Interviews

"Ich will der stärkste Junge dieser Welt werden!"

Der frischgebackene Superior FC Champion Azdren Thaqi. (Foto: Elias Stefanescu/GroundandPound)

GroundandPound ergriff die Möglichkeit, ein exklusives Interview mit dem neuen Superior FC-Champion im Federgewicht zu führen. Die Rede ist vom jungen Schweizer Azdren Thaqi, der die europäische MMA-Szene wie ein Wirbelwind aufmischt. Nach fünf Kämpfen in diesem Jahr, die der 18-Jährige allesamt für sich entscheiden konnte, wurde Thaqi am Wochenende in Mainz zum Champion gekürt, nachdem er Marcel Jedidi zur Aufgabe zwingen konnte (GnP berichtete).

GroundandPound: Hallo Azdren. Erzähle bitte unseren Lesern, wie du zum Sport gekommen bist, schließlich hast du dieses Jahr das Rampenlicht mit fünf Erfolgen deutlich auf dich richten können.
Azdren Thaqi: Ich bin vor vier Jahren durch einen Freund ins Thaiboxtraining mitgeschleift worden. Ich fand schnell Gefallen daran. Eines Tages probierte ich das Grappling aus, das im Fight Gym Aarau gleich nach dem Thaiboxen war. Nach zwei oder drei Grapplingtrainings hatte ich mich schon verliebt. Ich fing an, Wettkämpfe zu bestreiten, im Grappling als auch im Thaiboxen.

Wann war es für dich soweit, dich mit anderen Kontrahenten messen zu wollen und den Sport als Profi zu verfolgen?
Nach meinen ersten Wettkampferfahrungen im Thaiboxen und Grappling meinte mein Headcoach Marius Maissen, ich wäre bereit, einen Amateur-MMA-Kampf zu bestreiten, welchen ich auch erfolgreich meisterte. Danach kamen vier weitere Amateurkämpfe hinzu, die ich alle für mich entscheiden konnte.

Wie war das Erlebnis des ersten Profikampfes?
Mein Pro-Debüt war eine interessante Geschichte. Ich musste mit meinen jungen 17 Jahren gegen den amtierenden Schweizer-Meister im MMA kämpfen. Es war noch dazu mein erster Kampf in einem Käfig. Ich war sehr aufgeregt, aber auch sehr scharf darauf, endlich den Käfig zu betreten. Ich kann mich noch sehr genau an das Geräusch erinnern, als die Käfigtür zugeknallt wurde. Unheimlich. Gefühle, die man in Worten nicht beschreiben kann!

Der Kampf endete im Unentschieden. Was war passiert?
Ja. Das Ergebnis war alles andere als zufriedenstellend! Ich konnte nur ein Unentschieden erzielen gegen den starken Gegner Mickael Ignaczak. Meine Chance, die einzige negative Erfahrung in meiner bisherigen MMA-Karriere wieder reinzuwaschen, bekam ich darauf am 26. Mai bei der Swiss Las Vegas, bei der ich an einem Vier-Mann-Turnier mitmachte und beim ersten Kampf wieder auf Ignaczak traf. Diesmal konnte ich ihn einstimmig nach Punkten besiegen.

Wie hast du Superior FC und Deutschland allgemein erlebt, schließlich hast du hier bereits dreimalig gekämpft – und das sehr erfolgreich.
Superior FC ist bis jetzt die beste Veranstaltung in der ich selber gekämpft habe. Die Kämpfer werden gut betreut, es wird alles im Voraus abgesprochen und abgemacht und man merkt, dass die Organisation Wert auf das Wohl ihrer Kämpfer legt. Das Turnier wurde gut organisiert, es wurden auch interessante Kämpfer eingeladen, um teilzunehmen. Schade ist nur, dass sich viele während des Turniers verletzt haben und man Ersatz finden musste.

Du hast dich durch das Turnier gekämpft. Was ging dir beim Titelgewinn durch den Kopf?
Ich war definitiv sehr überrascht. Marcel Jedidi ist auf jeden Fall ein sehr ernstzunehmender Gegner. Also, ich dachte das wird der härteste Kampf meines Lebens. Als mir der Titel um die Hüfte geschnallt wurde, fiel mir eine schwere Last von den Schultern, es war mein fünfter Kampf und der fünfte Sieg in diesem Jahr! Es war die Bestätigung, dass hartes Training sich auszahlt!

Du bist noch ungeschlagen. Was sind deine Ziele fürs kommende Jahr?
Mein Ziel ist schon, seit ich ein ganz kleiner junge war, so stark wie Son Goku zu werden (lacht). Wer Son Goku nicht kennt, für den formuliere ich es um: Ich will der stärkste Junge dieser Welt werden. Das ist mein Ziel!

MMA entwickelt sich immer weiter in Europa, auch in der Schweiz ist eine starke Bewegung auszumachen, jedoch sind wir noch weit entfernt von amerikanischen Verhältnissen. Wie schwer ist es, gute Trainingspartner im eigenen Land zu finden?
MMA in der Schweiz ist immer noch recht klein. Es ist schwierig, Trainingspartner zu finden.

Erzähle unseren Lesern, wo du gerade trainierst und wie deine Training durchschnittlich aussieht.
Ich trainiere hauptsächlich im Fight Gym Aarau. Mein Headcoach ist Marius Maissen. Das Thaiboxen lerne ich von Zyber Rudaj, auch im Fight Gym Aarau. Dann gehe ich einmal die Woche noch ins Ringertraining bei den besten Ringern aus der Schweiz, Ringerstaffel Freiamt. Kraft und Konditionstraining mache ich im Camp Hillside 5001 beim FINK! Auch gehe ich häufig für ein bis zwei Wochen nach Zürich ins Enomoto Dojo, um dort von Yasubey und Felipe Enomoto mein ganzes Game zu verbessern.

Dann können wir uns in Zukunft auf weitere spannende Kämpfe von und mit dir freuen. Was sagt der Terminkalender, wann geht es weiter?
Ich mache mal erst mal Pause bis zum nächsten Jahr. Danach möchte ich reisen, um irgendwo einen Trainingsaufenthalt zu absolvieren. Ich möchte erst wieder kämpfen, wenn sich all meine Skills weiter verbessert haben. Danach werde ich irgendwann 2013 wieder einschlagen, als bessere Version von dem Azdren, den ihr bis jetzt gesehen habt!

Dann dürfen wir gespannt sein wie Azdren Version 2.0 aussieht. Vielen Dank für die vielen Einblicke.
Ich danke dem GrounandPound-Team für dieses Interview und bedanke mich auch bei allen Lesern, die sich dieses Interview angeschaut haben. Falls ich euer Interesse geweckt habe, besucht mich auf meiner Facebook-Fanpage.