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„Ich brauche mehr Kraft für meine Gewichtsklasse“

Foto: Daniel Márquez

Er kam, sah und siegte - und das zweimal! In der offenen Klasse mit Gi im Finale gegen seinen großen Rivalen Seppe Siborgs. Beim No-Gi Wettbewerb gewann er die Gewichtsklasse bis 85,5kg. Der aus Ecuador stammende Daniel Márquez liebt den Kampf. Er fühlt sich auf der Matte oder im Ring zu Hause. Jetzt gewann er zwei Klassen, wie wird es beim nächsten Mal sein? Daniel Márquez hat noch viel vor.

Groundandpound.de: Wie ist dein Resümee?
Daniel Márquez: Ich komme aus Ecuador und meine Mutter aus Brasilien. Ich mache BJJ seit fast zehn Jahren. Ich habe immer mit Alliance Jiu Jitsu trainiert, eines der besten Teams in der Welt und sehr Wettkampf-orientiert. Mein Lehrer, Fernando Soluco, ist ein Schwarzgurt unter Fabio Gurgel und deshalb glaube ich, dass ich ein sehr gutes BJJ gelernt habe. Ich liebe Kampfsport und den Wettkampf, deshalb kämpfe ich auch MMA. Ecuador ist ein kleines Land, aber BJJ ist da sehr populär und deshalb es gibt ein sehr hohes Niveau. Wir haben viele internationale Meister. Ich habe viel gekämpft in Ecuador, aber mein vielleicht größter Erfolg war der erste Platz bei den Europameisterschaften der IBJJF (Braungurt im Schwergewicht) in der Masters Division.

Was liegt dir besser: BJJ oder Grappling?
BJJ liegt mir klar besser. Ich habe in meinem Leben viel mehr mit den Gi trainiert, vielleicht 80%. Ich bin auch keine schnelle Person oder nicht kräftig für meine Gewichtsklasse. Ich denke, für das Grappling braucht man viel mehr Kondition, Schnelligkeit und Kraft.

Was hattest du deinen Gegnern voraus?
Meine Gegner waren unterschiedliche Wettkämpfer aus Deutschland und Belgien. Alle waren sehr gut. Es war eine Meisterschaft mit vielen Überraschungen, weil alle Kämpfer gefährlich sind. Im Gi-Finale habe ich gegen einen sehr guten Techniker aus Belgien gekämpft. Ich konnte nicht seine Guard passieren, aber ich konnte eine Armbar aus der Halbguard machen.

Ohne Gi habe ich gegen einen Schwarzgurt aus Belgien, Kenny Pohlmans, gekämpft. Ich kenne ihn und ich hatte schon mal auf der Matte das Vergnügen, gegen ihn zu kämpfen. Es war ein sehr schwerer Kampf, weil er so eine gute Guard hat. Ich habe gewonnen, weil ich einen Sweep gemacht hatte. Es war ein guter und langer Kampf über zehn Minuten ohne Pause.

An was musst du noch arbeiten?
Ich glaube, ich brauche mehr Kraft für meine Gewichtsklasse, daran möchte ich arbeiten. Ich finde auch, dass mein Ringen nicht gut ist, aber ich hoffe, dass ich mit viel Training das verbessern kann. Gleichzeitig glaube ich, dass ich mein BJJ ein bisschen modernisieren muss, es gibt zu viele neue Techniken, welche ich nicht verstehe und daher nicht benutze.

Wie geht es jetzt für dich weiter?
Ich hoffe, dass ich während meiner Zeit in Deutschland an allen Wettkämpfen und Meisterschaften teilnehmen kann, egal ob es Grappling oder BJJ ist. Ich hoffe auch, dass ich MMA kämpfen kann, weil ich es gerne mache. Ich hoffe auch, dass ich hier in Deutschland mein Grappling, Ringen und Striking verbessern kann, weil es viele gute Leute gibt, von denen ich viel lernen kann. Ich bin sehr dankbar für alle die Leute vom Combat Club, überhaupt Gabriel Marcel, der, seit ich hier angekommen bin, mir viel geholfen hat. Mein Grappling und Striking ist sehr viel besser geworden. Auch für die Leute vom Clube do Leao, von Harun Uncal, wo ich oft mit dem Gi trainiere, sie alle sind sehr gut, ich habe bei ihnen viel gelernt.