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Judith Ruis vor Bellator-Einsatz: Das ist eine Riesen-Ehre!

Judith Ruis (Foto: Till Scheel)

Am 22. Februar hält Bellator MMA die erste Europa-Fight Night im Jahr 2020 ab. Dabei geht es nach Dublin. Mit dabei: Judith Ruis. Die Deutsche wird dort den Hauptkampf von Bellator Dublin bestreiten und trifft auf Lokalmatadorin Leah McCourt. Ruis will dabei die beste Serie ihrer Profi-Karriere fortsetzen und gegen McCourt den dritten Sieg in Folge feiern – gleichzeitig schreibt sie Geschichte, als erste deutsche Kämpferin bei Bellator MMA und das auch noch im Main Event. Wir sprachen mit der 34-Jährigen, die mit einem Erfolg in Irland das internationale Rampenlicht auf sich richten könnte.

GNP1: Hallo Judith, wie laufen die Vorbereitungen derzeit?
Judith Ruis: Die Vorbereitungen laufen gut und sind jetzt in den letzten Zügen. Dafür arbeiten wir auch eng und intensiv mit einigen befreundeten Gyms zusammen, die uns hier mit erfahrenen Trainern und Sparringspartnern zur Seite stehen, allen voran das German Top Team aus Reutlingen, aber auch Alpen BJJ und Total Combat Thannberg - und natürlich unsere eignen Leute vom Budokeller-Bonlanden und meine Trainer, die ständig und jede freie minute in die Vorbereitung investieren.

Was bedeutet es dir, als erste Deutsche bei Bellator MMA in den Käfig zu steigen?
Bei Bellator kämpfen zu dürfen ist eine Riesen-Ehre. Als ich damals mit dem Training bei meinem Coach Jan Björn Gromann angefangen habe, hätten wir uns das vermutlich nie erträumen lassen. Wahrscheinlich hätte er mich ausgelacht und nie wieder damit aufgehört. wenn ich ihm das erzählt hätte (lacht).

Dann ist das Bellator-Debüt jetzt noch durch einen Kampfausfall zum Main Event geworden. Bedeutet das für dich Druck oder eher Freude?
Ehrlich gesagt, wusste ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht mal, dass wir zum Teil des Hauptprogramm gehören. Aber für uns macht das keinen Unterschied, wir wollen den Kampf gewinnen, ob Main Event oder Vorprogramm, ich werde alles im Käfig geben.

Wie kam der Kampf eigentlich zustande?
Ich denke, in erste Linie, durch meine Kämpfe und Siege 2019 bei „Shooto Kings“ und „We love MMA“ in Stuttgart. Der allererste Kontakt mit meinem Managment, IS Sport 360, welches den Kampf bei Bellator MMA dann organisiert hat, kam aber schon kurz nach meinem Einsatz in Japan, Ende Dezember 2018, zustande.

Für dich ist es also nichts Neues? Du bist wieder im Ausland gegen eine Lokalmatadorin im Einsatz. Willst du dir als Legionärin eine Reputation aufbauen?
Sicher (lacht), wir wollen uns ja auch für kommende Kämpfe empfehlen, ob im In- oder Ausland. Ich bin bereit für weitere Auftritte und motiviert dazu.

Was weißt du über deine Gegnerin? Wo siehst du deine Stärken/Schwächen im Vergleich mit Leah McCourt?
Sowas zu pauschalisieren mache ich ungern. Ich sehe sie als sehr komplette Kämpferin. Sie ist im Stand sowie am Boden gefährlich. Stärken und Schwächen werden sich erst im Kampf zeigen.

Durch ihr Grappling konnte sie einige Submission-Siege verbuchen. Ihre einzigen Niederlagen kamen durch Schläge, bzw. TKO zustande - witterst du dort deine Chance, die Fäuste fliegen zu lassen?
Das lasse ich auf mich zukommen. Da werde und kann ich im Vorfeld nichts planen, im Kampf kommt eh immer alles anders (lacht).

Holst du dir vor dem Kampf Tipps von Julia Dorny, die schon bei der IMMAF-WM McCourt gegenüberstand?
Nein, bisher nicht. Mit theoretischen Ratschlägen kann ich immer wenig anfangen. Interessant wäre es für mich eher gewesen, mit ihr mal zu trainieren, bzw. mich vorzubereiten, da sie auch einen starken Judo-Vergangenheit hat und eben gegen McCourt schon im Cage stand. Aber das hat leider mein sehr begrenztes (Frei)Zeitmanagement nicht zugelassen, mit Job etc.

Was würde dir ein Sieg bei Bellator MMA bedeuten? Wäre es womöglich der internationale Durchbruch, der weitere große Auftritte garantiert?
Ein Durchbruch für uns wäre es allemal, aber ein Garant für weitere internationale Angebote und Auftritte, kann ich nicht sagen, da steckt man ja nie drin. Ich würde mich freuen.

Welche Prognose kannst du uns vor dem Duell geben? Wie endet der Kampf, wenn alles ideal läuft?
Im Idealfall natürlich inmer vorzeitig. Im „auf Punkte“ kämpfen war ich noch nie sonderlich gut (lacht).

Du machst MMA nur nebenberuflich, wie viele Kämpfer/innen in Deutschland, welche Ziele hast du dir im Sport noch gesetzt und wie viel Zeit gibst du dir, diese zu erreichen?
Der Vorteil daran, dass ich den Sport nur nebenberuflich mache ist, dass ich finanziell unabhängig davon agieren kann. Das heißt, ich muss mir/uns kein Zeitlimit setzen, gewisse Ziele zu erreichen. Ein Ziel oder Wunsch wäre aber in jedem Fall dieses Jahr nochmal zuhause kämpfen zu dürfen, bei „Shooto Kings“ und/oder „We love MMA“. Alles andere lassen wir auf uns zukommen und werden solange weiter machen, wie mein Coach und ich das beruflich miteinander vereinbart bekommen, bzw. er mich nervlich erträgt (lacht).

Besten Dank für deine Zeit und viel Erfolg in Dublin!