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Interview mit BJJ-Europameisterin Hannah Katharina Rauch

Foto: Jan Zander

Die Regensburgerin Hannah Katharina Rauch holte bei den IBJJF European Championships am vergangenen Wochenende den EM-Titel bei den Lilagurten. Die 26-Jährige gewann ihre Kämpfe in Rekordtempo und siegte selbst im Finale durch Submission. Jetzt geht es nach dem Triumph wieder ins Training, damit die nächsten Erfolge gesichert werden. Wir sprachen mit der frischgebackenen Europameisterin.

GNP1.de: Hallo Hannah, herzlichen Glückwunsch zu deinem EM-Titel im BJJ. Wie groß war deine  Freude nach dem Finalsieg?
Hannah Katharina Rauch: Hallo, vielen Dank für die Glückwünsche. Meine Freude nach dem Finalsieg war und ist immer noch einfach unglaublich groß. Natürlich hatte ich mir den ersten Platz zum Ziel gesetzt, aber wenn dann das gesetzte Ziel Wirklichkeit wird, ist das Gefühl einfach unbeschreiblich.

Lief alles nach Plan?
Es lief dieses Mal einfach alles nach Plan. Meine Technik hat gestimmt und mental konnte ich mich auch zu 100% fokussieren. Ich denke, dass bei Wettkämpfen gerade das Mentale der ausschlaggebende Punkt ist. Natürlich muss die Technik stimmen, aber wenn der Kopf nicht auf Gewinnen eingestellt ist, dann wird es schwer.

Umso näher es an das Finale ging, desto größer wurde der Druck für dich. Wie gingst du damit um?
Ich finde der Druck, bis auf den wirklichen Finalkampf, ist immer gleich groß, denn jeder Kampf entscheidet darüber, ob du deinem Ziel, dem ersten Platz, näher kommst, oder ob du verlierst und es vorbei ist. Aber natürlich steigt der Druck beim letzten Kampf nochmals enorm an, denn da ist das Ziel so greifbar nah und man weiß auch, der Gegner wird jetzt nochmal versuchen alles zu geben, um das ersehnte Gold mit nach Hause nehmen zu können. Als es bei mir dann soweit war, dass es hieß "Finale", habe ich nichts anderes mehr gedacht als "den ersten Platz lässt du dir von niemandem nehmen, du gewinnst!" und es hat geklappt. Ich bin sofort in mein Game gekommen und konnte meinen Finalkampf auch durch Submission gewinnen.

Mit diesem Titel hast du einen dicken BJJ-Fisch an Land gezogen, wo wirst du als nächstes Angeln gehen?
Das stimmt, die Europameisterschaft bei den Lilagurten zu gewinnen ist wirklich eine sehr große Ehre für mich. Zum Glück starten jetzt wieder richtig viele Wettkämpfe und ich werde an so vielen wie möglich teilnehmen.

Woran arbeitest du derzeit für die Erweiterung deines Repertoires?
BJJ ist ein so lebendiger Sport, der sich gefühlt jeden Tag neu erfindet. Ich bin ständig dabei mein Game zu erweitern und neue Moves einzubauen, um möglichst viele Angriffe aber auch Antworten auf Angriffe parat zu haben.

Aus Regensburg kamen gleich zwei Goldmedaillengewinner. Was macht euch so hungrig auf Erfolg?
Das stimmt, neben mir hat noch ein Schüler von uns, Robin Hau, bei der Masterklasse der Weißgurte Gold geholt und wir sind wahnsinnig stolz auf ihn. Robin hat super Kämpfe abgeliefert, die sehr spannend zum Anschauen waren. Ich denke, unser Training macht uns so hungrig auf Erfolg. Unser Training ist sehr wettkampforientiert und jeder gibt sein bestes auf der Matte. Wenn dann ein Wettkampf vor der Tür steht, möchte natürlich jeder, dass sich das Training mit einer Medaille ausbezahlt macht.

Vielen Dank für das Interview.
Ich bedanke mich ebenfalls für das Interview. Zum Schluss möchte ich mich noch bei meinem Sponsor Adidas für die tolle Ausrüstung, bei unserem gesamten Team Fight Fusion, für die Sparringsrunden, die Unterstützung und das Mitfiebern, sowohl vor Ort als auch von zu Hause aus, bedanken. Ihr alle seid ein tolles Team. Aber ganz besonders möchte ich mich bei meinem Partner Jan Zander bedanken, der mich immer nach vorne antreibt, bei jedem Wettkampf an meiner Seite ist, und immer an mich glaubt.