Interviews

Frage und Antwort mit Jonathan Goulet

Jonathan Goulet (Foto via indiesolo.com)

Jonathan Goulet (23-12-0) ist ein UFC-Veteran aus Kanada, der im Dezember des letzten Jahres nach einer neunjährigen Karriere seine Handschuhe an den Nagel hängte. Bei der kanadischen Organisation TKO MMA konnte er erstmals auf sich aufmerksam machen, darauf folgten zwei Phasen in der UFC, wo er für seine aufregenden Kämpfe bekannt war. Unter anderem hält Goulet den Rekord für den schnellsten K.O. in der UFC-Geschichte, in vier Sekunden schickte er Duane Ludwig auf die Bretter. Mit uns unterhielt sich der "Road Warrior" über seine Ursprünge im Kampfsport, seinen Rücktritt und letzten Kampf, seine Pläne für die Zukunft und vieles mehr. Dabei hat der heute 32-jährige einige interessante Dinge zu berichten, aber seht selbst.

GroundandPound: Danke für das Interview, Jonathan. Wie geht es dir?
Jonathan Goulet: Es geht mir gut, danke.

Wann hast du dich entschieden, ein MMA-Kämpfer zu werden?
Ich wurde von vier Bikern in einer Bar verprügelt als ich Türsteher war. Wir haben MMA im TV gesehen und in der Beschreibung von einigen Kämpfern stand Brazilian Jiu-Jitsu. Eine Woche nach der Schlägerei sah ich einen Typen mit einem Brazilian Jiu-Jitsu T-Shirt in der Bar. Ich fragte ihn, wo er es her hat und er sagte mir, ich solle ins Gym kommen. Das war der erste Tag einer langen Geschichte.

Im Jahr 2005 hast du einen UFC-Vertrag unterschrieben. Wie war es, ein Teil der Organisation zu sein?
Es war eigentlich nie mein Traum ein UFC-Kämpfer zu werden, weil ich mit dem Kampfsport begann als ich 20 war und ehrlich gesagt nie daran geglaubt habe. Es war eine wunderschöne Überraschung. Ich war sehr glücklich.

Du warst für deine aufregenden Kämpfe bekannt, was hat das für dich bedeutet?
Das hätte wohl auf lange Sicht bedeutet, dass ich im Octagon sterben muss aber ich liebe das Leben zu sehr (lacht).

Du bist vom aktiven Sport zurückgetreten, können wir irgendwann eine Rückkehr erwarten?
Ich werde nicht in den Octagon zurückkehren.

Denkst du nie über ein Comeback nach?
Niemals.

Warum hast du dich entschieden zurückzutreten?
Ich habe gefühlt, dass es an der Zeit war und nach meinem letzten UFC-Kampf sagte ich mir schon, dass es jetzt genug sei.

Was war der härteste Kampf deiner Karriere?
Der härteste Kampf meiner Karriere war gegen Jeff Joslin. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, wie ich trainiere, also war ich nicht bereit für ihn. Außerdem war es mein erster Kampf im Weltergewicht und in meiner Heimatstadt. Sehr viel Druck lag auf mir.

Deinen Abschiedskampf gegen Chris Clements hast du leider verloren, was lief falsch für dich in diesem Kampf?
Ich bin auf einen Berg geklettert und aus einigen Metern Höhe gefallen. Ich habe mir etwas in meiner Schulter gebrochen, aber ich brauchte das Geld. Ich konnte einfach nicht passend trainieren. Sogar meine Trainer hatten mir geraten den Kampf abzusagen, aber ich tat es nicht, weil ich an die verdammten Rechnungen dachte. Ich habe also mein schlimmstes Wiegen hinter mich gebracht. Ich habe 20 Pfund an einem Tag verloren und starb fast in der Sauna. Ich wurde bewusstlos. Ich war nicht allein, also weckte mich mein Freund immer auf. Ich wollte nicht aufhören, ich wollte um den Titel kämpfen. Ich musste auf 170 [Pfund] kommen. Also tat ich es. Ich habe meinen Kampf gemacht. Ich war ziemlich gut in der ersten Runde, landete aber keine Treffer. Ich sparte meine Energie auf. Mein ganzer Körper schmerzte. Es war so schmerzhaft, aber ich erzählte es meinen Freunden nicht, damit sie sich keine Sorgen machen. In der zweiten Runde habe ich einen Fehler gemacht und bin gefallen.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?
Ich versuche für einen neuen Sportsender in Quebec zu arbeiten, welcher gerade einen Vertrag mit der UFC abgeschlossen hat. Ich hoffe, sie nehmen mich auf, um diesen wundervollen Sport zu kommentieren.

Als Kanadier und Weltergewicht wie der UFC-Champion Georges St. Pierre, was denkst du über ihn?
Er ist ein großartiger Typ. Er hat mir immer geholfen, wenn ich bei ihm war. Leider ist er immer sehr beschäftigt, also konnte ich nicht immer mit ihm trainieren und mich schneller verbessern.

Hast du deinen Fans abschließend noch etwas zu sagen?
Ich liebe euch alle und ich hoffe, ihr habt meine Karriere genossen. Danke für eure Zeit.