Interviews

„Kämpfe innerhalb der deutschen Top Ten? Fast unmöglich“

Seit Jahren gut befreundet: Mathias Gäbler und Ingo Baberski, Veranstalterduo der Merseburger Fight Night (Foto: Privat).

Am 3. Oktober wird es in Merseburg wieder rund gehen - zum achten Mal findet in Sachsen-Anhalt die Merseburger Fight Night statt. Zwar mussten einige Namen im Vorfeld der Show ihre Teilnahme absagen, das Veranstalterduo Mathias Gäbler und Ingo Baberski ist sich aber sicher, dass den Zuschauern in der Jahrhunderthalle Spergau am Tag der deutschen Einheit trotzdem eine gelungene Show geboten werden wird. Wir haben uns mit den beiden unterhalten:

GNP1.de: Wie kam es zur Zusammenarbeit von euch beiden?
Ingo Baberski: Ich hatte mit Mathias seit letztem Jahr wieder regelmäßigen Kontakt und erfuhr von ihm Anfang des Jahres, dass sein eingeschlagener Weg aktuell nicht der richtige für ihn war. Und aus diesem Grund fragte ich ihn, ob er sich vorstellen könne, mit mir zusammen eine Veranstaltung zu planen.

Mathias Gäbler: Wir kennen uns schon seit 20 Jahren und sind seitdem gut befreundet. Auch, wenn wir uns mal aus den Augen verloren hatten wegen unseres beruflichen Werdegangs, haben wir Anfang des Jahres darüber gesprochen, mal etwas zusammen zu machen. Gesagt - Getan. Ingos Kontakte und Erfahrung, gekoppelt mit meinem langjährigen Wissen im Geschäft und dem Gespür für das, was ankommt: Kann nur funktionieren.

GNP1: Neben vielen K-1-Duellen und MMA-Fights habt ihr auch ein MMA-Turnier auf die Beine gestellt, bei dem 5000 Euro auf dem Spiel stehen. Wie kam es dazu?
Baberski: Wir setzten uns zusammen und aus jedem von uns sprudelten Ideen heraus. Und wir fanden einen gemeinsamen Nenner – wie kann man versuchen, die Deutsche Top Ten zu überzeugen, gegeneinander zu kämpfen? Mit gut zureden? Mit Schulterklopfen? Oder mit der Aussicht auf bessere Plätze im Ranking? Wir kamen zu dem Schluss, dass es doch eigentlich nur Geld sein könnte und dachten uns ‚Okay, warum jedem Einzelnen was zahlen, wenn wir einen großen Pott machen können mit 5000 Euro?‘ Vielleicht ist das ein Anreiz für die Top Ten?

Gäbler: Wie Ingo schon sagte – da es keine direkten Vergleiche gibt, bei denen man wirklich sehen kann, wer der beste Fighter in Deutschland ist, war dies nur die logische Schlussfolgerung.

GNP1:Es sollte ein German-Top-Ten-Turnier werden. Seid ihr enttäuscht, dass es am Ende etwas anders kam?
Baberski: Hmm, enttäuscht? Mathias und auch ich haben bei unseren Planungen für Veranstaltungen schon immer mit Absagen Leben müssen. Allerdings nicht mit so Ungewöhnlichen. Aber es ist, wie es ist... Das ist das Leid eines Veranstalters.

Gäbler: Es war wohl nur eine Seifenblase, mit einem mulmigen Gefühl sind wir da gestartet und wir sollten wohl Recht behalten. Dies wird wohl immer schwieriger sein zu realisieren. Und dies ist natürlich Schade. Dafür haben wir mit Abus die neue - ich sage es mal vorsichtig - UFC-Hoffnung an Bord. Denn weit weg scheint das für ihn nicht mehr zu sein…

GNP1:So ist es jetzt ein international gut besetztes Turnier, auf das man sich freuen kann. Warum habt ihr zu Kämpfern aus dem Ausland gegriffen?
Gäbler: Es gibt im Ausland Kämpfer, denen es nicht um Statistik-Hascherei geht, die wollen einfach nur in den Käfig oder Ring - egal wer Ihnen da im Weg steht. Abus ist auch so jemand. Ohne zu wissen, gegen wen er kämpfen sollte, ohne Vorbereitung – er stellt sich jedem. Aber gegen ihn will in Deutschland eh keiner kämpfen.

GNP1: Wie schwer ist es, deutsche Top-Kämpfer gegeneinander zu stellen und warum, denkt ihr, kommt es immer wieder zu Ausfällen, so dass solche Fights selten stattfinden?
Baberski: Es kann halt passieren, dass man plötzlich Schmerzen bekommt, sei es beim Training, beim Kampf oder beim Chips essen zu Hause, und dann ist es natürlich verständlich einen bzw. zwei mögliche Kämpfe abzusagen. Aber warum es schwer ist, deutsche Top-Ten-Leute zu motivieren, gegeneinander zu kämpfen, das solltest du sie lieber selber fragen.

Gäbler: Es ist ganz schwer bis unmöglich. Entweder, sie sind miteinander befreundet oder es kommen halt andere Gründe in Betracht, warum es gerade jetzt nicht passt.

GNP1: Es ist die bisher achte Gala, die immer wieder mit starken Namen glänzt. Wie zufrieden seid ihr mit der finalen Fight Card?
Baberski: Dafür, dass es einige Absagen gab, muss ich gestehen, haben Mathias und ich uns ein wenig Strecken müssen, aber es hat sich gelohnt. Die Merseburger Fight Night glänzte schon immer mit Qualität. Und nicht in erster Linie mit Quantität.

Gäbler: Wir sind sehr zufrieden mit der Card. Auch, wenn sie bei uns graue Haare ausgelöst hat. Fast jeden ausgefallenen Kampf konnten wir adäquat ersetzen. Auch, wenn ursprünglich schon so die ein oder andere Traumpaarung dabei war. Aber es soll ja nicht unsere letzte Gala sein...

GNP1: Ihr lasst auch Athleten aus der Region an den Start gehen. Wie wichtig ist es, diese vor große Aufgaben zu stellen?
Baberski: Gerade für die Nachwuchskämpfer ist es wichtig, eine Plattform zu haben, um sich auch vor großem Publikum zu beweisen. Erfahrungen zu sammeln, nicht nur bei kleinen Haus-Veranstaltungen, sondern auch bei professionellen Galas. Außerdem will ich meinem fleißigen Bienchen Lea Schneider danken, deren Eltern sie jeden Tag – fünf mal die Woche – zum Training gefahren haben. Zwanzig Kilometer. Und in der gesamten Vorbereitung hat sie nicht ein Training ausgelassen.

Gäbler: Wenn wir unseren eigenen Schülern nicht die Chance geben, wem dann? Dazu kommt, dass es den Menschen in der Region zeigt, dass ihr Arbeitskollege, Nachbar oder Freund mehr macht als nur seinen Rasen zu mähen. Sie werden aufmerksam und fangen an, sich dafür zu interessieren. Dies macht den - unseren - Randsport bekannter und trägt ihn von Mund zu Mund. Bis er endlich auf offene Ohren trifft.

GNP1: Welche Duelle sind eure eigenen Highlights am 3. Oktober?
Baberski: Natürlich das Turnier, denn schließlich stehen sich vier Kämpfer auf gleicher Höhe gegenüber. Auch, wenn die Bilanzen unterschiedlich sind, ist das allen Akteuren egal, denn was sind schon Bilanzen?

Gäbler: Jede Paarung bringt Duelle auf Augenhöhe mit sich und ich bin heiß auf jede. Egal, MMA oder K-1. Sonst hätten wir die Paarungen nicht so gewählt. Aber ganz vorne angestellt, sind meinen beiden Schüler Patrick Pable und Steve Kraneis. Diese haben sich jeden Tag mit mir und meinem Trainerstab gequält, trotz Zeitnot, Platzmangel und etlichen anderen Problemchen. ...

Darüber hinaus danke ich Katharina Drasdo (Judo) Dane Berlich (Boxen), Aron Schneider (Wing Fight - Grappling), Viktor Brüggemann (BJJ) und Klaus Gaydosik (MMA) für eure Unterstützung. Sorry, das musste ich loswerden.

GNP1: Wird es neben den Kämpfen auch ein Rahmenprogramm oder Showelemente geben?
Baberski: Ja, natürlich, durch die Zusammenarbeit mit Mathias konnten wir aus seinen langjährigen Erfahrungen in diesem Bereich einiges mit in das Programm bringen. Es werden dem Publikum nicht nur actionreichen Kämpfe geboten, sondern auch ein Showprogramm, das es in sich hat... Kommt und erlebt es

Gäbler: Natürlich wird es ein absolut sensationelles Showprogramm geben. Ich habe mittlerweile schon acht Veranstaltungen gemacht, welche bekannt geworden sind unvergleichbar waren. Bei uns geht es eben nicht nur um die reinen Kämpfe. Unser Ziel ist klar definiert: Es soll jedem Gast ein unverwechselbares Programm geboten werden, welches im Kopf bleibt. Egal, aus welcher sozialen Schicht, Herkunft, Rasse oder Religion man kommt oder wie alt man ist. Unsere Veranstaltung hat keine Altersbeschränkung.

GNP1: Warum sollten Kampfsportfans sich die 8. MFN nicht entgehen lassen?
Baberski: Ganz klar! „Let me entertain you“ ist unser Motto und dieses setzen wir rigoros um. Wer sich so etwas entgehen lässt, ist selber schuld. Kampfsport, Show, Action, Adrenalin. Mehr gibt es eigentlich gar nicht zu sagen.

Gäbler: Uns selber gefällt die Show so gut, dass wir uns am liebsten selber eine Karte kaufen würden, um uns das ganze entspannt anschauen zu können. Aber naja, daraus wird wohl nichts…

Weitere Infos zur Veranstaltung unter: www.merseburger-fight-night.de