei im Muay Thai in England in meiner Gewichtklasse. Ich kämpfe jetzt erstmals um die WM und bin sehr stolz darauf.

Es wird dein erster internationaler Kampf. Steigert das die Vorfreude oder bedeutet das mehr Druck?
Es ist tatsächlich mein erster internationaler Kampf und ich freue mich sehr darauf. Ich liebe Deutschland, somit ist es wirklich toll herreisen zu können. Ich habe auch eine Einkaufsliste gemacht (lacht). Was den Druck angeht, ich denke der steigt etwas, aber nur weil ich mich frage wie die Flüge und die Umstellung mein Gewicht beeinflussen werden. Im Ring fühle ich mich wohl, da mache ich mir keine Sorgen. Ich weiß aber, dass das Publikum nicht auf meiner Seite sein wird, was mich motiviert noch mehr zu geben. Ich bekomme die Möglichkeit mein Können vor einem ganz neuen Publikum unter Beweis zu stellen – und genau das ist der Grund weshalb ich kämpfe.

Worauf freust du dich besonders in München, abseits des WM-Kampfes?
Ich werde zwar nicht allzu lange dort sein, aber ich will mir auf jeden Fall die Stadt, das Nachtleben und den Sauerkraut-Fetisch ansehen (lacht). Ich werde auch schauen, dass ich mich kulinarisch etwas weiterbilde – ihr könnt mir gerne Vorschläge machen.

Da du aus dem MMA kommst, gab es Stimmen, dass du dich womöglich nicht an die Regeln im Kickboxen hältst. Meinst du, dass es ein Problem sein wird, nicht in den Clinch gehen zu wollen oder instinktiv ein Bein zu fangen oder gar deine Gegnerin zu werfen?
Ich trainiere das letzte Jahr intensiv Muay Thai und das heißt natürlich, dass ich mein Stil anpassen muss für dieses Duell. Aber es sind keine großen Umstellungen. Ich liebe es zwar im Clinch zu kämpfen, aber ich habe auch vorher ohne Clinch gekämpft und gehe nicht davon aus, dass es ein Problem wird. Aber du hast Recht, ich arbeite hart daran, keine Kicks abzufangen. Ich muss auch darauf achten, dass der Spinning-Backfist nicht erlaubt ist. Ich bin aber guter Dinge.  

(Photo: Kelly Smith/Awakening)

Du trainierst aktuell im Syndicate MMA in Las Vegas. Was hat dir die Vorbereitung in den Staaten für das Titelduell gegen Lang gebracht?
Ich habe wirklich viel dort gelernt und großen Spaß gehabt. Der Großteil des Trainings war zwar für meinen geplanten MMA-Kampf und beinhaltete viel Ringen, BJJ und MMA, trotzdem habe ich mich auch aufs Kickboxen konzentriert und an den Grundlagen gearbeitet, Fehler ausgemerzt und meinen Kampfstil verbessert. Das Team beim Syndicate MMA ist fantastisch und hat mir sehr geholfen. Ich habe täglich mit Leuten wie John Wood, Tom Lawlor, Vinny Malghales oder Chaz Mulk gearbeitet. Ich habe sehr viel gelernt und bin sehr dankbar für diese Erfahrung. Den Großteil meines Trainingcamps für diesen Kampf habe ich mit meinem Muay Thai-Coach Jez Lord vorbereitet. In England trainiere ich bei Semtex Essex und BKK Fighters. Ich bin froh mit so tollen Trainingspartnern und Gyms zusammenarbeiten zu können.

Es gab einige Artikel in Deutschland, mit Zitaten von dir, bezüglich des Duells gegen Lang. In diesem sprachst du von „MMA vs. Kickboxen“ oder „aus Lang mache ich kurz“. Was meintest du damit?
Ganz ehrlich: Das habe ich nie gesagt. Ich weiß nicht, woher diese Zitate stammen. Ich bin an sich keine reine MMA-Kämpferin. Ich bin eine Kämpferin und ich werde im Kickboxen antreten und der Welt zeigen, dass ich beide Kampfstile beherrsche. Und dieses „aus Lang mache ich kurz“-Wortspiel: Jeder, der mich kennt weiß, dass ich Kämpfe schnell beenden will. Das war schon immer so.

Siehst du diesen Kampf als Duell zwischen MMA und Kickboxen oder um zu zeigen welche Kampfsportart effektiver ist? Jedenfalls wurde es teilweise so in der Presse dargestellt.
Nein, das war nie meine Intention. Die Begegnung findet im Kickboxen statt und der Großteil meiner MMA-Techniken sind somit stillgelegt in diesem Fight. Ich bin aber sehr gespannt darauf, wie unsere beiden Kampfstile gegeneinander ankommen. Ich sehe den Kampf eher als Länderduell: Deutschland gegen England.

Was hältst du von der WKU-Championesse Marie Lang?
Persönlich kenne ich sie nicht, aber als Kämpferin besitzt sie einen sehr interessanten Kampfstil und ist offensichtlich sehr erfolgreich. Wir sind schon sehr verschieden, denke ich – im aber auch abseits des Rings.  

Was musst du tun, damit du diese Begegnung gewinnst?
Das ist eigentlich ganz einfach: Ich muss sie öfter und effektiver treffen, als sie mich.

Amanda Kelly (l.) wird hart getroffen von Kerry Hughes. (Foto: Dolly Clew/Cage Warriors)

Wie willst du den Kampf beenden?
Ich ziehe nie mit einem strikten Gameplan in einen Kampf, weil ich denke, dass es einen behindert, wenn man sich auf etwas versteift. Es verhindert die Anpassungsfähigkeit und Kreativität im Kampf. Wie ich gewinne, weiß ich nicht, aber ich werde jede Möglichkeit nutzen und den Zuschauern auf Sat1 eine Show bieten.

Hast du eine Nachricht für Marie Lang?
Ja. Marie, ich freue mich darauf, dich am 12. März im Ring zu treffen. Ich hoffe, dass  du dich hart auf diese Begegnung vorbereitest – ich zu meinem Teil tue es. Ich hoffe du bist bereit für eine Schlacht. Lass uns den Kampf des Abends machen und die Fans begeistern.

Vielen Dank für deine Zeit und viel Erfolg in München!
Ich habe zu danken. Bedanken möchte ich mich außerdem bei meinen Sponsoren für die Unterstützung. Nehmt euch die Zeit und schaut sie euch einmal an. Ich arbeite mit ihnen nicht ohne Grund zusammen.

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Kerry Hughes (r.) dropps Amanda Kelly. (Picture: Dolly Clew/Cage Warriors)

The Interview in English:

MMA-Fans in England know Kerry Hughes. The charismatic 31-year-old wants to extend her degree of familiarity to Germany as well and will step into the ring at the Stekos Fight Night, where she will fight for the world title in kickboxing. “Rocksteady”, who also is a uniform response sergeant in the police in London, will face WKU-Champion Marie Lang on March 12 in the Main Event. We talked to Hughes, just days before her fight in Munich, while she was training in Las Vegas.

GNP1.de: Hello Kerry. Tell us, how did you get into fighting and how does that all work together with your job as uniform response sergeant in the police in London? You certainly put a lot of your lifetime in those two careers.
Kerry Hughes: I originally got into fighting purely to try and get fit and lose some weight, but with the support of my amazing coaches – Stuart Barlegs, Jack Mason, Nick Albert, Jez Lord and particularly Stephen Byerley – it has turned into a professional fight career, it’s no exaggeration to say that it has completely changed every aspect of my life and had a real impact on my appearance and confidence too. I am loving the competition and every step I take along the crazy road that is fighting is another huge personal achievement for me. I don’t yet know where it will end up (hopefully not accident and emergency), but I’m enjoying every minute of the journey and all of the wonderful people that I am meeting and getting to know along the way. Most people never get to go out and live their dreams in the way that I’m doing and I’m incredibly grateful for the opportunities.

You were scheduled to fight Sinead Kavanagh at ‎BAMMA 24, but your opponent couldn’t make the scheduled weight. What happened there?
Yes, sadly my opponent decided in January that she couldn’t meet the weight at 135lb, to say I am annoyed is rather an understatement given that we signed contracts in early November, unfortunately I wasn’t prepared to travel up a whole weight class under the circumstances and so the fight was cancelled. I’m hopeful of being re matched on their May card though. I’m really sad about it as I was looking forward to making my promotional debut and returning to MMA after a hiatus, but I’m a great believer that everything happens for a reason and her issues with weight management have opened up some rather interesting opportunities for me elsewhere, so I’m not dwelling on it.

In an Interview, Kavanagh said she wants to see herself in the UFC this year. What do you think about that?
Ha ha ha ha ha, I hadn’t seen that. Well, I suppose anything is possible, but taking ability and aptitude aside, as far as I am aware the UFC has no plans for a 145lb division, so on that basis alone I imagine she may be disappointed. Best of luck to her though, would be nice to see more European women in the UFC.

How did you get the title fight at Stekos Fight Night?
I was asked by my coach whether I would like to fight for the WKU world title over in Germany, I don’t know much about Marie but I never turn down a fight that sounds fun, it’s been a while since I competed in kickboxing but I decided that I didn’t want to waste all the hard work I had done in preparation for BAMMA so I accepted. I feel that very few people ever get the opportunity to compete for the title ‘World Champion’ and that such a wonderful challenge is something I could never turn down.

What experience do you have in Kickboxing? We know you beat Scottish Thaiboxing-Queen Amanda Kelly in MMA.
Well I have practiced kickboxing for a few years now. I held the UCF British K1 title as an amateur and am currently ranked number 3 in the UK for Muay Thai at my weight class. I’ve never fought for such a prestigious kickboxing title though and I am really flattered to be given the opportunity.

It will be your first international bout. Is it more fun, a new challenge or added pressure?
It is indeed my first international bout. I am really looking forward to it – I love Germany so it’s nice to get to travel over there at any time, I’ve already got a shopping list of goodies to bring home! I think it adds to the pressure a little, but more in the sense that I don’t know how the flights etc will affect my weight cut, other than that though it’s just another day in the ring. I have a couple of wonderful people coming over to support me and having the home crowd against me always galvanises me to perform better. It’s exciting that I will be able to showcase my talents in front of a whole new crowd of fight fans and put on a performance – after all, that’s why we do what we do!

What are you looking for, except the fight, in Munich, Germany?
Well, I won’t be there for long but I certainly plan to check out some of your amazing nightlife over there and I have a slight Sauerkraut fetish, haha, so I will be looking for some places to eat too – any and all recommendations gratefully received.

Will it be tough to observe the rules, not to catch a leg, clinch or even throw your opponent, like you do in MMA?
The fact that I have been training exclusively Muay Thai for the past year or so does mean that I have had to adjust my training in the run up to this fight, but nothing major. I love to clinch but I have fought without it before and so I don’t expect that to be a problem, I am working hard to train myself out of catching kicks though – I also have to remember that the spinning backfist is not allowed! I think everything will be alright.

You are training at Syndicate MMA in Las Vegas. How will it help you for this bout?
I had the time of my life at Syndicate MMA in Las Vegas, the majority of the training over there was for my MMA and involved a lot of wrestling, BJJ and general MMA, however I was still maintaining my kickboxing training and spent some time correcting some fundamentals that have really helped improve me. The team out there are fantastic, so knowledgeable and experienced and I had the likes of John Wood, Tom Lawlor, Vinny Malghales and Chaz Mulkey teaching me on a daily basis. I’ve picked up so much and am incredibly grateful for all the time those guys spent with me. The majority of my training for this fight though has been with my Muay Thai coach, Jez Lord, back in the UK, where I train between Semtex Essex and BKK Fighters. I’m privileged to work with some truly amazing coaches and training partners at both gyms.

There were some articles in the German press that said you are labeling this fight as MMA vs. Kickboxing and some quotes saying that you want to make it a “short” fight. What did you mean by that?
Well, I've not said either of those things. I'm not an MMA fighter per se, I'm a fighter, I will be going out there to have a kickboxing fight and show the world that I am capable in both styles and adaptable. As to making short work of Lang, anyone who knows me knows I like to finish fights as quick as possible, that's not changed in the last few months!

Do you see this fight as MMA vs. Kickboxing?
No, not at all, this is a kickboxing fight and the majority of the techniques in MMA are wholly defunct for the purpose of this fight. I will be interested to see how our very different striking styles play out against one another though. I see this fight as Germany vs. England!

What do you think about the champion, Marie Lang?
I know nothing about Marie on a personal level, as a fighter I think she is interesting to watch and is obviously very successful, we are very different in terms of our personal style in fighting – both inside and outside of the ring.

What do you need to do to win this fight, as it probably will be a contrast in styles?
Hit her more times and more effectively than she hits me – basically.

How do you want to win/finish this bout?
I never go into a fight with a strict game plan as I feel that it hinders your adaptability and creativity. I will take any opportunity presented to me and the viewers of SAT1 will get to see the result. I will put on a show.

Do you have a message for Lang?
Yes: Marie, I’m looking forward to meeting you in the ring on the 12th March. I hope you are training hard for this, because I certainly am. I wish you the very best of luck in your preparation and hope you are ready for a war. Let’s make sure the ladies take Fight of the Night and the fans are entertained.

Thank you for your time and good luck for your fight in Munich!
Thank you! I would also like to thank all my amazing sponsors for their help and support – please do take the time to check them out, I work with them for a reason and that is because they are top quality and provide great service: 

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