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Johny Hendricks zu GSP-Comeback: “Ich wüsste da jemanden”

Johny Hendricks will einen Sieg bei UFC Halifax und dann den Rückkampf gegen GSP (Foto: Florian Sädler).

Johny Hendricks hat ein paar harte Jahre hinter sich. Seit seinem Titelgewinn gegen Robbie Lawler bei UFC 171 im März 2014 hat der K.o.-Spezialist im Octagon geschwächelt und nur einen seiner letzten fünf Kämpfe gewonnen. Auch der Titel ist längst weg.

Jetzt ist “Bigg Rigg” zurück, und zwar besser denn je, mag man ihm Glauben schenken. Denn Hendricks ist jetzt ein Mittelgewicht, und vor seinem Debüt in der Gewichtsklasse, am Sonntag im Co-Hauptkampf von UFC Halifax gegen Hector Lombard, freut Hendricks sich zum ersten Mal seit langem wieder auf den Kampfabend.

„Ich muss nicht über mein Gewicht nachdenken“, so Hendricks, der am Vorabend des Wiegens nur noch wenige Kilo vom 85-Kilo-Limit entfernt war. „Ich denke über den Spaß am Kämpfen nach. Und das ist das, was ich diese Woche bekomme. Ich muss gerade nichts tun, nichts Schwieriges. Heute ist der erste Tag, an dem ich nicht mehr vier Liter Wasser trinken kann (…). Ich fühle mich viel besser. Ich habe bessere Laune und die Energie, Dinge zu erledigen.“

Auch hat Hendricks Energie, um über UFC Halifax hinauszudenken, obwohl er klarstellt, Hector Lombard nicht zu unterschätzen – den ehemaligen Bellator-Champion und K.o.-Schläger, dem Hendricks am Sonntag gegenüberstehen wird. Trotzdem – im Lichte aktueller Neuigkeiten hat Hendricks nichts dagegen, gleich den nächsten, viel größeren Kampf anzusetzen.

“Ja, falls er wirklich zurückkommt”, so Hendricks gegenüber GNP1 auf die Frage, ob er noch immer seinen Rückkampf gegen Georges St. Pierre will. Erst heute wurde berichtet, dass „GSP“ nach dreieinhalb Jahren Pause tatsächlich in den Käfig zurückkehren wird. Dreieinhalb Jahre, seitdem er seinen Titel in einem knapp-kontroversen Kampf nach Punkten gegen Hendricks verteidigen konnte.

“Ich habe gehört, dass er im MIttelgewicht zurückkommen will”, so Hendricks vor einer kurzen Kunstpause. „Ich wüsste da jemanden, gegen den er vielleicht kämpfen sollte [...]. Als erstes muss ich an Hector vorbei. Aber so, wie mein Energielevel und mein Kopf aktuell stehen, fühle ich mich wirklich zuversichtlich [...]. Ich weiß gar nicht, was ich mit mir anfangen soll. Ich bin es gewohnt, euch Typen gerade zu hassen. Aber es macht mir wieder Spaß. Es macht Spaß, hier zu sitzen und mir eure Fragen anzuhören.“

Trotzdem gibt es auch für den bestens aufgelegten Mittelgewichts-Hendricks Fragen, die er nicht gerne hört. Zum Beispiel die, die im Vorfeld von UFC Halifax von einigen amerikanischen Journalisten aufgeworfen wurde, ob Hendricks wirklich noch auf dem höchsten Level Erfolg haben kann, wenn sein Herz und Fokus eher seiner Familie als dem Kämpfen gehören. Hendricks ist verheiratet und hat vier Kinder.

„Wenn jemand ernsthaft findet, dass ich dumm bin, meine Familie über meine Karriere zu stellen, dann brauche ich denjenigen nicht in meinem Leben“, so Hendricks. „Ich bin sechs Tage weg von Zuhause, und wenn ich Montag wiederkomme, werden mich meine Kinder mit dem größten vorstellbaren Lächeln begrüßen und sagen ‚Ich liebe dich, Daddy‘. Und wenn das dein Herz nicht zum Schmelzen bringt, dann bist du ein Feigling und solltest keine Familie haben.“

Harte Worte, die Hendricks aber so meint, wie er sie sagt: „Ich sage das so, weil dieses Thema mir wirklich Nahe geht. Ich vermisse meine Familie. Aber ich habe auch einen Job zu erledigen, und das weiß meine Familie auch. Also werde ich jeden Moment genießen, den ich Zuhause bin und ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand, der eine Familie hat oder eines Tages eine haben will das zu jemandem sagen könnte. Das ist verrückt.“