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John Klinger: „Lass niemals die Deckung gegen ihn fallen“

"Bad Bones" John Klinger. Bei TNA gegen Josh Barnett. (Foto: Pamella Lee Photography)

„Bad Bones“ John Klinger zählt zu den derzeit größten Wrestling-Stars in Deutschland und Europa. Dieser bekam vor kurzem die Möglichkeit, gegen einen der ganz Großen im MMA-Sport in den Ring zu steigen. Bei seinem US-Trip stieg Klinger erneut für TNA Impact Wrestling in den Ring und bekam es dabei mit keinem Geringerem als dem ehemaligen PrideFC- und UFC-Superstar Josh „The Babyfaced Assassin“ Barnett zu tun, welcher sein Debüt im Wrestling gab.

GNP1.de: Das 16 Carat Gold der wXw (Westside Xtreme Wrestling) ist Geschichte. 16 Männer - 1 Sieger. Für dich ging es bis in das Halbfinale. Wie fällt dein diesjähriges Fazit beim Carat aus?
John Klinger: Fabelhaft. wXw 16 Carat Gold 2017 war der hochkarätige Knaller. Paul London in Runde 1 und in Runde 2, der Sohn des legendären "American Dream" Dusty Rhodes, "The American Nightmare" Cody Rhodes. Zwei absolute Traumpaarungen im Ring, die sich gewaschen haben und ein definitives must see für jeden Wrestling Fan weltweit ist! Desweiteren ist es keine Schande, gegen Ilja Dragunov im Halbfinale auszuscheiden. Ich mein, der Junge hat 16 Carat Gold gewonnen. Ein Mann, mit einer großen Zukunft.

Der eigentliche Grund warum wir uns unterhalten ist dein Match gegen „Warmaster" Josh Barnett, gegen den du vor kurzem bei Impact Wrestling in den Ring gestiegen bist. Wurde dir bei deinem US-Trip das Match angeboten oder einfach von Impact Wrestling festgesetzt?
Impact Wrestling hat mich sozusagen in das Match gestellt, weil es durchaus bekannt ist, dass ich jeden Stil mitgehen und mit jedem Gegner arbeiten kann. Was mich durchaus sehr geehrt hat.

Was ist dir beim Namen Josh Barnett als erstes durch den Kopf geschossen? Hast du gleich gewusst wer er ist?
Absolut. Da ich die UFC verfolge, weiß ich natürlich auch, wer Josh Barnett ist. Sein Ground-Work ist phänomenal! Dass ich mal mit ihm in einem Ring stehe, hätte ich nie geglaubt, aber alles ist möglich in der wunderbaren Welt des Wrestling.

Viel Zeit hat man euch für das Match ja nicht gerade gegeben. Bist du sehr enttäuscht gewesen?
Nein, keineswegs. Es ging darum, Barnett, beim Publikum rüberzubringen. Ihn sozusagen vorzustellen. Wie bekannt ist, hatte er ja die Woche später, dann den Kampf gegen den dato amtierenden World Champion, Bobby Lashley. Es war eine "Impact" Ausgabe, von daher, freute es mich umso mehr, dass ich diesen Gegner hatte und gleichzeitig in deren wöchentlichen Ausgabe aufgetreten bin!

John Klinger vs. Josh Barnett bei TNA. (Foto: John Klinger)

Was nimmt man an Erfahrung aus einem solchen Match mit?
Ja, lass niemals deine Deckung fallen gegen einen Mann wie Josh Barnett! (lacht)

Gab es die Möglichkeit sich mit Barnett oder Lashley über Themen wie MMA & UFC zu unterhalten?
Absolut gibt und gab es die. Gerade mit solchen Themen bist du bei beiden ganz oben dabei. Mitunter habe ich mir auch den einen oder anderen Move zeigen lassen, der durchaus hilfreich im Wrestling ist. Desweiteren ist es sehr interessant, die Geschichten ihrer bisherigen Laufbahn im MMA oder der UFC zu hören. Beide haben eine Menge Sachen zu erzählen, die dem ganzen Sport noch eine Menge mehr Respekt einbringt.

Aktuell wird man immer häufiger mit der Kombination MMA & Wrestling konfrontiert. Wie stehst du zu dieser Entwicklung?
Ich steh da absolut positiv zu, denn die Verbindung zwischen Wrestling & MMA spielt heutzutage eine wichtige Rolle. Schau es dir doch an, Brock Lesnar ist immer noch eine der größten Erscheinungen und war nicht umsonst Wrestling-Champion und UFC-Champion.

Begrüßt du Quereinsteiger aus dem MMA, oder siehst du das eher mit gemischten Gefühlen, weil diese Personen vielleicht nicht den nötigen Ernst mitbringen den es eigentlich braucht?
Wenn du eine Sportart machst, solltest du, egal was es ist, die andere Sportart definitiv immer respektieren und niemals unterschätzen. Ich denke, nach dem ersten "Bump" (Sturz im Ring) ist der nötige Respekt gegeben, denn es ist leichter als es aussieht, aber härter als man denkt! MMA und auch Wrestling sind auf eine Art gleich, aber dennoch grundverschieden und trotzdem brauchst du das nötige Herz und Willen dazu es zu machen.

Der "Lost Rebel" - bald auch im MMA? (Foto: Pamella Lee Photography)

Matt Riddle ist vom MMA zum Wrestling, deine Kollegen CM Punk, Brock Lesnar, Batista oder Bobby Lashley sind den umgekehrten Weg gegangen. Wie bewertest du solche Wechsel?
Love it! Matt Riddle ist ein Talent schlechthin. Im Ring liefert er ab und wenn es dann doch mal "Shoot-Style" gehen soll, möchte man sich besser nicht mit ihm messen! Jeder kann eine neue Karriere in die eine, als auch in andere Richtung starten. Konsequent und dem ganzen standhaft zu bleiben ist ein Punkt, der niemals außer Acht gelassen werden sollte.

Bei CM Punk waren die Erwartungen sehr groß und er konnte sie nicht erfüllen. Was denkst du hat er falsch gemacht, oder hat er sich schlicht und ergreifend überschätzt?
Er hatte definitiv den besseren Zahltag! (lacht)

Aus dem Wrestling Ringen der Welt bist du nicht mehr wegzudenken. Wie aber sind deine Ambitionen in Punkto MMA?
Mein Herz liegt definitiv voll und ganz beim Wrestling. Aber hey, sag niemals nie. Wer weiß, vielleicht bereite ich mich ja auch schon vor um demnächst mein Debüt zu feiern.

Barnett & Klinger im TNA-Ring. (Foto: John Klinger)

In Deutschland hat aktuell „Alpha Female" Jazzy Gabert ihren ersten MMA-Kampf erfolgreich gemeistert und wird demnächst bei Rizin in Japan auftreten. Was traust du ihr zu und habt ihr euch auch untereinander über das Thema MMA sprechen können?
Gratulation nochmal an Jazzy, von dieser Seite. Sie kann wirklich stolz auf sich sein. Was ich ihr zutraue? Wenn sie so rangeht, wie in ihrem ersten Fight, dann bleibt sie erfolgreich. Sie geht im Moment durch ein hartes Training. Hut ab dafür. Jazzy hat sich definitiv einen Namen gemacht und wird 2017 auf jeden Fall daran noch wachsen!

Das Jahr ist in vollem Gange. Was dürfen wir für 2017 noch von dir erwarten? MMA & Wrestling oder doch nur eines von beiden?
2017 wird das Jahr des "Lost Rebel", keine Frage. Es hat absolut stark gestartet und geht jetzt in die nächste Runde! Erwartet mehr Action, mehr Entertainment und noch mehr "Bad Bones" John Klinger, wo auch immer ihr hingeht. Ob Wrestling, MMA, oder beides... seid darauf gefasst, ich geh immer mit 101% ran!

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