Interviews

Kämpfer erfährt auf Facebook von Kampf gegen Daniel Dörrer

Daniel Dörrer (Foto: Mark Bergmann)

Courage zahlt sich aus. Nur fünf Tage vor der 8. Merseburger Fightnight war Michael Lorenz gegen den erfahrenen Daniel Dörrer eingesprungen. Am Ende reichte es zum Sieg. Dabei hatte Lorenz erst aus dem Internet erfahren, dass er es überhaupt mit dem Sat.1-Kickboxer zu tun bekommt.

Am Montag voriger Woche klingelte das Telefon des Berliner Thaiboxers Michael Lorenz. Sein Trainer Thomas Berger war am Apparat, Lorenz könne kurzfristig bei der 8. Merseburger Fightnight antreten. Lorenz sagte wie immer sofort zu, vom Gegner Daniel Darakan hatte er jedoch noch nie etwas gehört. Wenig später posteten die Veranstalter die Paarung auf Facebook. Da erst wurde Lorenz klar: Er hatte sich verhört, kämpfte nicht gegen einen Unbekannten, sondern gegen den Sat.1-Kickboxer und früheren Weltmeister Daniel Dörrer.

„Daniel Dörrer? Oh happy Day“, dachte sich Lorenz da, wie er nun im Interview mit GNP1-TV verriet. „Früher haben wir noch Steko Fight geguckt und da hat er noch gekämpft, da haben wir das alles nur geträumt. Und dann stehe ich jetzt hier und habe gegen ihn gekämpft. Das ist einfach nur geil.“

Nach einem harten Kampf über drei Runden konnte das Berliner Nachwuchstalent einen einstimmigen Punktsieg einfahren. Für Dörrer jedoch kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. Der allzeit gut gelaunte Sympathieträger trällerte selbst nach der Niederlage noch fröhlich ins Mikro: „Heute gibt’s eigentlich keinen Verlierer, meiner Meinung nach.“

„Das war ein Spitzen-Fight, den wir heute geliefert haben. Er war heute der bessere Mann, hat verdient nach Punkten gewonnen. Also ich bin nicht traurig, wenn ich einen Kampf verliere, auf keinen Fall. Ich sehe das immer als Möglichkeit, persönlich zu wachsen.“

Lorenz war spritziger, aggressiver, suchte den Infight, clinchte und schloss immer wieder mit Kniestößen ab. Dörrer wirkte dagegen ungewohnt langsam, behäbig, traf deshalb selten mit seinen Kicks. Die Erklärung:

„Das soll überhaupt nicht nach Entschuldigung klingen, aber bis vor zwei Wochen lag ich noch mit einem kaputten Schienbein – ich habe hier einen Cut, deswegen bin ich hier auch abgetaped – lag ich noch eine Woche im Krankenhaus und musste Antibiotika schlucken. Aber ist scheißegal, ich bin heute hier angetreten, habe mich fit gefühlt, gut gefühlt und aus dem Grund schmälert das überhaupt nicht deine Leistung“, so Dörrer zu Lorenz. „Im Gegenteil, du hast kurzfristig dem Kampf zugesagt, das muss man auch erst einmal machen. Da hast du Mega-Eier bewiesen.“

Ebenfalls positiv anzumerken: Beide Kämpfer zeigten eine Menge Sportsgeist und verbeugten sich nach dem Kampf voreinander im Ring. Das gesamte Interview mit beiden gibt es hier zu sehen: