Interviews

„Ich will nur noch im Ausland kämpfen!“

Martin Buschkamp feiert mit seinen Teamkollegen den Sieg (Alle Non-GnP-Fotos: Cage Warriors/Dolly Clew)

Am 11. Mai dieses Jahres gelang Martin Buschkamp sein bisher größter Erfolg im MMA. Im Rahmen der Cage Warriors Fight Night 8 erzielte er einen überzeugenden 30-26-Punktsieg gegen den Finnen Matteus Lahdesmäki. Grund genug für Groundandpound.de, mit der Nummer zwei der German Top Ten über seinen Erfolg, seine Ziele und sein Privatleben zu sprechen.

Groundandpound.de: Martin, erstmal herzlichen Glückwunsch zu deinem Sieg bei der Cage Warriors Fight Night 8 gegen Matteus Lahdesmäki. Wie geht es dir so kurz nach dem Kampf?
Martin Buschkamp: Es ist ein komisches Gefühl. Mir ist erst in Deutschland klar geworden, was ich geschafft habe. Ich habe gegen ein Top-Kämpfer gewonnen, der nicht zu unterschätzen ist.

Du musstest ja das erste Mal über die erste Runde hinaus gehen und hast auch deine ersten Erfahrungen bei einer ausländischen Organisation gemacht. Welche Schlüsse ziehst du aus diesen neuen Erfahrungen?
Es ist einfach großartig bei so einer großen Organisation mitkämpfen zu dürfen. Die Leute sind super nett, und es ist alles sehr professionell. Ich möchte nur noch im Ausland kämpfen.

Martin Buschkamp (Foto: Elias Stefanescu/Groundandpound.de)

Dein letzter Kampf auf deutschem Territorium verlief sehr kontrovers. Das Duell gegen Patrick Berisha wurde aufgrund eines Cuts am Hinterkopf durch eines unerlaubten Schlages zum No Contest erklärt. Über den Abbruch an sich wurde schon viel geredet. Bleibt aber die Frage, ob es nochmal zu einem Rückkampf kommen wird?
Es wird keinen Rückkampf geben, weil es mir nichts bringen würde gegen jemanden zu kämpfen, gegen den ich schon einmal gekämpft habe.

Du bist ja die Nummer zwei der German Top Ten-Rangliste. Die Nr. 1, Dennis Siver, kämpft erfolgreich in der UFC. Wie sieht dein Fahrplan in Richtung Oberhaus des MMA aus und würdest du gerne gegen die Nummer eins antreten?
Ich habe vieles für unmöglich gehalten. Viele Leute haben zu mir gesagt, dass ich nicht so weit komme. Ich bin mir sicher, dass es machbar ist und dass ich es eines Tages mit Glück in die UFC schaffe. Ich würde gern mal mit Dennis Siver grappeln, um zu schauen wo ich im Grappling stehe, aber im MMA bin ich einfach noch zu unerfahren, um gegen Dennis zu kämpfen. Er gehört zu den besten Kämpfern der Welt.

Du warst vor kurzem mit Peter Sobotta und Krzysztof Jotko in Brasilien. Erzähl den Lesern mal von deinen Erfahrungen dort vor Ort.
Das Training besteht hauptsächlich aus Sparring und die Leute sind super nett. Ich habe mich wie zuhause gefühlt.

Nachdem du jetzt erstmals international gekämpft hast, könnte man ja davon ausgehen, dass es jetzt weitergeht. Steht diesbezüglich schon irgendwas für die nähere Zukunft fest?
Ich werde bei Cage Warriors meinen nächsten Kampf haben.

Im Verlauf deiner noch kurzen Karriere hast du dir einen guten Ruf als Bodenkämpfer erarbeitet. Dein Markenzeichen ist wohl der Rear-Naked Choke. Wo siehst du selber aber noch Schwächen in deinem Kampfsystem?
Ich finde es ist alles noch verbesserungsfähig. Ich werde an meinem Boxen arbeiten. Dies war der erste Kampf, wo ich im Stehen gekämpft habe. Ich werde an meiner „Knockout-Power“ arbeiten.

Dein Kampfname ist ja „Barracuda“. Wie kommt man zu diesem Namen?
Weil ich so aggressiv kämpfe, wie ein Barracuda.

Neben dir sind ja auch deine Brüder im Kampfsport erfolgreich unterwegs. Könntest du dir vorstellen mal gegen einen deiner Brüder zu kämpfen und wie siehst du die Karriere deiner Brüder?
Ich kämpfe jeden Morgen mit meinem Bruder, wenn ich in der Küche bin und es nur noch einen Joghurt gibt (lacht). Ich würde nie ernsthaft gegen meine Brüder kämpfen. Mein Bruder Thomas wird in spätestens zwei Jahren Weltmeister in der Lilagurt Klasse werden. Matthäus wird im K1 in seiner Gewichtsklasse für Angst und Schrecken sorgen.

Der Kämpfer Martin Buschkamp ist ja unter MMA-Fans in Deutschland und Umgebung bekannt. Was machst du allerdings wenn du nicht im Gym bist?
Meistens arbeiten. Wenn ich nicht trainiere, ziehen ich und meine Brüder um die Häuser und räumen ein paar Banken aus (lacht). Ich gehe gerne schwimmen und ins Kino.

Gibt es noch etwas, was du unbedingt loswerden möchtest?
Ich möchte mich bei meinen Trainern bedanken, die dafür sorgen, dass ich mich technisch weiterentwickle: Peter Sobotta, Italo, Paul und bei meinen zwei Brüdern. Einen ganz besonderen Dank an Augusto Frota aus der Schweiz, der mir bei meiner Vorbereitung geholfen hat und bei der Analyse meines Gegners. Mestre Frota, du musst mir noch mein Geschenk geben (grinst). Noch ein Dank geht an das Ringer-Team aus Dürbheim und meinen Freund, Trainer und Knochendoktor Damion Thomas, der mir bei meinem Cardio- und Krafttraining geholfen hat. Danke an das Boxhaus-Team für die großartige Zusammenarbeit.