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Gestatten, Edgar Walth.

Gestatten, Edgar Walth: Der junge Straubinger vertritt die Leipzig Leopards in der Gewichtsklasse bis 54 Kilo. (Fotos: Sabine Ziran/GroundandPound)

Der zwanzigjährige Straubinger Edgar Walth ist eines von vier Bantamgewichten im Kader der Leipzig Leopards – dem ersten deutschen Team in der Box-Champions League „World Series of Boxing“. Der 1,62 Meter große Normalausleger war bereits dreifacher Deutscher Meister bei den Junioren und zweifacher Vize-Deutscher Meister der Elite. Er bestreitet am 12. November seinen ersten Kampf in der WSB, wenn die Leipzig Leopards in Halle/Saale auf die Guerreros aus Mexico City treffen.

GroundandPound: Edgar, wie bist zum Boxsport gekommen?
Edgar Walth: Damals wurde Boxen bei uns in der Schulturnhalle angeboten. Ich bin da einfach mal hingegangen und bis heute dran geblieben.

Wie bist du auf die WSB aufmerksam geworden?
Ich habe das Ganze eigentlich von Beginn an im Internet mitverfolgt. Die WSB ist schon eine tolle Sache, ich hätte nicht gedacht, dass ich einmal die Chance bekommen würde da mitzumachen.

Wie ist es denn zu deiner Berufung in den WSB-Kader gekommen?
Ich wurde einfach vom Teammanager gefragt, ob ich Lust und Interesse hätte, und ob ich das Gewichtslimit von 54 Kilo schaffen würde. Ich boxe ja normalerweise bis 56 Kilo. Da habe ich natürlich sofort zugestimmt, die zusätzliche Anstrengung beim Gewicht machen ist das auf jeden Fall wert.

Wo siehst du persönlich die Vor- und Nachteile am Konzept WSB?
Der Vorteil in der WSB ist, dass man Amateur bleibt, dass man immer noch für Deutschland boxt und nicht, wie die Profis, nur für sich selbst und den eigenen Namen. Man kann sich natürlich auch ein wenig dazuverdienen, aber das ist jetzt nicht der Rede wert. Ich bin kein Großverdiener wie die Klitschkos oder so (lacht).

Das Team der Leipzig Leopards für den ersten Heimkampf am 12. November (v.l.n.r.): Cornelius Sheehan (+91 Kilo), Kevin Künzel (-85 Kilo), Stefan Härtel (-73 Kilo), Artur Bril (-61 Kilo) und Edgar Walth (-54 Kilo).

Das neue Team ist in Leipzig stationiert, die Heimkämpfe finden in Halle/Saale statt. Ist das ein Problem? Du kommst immerhin aus Bayern...
Ach, ich bin da eigentlich recht flexibel. Ich habe ein Auto und auch mein Arbeitgeber ist flexibel. Wenn ich dem sage: Ich muss irgendwo hin, zu einem Wettkampf, dann klappt das schon.

Wie groß ist die Mehrbelastung durch die WSB-Duelle, angesichts deiner sonstigen sportlichen Verpflichtungen?
Die gibt es auf jeden Fall, man muss für die WSB etwas anders trainieren, als für die normalen Fights. Zwei Wochen nach der WSB ist dann außerdem die deutsche Meisterschaft, da muss ich mich auch wieder umstellen.

Hast du vor deiner WSB-Verpflichtung über einen künftigen Wechsel ins Profilager nachgedacht?
Nein, ich habe ja bei den Amateuren noch nicht so viel gerissen. In Deutschland gibt es doch außerdem sowieso nur die Klitschkos und Sturm! In meiner Gewichtsklasse ist da nicht viel zu holen.

Die Leopards müssen sich starker Konkurrenz stellen. Wen siehst du als stärkste Gegner in eurer Gruppe und der Gruppe A?
Angstgegner gibt es keine, aber Respekt habe ich natürlich vor allen. Ich glaube, in meiner Gewichtsklasse sind vor allem die Mexikaner sehr gefährlich, denn die geben ununterbrochen Gas. Und natürlich die Sportler aus dem Osten, das Team aus Peking zum Beispiel. Die sind auf jeden Fall stark.

Natürlich tritt man immer an um zu gewinnen, jeder Anfang ist aber schwer. Wo siehst du die Leopards am Ende ihrer ersten Saison?
Ich hoffe ganz weit vorne, und das werden wir auch sein.

Die World Series of Boxing ist ein innovatives Format, das es den Sportlern ermöglicht, unter Profibedingungen internationale Wettkämpfe zu bestreiten – ohne dabei ihr Recht auf die Teilnahme an „klassischen“ Amateurwettkämpfen, wie Weltmeisterschaften oder auch den Olympischen Spielen zu verlieren. Geboxt wird ohne Schutzhelm und Leibchen, sowie in fünf Gewichtsklassen (Bantam-, Leicht-, Mittel, Halbschwer- und Schwergewicht). Die Kampfdistanz beträgt fünf mal drei Minuten.Wir stellen euch das Team der Leipzig Leopards in einer Interview-Serie vor.