Interviews

Geladen und entsichert

„Machine Gun“ Steven Kitzing im Interview. (Foto: Dorian Szücs/Groundandpound.de)

Am 11. Mai wird „Machine Gun“ Steven Kitzing in der Hallenser Volksbank Arena im Rahmen der IV. la familia Fightnight auf den ungeschlagenen Tobias Voss treffen. Groundandpound.de hat vorher mit ihm gesprochen.

2012 war das bislang erfolgreichste Jahr in der Karriere von Steven Kitzing. Acht Kämpfe, sieben Siege, ein Deutscher und ein Europameistertitel dürften 2013 schwer zu toppen sein. Nach einer verletzungsbedingten Auszeit, startete der Berufssoldat im Januar mit einer Punktniederlage ins neue Jahr.

Die ist nun jedoch vergessen. Am 11. Mai geht es auf großer Bühne, bei der IV. la familia Fightnight, gegen das ungeschlagene Jung-Talent Tobias Voss.

Und die Maschinenpistole ist bereits geladen und entsichert.

Groundandpound.de: Steven, das erfolgreichste Jahr deiner bisherigen Karriere liegt hinter dir – allerdings auch eine verletzungsbedingt Auszeit. Was bringt das Jahr 2013 für die „Machine Gun“?
Steven Kitzing: Ich würde natürlich gern an das erfolgreiche Jahr 2012 anknüpfen und genauso viele Kämpfe bestreiten. Leider musste ich durch die Verletzung zwei Kämpfe absagen. Aber ich bin seit März wieder im Training und nun wieder fit. Ich schaue wie immer von Kampf zu Kampf und werde dieses Jahr auf jeden Fall noch zwei oder dreimal in den Ring steigen.

Zuletzt haben wir dich bei Ostdeutschland kämpft gesehen, wo du nach deiner Verletzungspause zurückgekehrt bist. Du musstest einen Punktentscheid abgeben – nimmst du so was mit in den nächsten Kampf?
Die Niederlage im Januar ist für mich kein Problem. Die Vorbereitung dafür lief alles andere als gut, ich hatte kein einziges Sparring vorher, aufgrund von Zeitmangel, was man am Luftproblem der letzten Runde sah. Ich bin aber niemand, der kurz vorher aus solchen Gründen absagt. Ich sehe solche Dinge sportlich. Das Sparringsproblem haben wir aber abgestellt.

Am 11. Mai steht ein Fight bei der la familia Fightnight an – sicher die größte Bühne des Jahres für dich.
Ich freu mich sehr auf Halle, die Aufgabe ist groß für mich und die Veranstaltung verspricht wie immer ein Highlight in Deutschland zu werden. Ich bin stolz, einen Teil dazu beizutragen! Die Form ist gut und ich fühle mich fit, die Vorbereitung gestaltet sich aber schwierig, da ich berufsbedingt nur am Wochenende im Gym bin. Ich fordere mich aber auch selber die Woche über, mit Unterstützung meiner Kameraden, und das Hauptaugenmerk am Wochenende liegt auf Sparring mit langen Gegnern (grinst).

Lange Gegner wie Tobias Voss, gegen den es nun geht – der ist ungeschlagen in 24 Kämpfen, bei 18 K.o.’s. Beeindruckt?
Tobias ist ein guter Kämpfer, ein Profiboxer, der seine Reichweite nutzt. Ich lasse mich von Statistiken nicht groß beeindrucken. Ich weiß, dass er drei Runden gegen Romano (Romasco) gehen musste und knapp gewonnen hat, ich hatte Romano am Boden. Das Wissen reicht mir, um nicht zu zittern (grinst).

Der erhebliche Reichweitenvorteil stört dich nicht?
Wie gesagt, Romano war bisher der größte Gegner, mit seinen zwei Metern, und das hat gut gepasst. Aber ich würde beide nicht gleich setzen. Jeder hat seinen Stil und ich werde natürlich versuchen, mein Ding zu machen.

Du willst ihm also deinen Stil aufzwingen?
Tobias macht Druck und nutzt seine Reichweitenvorteile, wenn man ihn lässt. Das muss ich verhindern. Klar ist, dass er 12 Jahre jünger ist und ich ihm in Sachen Luft wohl hinten raus nix vormache (grinst). Von daher werde ich natürlich versuchen, Akzente zu setzen, die ihn ein bissel bremsen (grinst).

Hast du für Voss noch eine Botschaft?
Tobias ist Sportsmann wie ich auch. Wir hatten kurz E-Mail-Kontakt und freuen uns auf den Kampf. Ich will einen guten Kampf machen und der Rest wird sich zeigen - wer an dem Tag die Hand oben hat.

Du hattest im vergangenen Jahr durchblicken lassen, dass 2013 eventuell das letzte Jahr deiner K-1-Laufbahn werden könnte, bevor du „altersbedingt“ zum MMA wechselst. Steht das noch?
Also das mit dem MMA war eher Spaß. Ich habe das öfter mal ins Training eingebaut und würde gern mal einen Kampf machen, nur bin ich nicht blauäugig, sondern verlasse mich auf mein Stand-Up. Und da es in Rostock an Bodentrainern hapert, wird das wohl nicht passen. Wie sagt man: "Schuster bleib bei deinen Leisten". Und natürlich sieht man an Tobias schon, wie junge Kämpfer nachdrängen, die einem das Leben schwer machen (grinst). Ich denke, als Hobbysportler, der mit 27 mit Kickboxen angefangen hat, habe ich eine Menge erreicht. Ich werde dieses Jahr noch ein paarmal Kämpfen; wenn es klappt, um einen großen Titel, und werde mich dann etwas mehr um Privates kümmern, was in den letzten zwei Jahren zu kurz kam. Natürlich wird man mich nicht zweimal fragen müssen, ob ich auf Heimatveranstaltungen, wie in Dessau, kämpfe, wo mich 350 Leute im Machine Gun-Block unterstützen. Oder in Rostock.

Vielen Dank Steven, der letzte Satz gehört dir.
Ich möchte mich bedanken, bei meinem Sponsor Pro Violence Streetwear, die mich super unterstützen, und noch mal explizit darauf hinweisen, dass ich gegen jegliche Gewalt außerhalb des Rings bin. Des weiteren bei Lucky Fitness Dessau, meinem Gfc-Team, meiner Familie, meiner Freundin und allen Leuten, die mich, ob im Internet, mit Tragen von Machine Gun-Shirts, oder auf den Veranstaltungen so wahnsinnig supporten - ohne alle Genannten wäre ich nix! Danke auch an Groundandpound.de, macht weiter so einen guten Job!

Die IV. la familia Fightnight wird am 11. Mai in der Hallenser Volksbank Arena stattfinden. Mehr Informationen zum Event gibt es unter www.la-familia-fightclub.de.