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Johanna Kruse: Kampf gegen Symannek „würde mich freuen“

ISKA-Europameisterin Johanna "The Killer" Kruse (Foto: Marco Baumann/boxgymnasium.de)

Am kommenden Samstag wird Johanna Kruse aus dem Heidelberger Boxgymnasium auf der Mix Fight Gala XIX gegen He Qun aus China in den Ring steigen. Kurz vor diesem Kampf hatte GNP1.de die Möglichkeit, mit „The Killer“, so Kruses Kampfname, über dieses Duell zu sprechen. Thema unter anderem: ein möglicher Kampf mit Mehrfach-Weltmeisterin Julia Symannek.

GnP1: Johanna, am 5. Dezember wirst du auf der Mix Fight Gala XIX auf He Qun aus China treffen. Wie laufen die Vorbereitungen?

Johanna Kruse: Hartes Training, wenig Essen. Es ist sehr anstrengend, aber ich hoffe, es wird sich lohnen!

Ist dir He Qun überhaupt ein Begriff und was glaubst du, wie die Chinesin einzuschätzen ist?
Leider habe ich den Namen noch nicht gehört und somit wenig Informationen über Sie. Aber ich werde auf jeden Fall mit großem Respekt in den Ring steigen. Schließlich wird Sie nicht umsonst von China nach Deutschland reisen.

Was glaubst du, auf welchen Kampf wirst du dich einstellen müssen?
Ich denke, es wird ein harter, aber bestimmt fairer Kampf. Und Spaß muss es auch machen.

Betreibst du, falls möglich, vor einem Kampf ein Video-Studium deiner Gegnerin oder verlässt du dich ganz auf die Marschrichtung, welche dir dein Trainer Tom Schneider mit auf den Weg gibt?
Da verlasse ich mich lieber vollkommen auf meinen Trainer. Ich schaue mir ungerne Videos meiner Gegnerinnen vor meinem Kampf an. Ich glaube das würde mich nur nervös machen.

Johanna Kruse in Action. (Foto: Marco Baumann/boxgymnasium.de)

Machen wir es kurz, Johanna Kruse besiegt He Qun weil…?
Ich habe gehört, dass sie ungefähr genauso groß sein soll wie ich. Das bedeutet, ich kann mich nicht so sehr auf meine Reichweite verlassen. Ich werde mit Willen kämpfen.

In einem kürzlich geführten Interview haben wir Julia Symannek auf ein mögliches Duell mit dir angesprochen. Diese zeigte allerdings wenig Interesse. Wie sieht es von deiner Seite aus?

Das finde ich schade. Ich würde gerne jede Chance nutzen, da es immer recht schwer ist, mit der Größe und dem Gewicht Gegnerinnen zu finden.

Ihr Aussage war, sie möchte in ihrer Gewichtsklasse nicht gegen Newcomer kämpfen, sondern gegen Frauen die sie weiterbringen. Wie denkst du über ein solches Statement?
Ich weiß nicht so viel mit dieser Aussage anzufangen. Ich finde, von jedem Kampf kann man etwas lernen und weiterkommen. Wenn Sie meint, dass größere Namen mehr Aufmerksamkeit für den Kampf erregen, dann verstehe ich das. Trotzdem würde ich mich über einen Kampf freuen.

Was ist in deinen Augen der Grund, weshalb sie sich nicht konkret einem Kampf gegen dich vorstellen kann?
Ich sehe schon, ihr wollt ein bisschen sticheln (lacht). Ich denke, das was Sie sagt wird der Grund für sie sein. Aber vielleicht gibt sie mir ja doch irgendwann eine Chance.

Gehen wir mal davon aus, der Kampf würde sich realisieren lassen, dann im Muay Thai. Würdest du das als Nachteil für dich sehen?

Eigentlich möchte ich kein Muay Thai kämpfen. Ich glaube zwar, dass ich mit Ellenbogen und Knien umgehen kann, aber ich Clinche nicht so gerne und das erhöhte Cut-Risiko schreckt mich auch ab. Ich hoffe, sie würde auch K-1 kämpfen?

Kruse mit Coach Tom Schneider & Eduard Tanaseychuk (Foto: Marco Baumann/boxgymnasium.de)

Welche Kämpferin wäre neben Symannek für dich noch interessant? Vielleicht Katrin Dirheimer aus Köln?
Ich habe ja schon einmal gegen Katrin gekämpft. Ich würde sagen, das war sogar einer meiner härtesten Kämpfe und ich habe ihn leider verloren. Gegen einen Rückkampf hätte ich nichts einzuwenden.

Im Boxgymnasium Heidelberg hast du auch beste Voraussetzungen, um im MMA durchzustarten. Wäre das vielleicht eine Option für dich?
Beim MMA ist es ähnlich wie beim Thaiboxen. Meine Lieblingsdisziplin ist einfach K-1. Fürs Boxen würde ich mich auch begeistern können.

Wenn wir einen Blick in die berühmte Kristallkugel werfen, wo siehst du dich in fünf bzw. 10 Jahren?

Hoffentlich ganz weit oben, ich strenge mich an. Und mit den Trainern und Kollegen habe ich ja die besten Voraussetzungen.

Die abschließenden Worte in unserem Interview, sie sollen natürlich ganz alleine dir gehören.
Erst mal vielen Dank für die Chance mich hier äußern zu dürfen. Die letzten Worte sollen an meine Fans gehen: Ohne euch in der Halle wären die Galas und diese schönen Momente im Kampfsport unmöglich. Ich freue mich, dass sich immer mehr Leute für Kampfsport interessieren und über jeden, der mich bei meinen Kämpfen anfeuert. Ich hoffe, ihr seid am 5. Dezember wieder zahlreich und so laut wie möglich für meine Kollegen Alex Schmitt, Andi Schedelik und mich dabei.

Johanna, danke für das Interview und viel Erfolg für deinen Kampf am 5. Dezember auf der Mix Fight Gala XIX in Frankfurt.

Vielen Dank!!