Interviews

Exklusiv-Interview mit Marcus A. Karallus

Fotos via Yona Heckl

Marcus A. Karallus trainiert seit 1980 die verschiedensten Kampfsportstile wie Karate, Viet Vo Dao und Thai-Kickboxen, seit 1990 Thaikido und seit 1996 CPC. Sein MMA-Debüt gab er im Juli 2002, als er auf der Süddeutschen Meisterschaft der FFA seinen Kampf nach 1:17 Minuten durch TKO beendete. Danach kämpfte er noch einmal freiwillig gegen den 32 Kilogramm schwereren Ronny Baer aus Leipzig und lieferte einen super Fight. Im Jahr 2003 kämpfte Karallus wiederum erfolgreich auf der Norddeutschen Meisterschaft der FFA, und auch zwei seiner Schüler machten im selben Jahr einen erfolgreichen Einstieg ins Vale Tudo beim 1. Outsider-Cup in Minden. Im November 2003 besuchte Karallus mit Freunden und Thaikido-Studenten das BTT. Dort wurde mit dem Vale-Tudo-Profi Marcelo „Grillo“ Alfaia und dem BJJ-Trainer Olavo ein zweiwöchiges Einzeltraining absolviert.

GroundandPound: Hallo Marcus, stelle dich bitte den Lesern erst einmal vor.
Marcus A. Karallus: Ein höfliches Hallo erst mal! Mich vorzustellen ist für mich immer eine schwierige Aufgabe, die ich häufig, je nach Umfeld, mit der von mir innerhalb dessen ausgeübten Tätigkeit beantworte.

Aber generell bin ich ein Mensch der gerne für Frieden und Freiheit auf kleinem Niveau eintritt. Den Weltfrieden kann ich leider nicht herbeiführen, aber ich kann Teilnehmern, Schülern und Kunden Wege eröffnen, ihre Alltags- oder Geschäftsentescheidungen so selbstbestimmt wie möglich zu treffen.

Das führt meiner Meinung nach zu mehr Frieden und Freiheit der eigenen Person, und somit zu mehr Frieden innerhalb der Gesellschaft.

Du gehörst zu den Pionieren des Deutschen MMA-Sports, der in den `80 und `90 unter dem Begriff „Free Fight“ bekannt wurde. Wie hat sich im Vergleich zu damals der MMA-Sport in Deutschland entwickelt?
Früher war MMA oder Free Fight noch Underground. Heute ist der MMA Sport, zumindest in den USA und Japan Mainstream. Auch hier in Deutschland wäre er ohne das Sendeverbot schon in der Allgemeinheit angekommen.

Wir haben uns damals  in unserem Hochhausviertel, in einer kleinen Turnhalle oder einfach hinter der Schule getroffen, und dann ging es halt los.
Aber es gab Regeln. Kein Kratzen, Beißen oder Haare ziehen.

Ich habe noch eine Filmaufnahme von früher die zeigt, dass absolut fair, aber nicht so verbissen und nicht so professionell, wie heute gekämpft wurde. Damals lief vieles nur im Stand up ab. Wer so wie ich ziemlich früh, mit Schwitzkasten und so was gearbeitet hat, wurde als Feigling bezichtigt. Und wer nach dem Kampf den anderen Kämpfer kurz umarmt hat, wurde als „Schleimer“ bezeichnet.

Heute sieht man in den unterschiedlichsten Organisationen professionelle Kämpfe, mit sehr gut trainierten Athleten auf olympischem Niveau, in einem Rahmen der diesem dynamischen Sport gebührt.

Du hattest 2004 einen schlimmen Unfall im Ring. Bist erst nach drei Tagen wieder aus dem Komma aufgewacht. Hast du noch viele Erinnerungen an damals?
Nach einem Free Fight Kampf in Schweden, bin ich nach nur einer Woche bei einem Kickboxweltmeisterschaftskampf eingesprungen. Im Kampf in Stockholm, war ich durch die zu lange Vorbereitung völlig overpassed, und habe erschöpft im Mata Leon ausgetappt.
Ich kann mich nicht einmal mehr an den Kickboxkampf selbst erinnern. Als ich aufgewacht bin, sagte der behandelnde Arzt so etwas wie:„Schön das Sie wieder bei uns sind. Es steht 70/30 gegen sie.“ Das war sehr motivierend!

Im Krankenhaus St. Georg gab es eine sehr kompetente Physiotherapeutin, die mich immer wieder ermuntert hat im Bewegungsbad und mit dem Rollator alles zugeben, um die Folgen der Kleinhirnblutung zu überwinden. Auch wurde der Kontakt zu meiner Familie wieder enger. Das hat mir viel Kraft gegeben.

Was ging dir nach dem Unfall vor deinem Comeback durch den Kopf?
Mh... So ein richtiges Comeback war es ja nicht, denn ich habe ja den Ring nie wieder als Kämpfer betreten, sondern als Kampfrichter. Ich dachte mir nur: „Das kann ja nicht alles gewesen sein und machte verstärkt Aikido und Grappling. In einem kleinen Anflug von Größenwahn, machte ich sogar wieder Stand up Sparrings.

Einer meiner Trainingspartner hierbei war Ismael Cetinkaya. Er brachte mich dazu noch mehr Bodenkampf zu trainieren. Und ich glaube ich inspirierte ihn noch mehr Stand up zu machen.
Der 2. Dan Thaikido Charles Annan, der über erhebliche medizinische Kenntnisse verfügt, gab mir schließlich den unmissverständlichen „Rat“, mein eigenes Training insgesamt anders zu gestalten.
Seit dem nur gibt es nur noch sporadisch Stand up Sparring, mit Focus zum Körper.

Gibt es für dich ein Aufgeben?
Wenn es das geben würde, wäre ich wahrscheinlich nicht wieder in der Lage über die Matte zu rollen. Aber ohne Spaß. Manchmal muss man einen taktischen Rückzug antreten, um gestärkt wieder zu kommen. Diese „Against all Odds“ –Mentalität wirkt selbst zerstörerisch und führt in der Regel zu Nichts. Ich bin in einem Sport, in dem es zur Regel gehört auszutappen, welchen Sinn würde es da machen nicht aufzugeben? Hat mir schon eine Kleinhirnblutung und eine Meniskus OP eingebracht.
Auf der anderen Seite sollte man nie das Training und die Persönlichkeitsentwicklung aufgeben.
Mit schlechten Angewohnheiten sieht es dann schon wieder anders aus (lacht).

Wie kam es überhaupt zu diesem Kampf? Man hörte, dass dein Gegner viel schwerer war und du bist sowieso nur eingesprungen, um den Kampf nicht platzen zu lassen.
Das Absurde war, wir waren in einer Gewichtsklasse (-81). Ich war zuvor zweimal gegen schwere Gegner  bei FFA Veranstaltungen eingesprungen. Ronny Beer wog mal eben 32 Kilo mehr und Stefan Zimke 20 Kilo. Aber ich habe beide Kämpfe heil überstanden. Mal als Verlierer, mal als Sieger.

Ich weiß nicht mehr genau warum ich den Kickboxkampf angenommen habe. Ich glaube es war eine Melange aus vielen Gründen, aber ich muss am Ende die Verantwortung allein tragen. Alle Erklärungsversuche würden wie eine Schuldzuweisung wirken, dass möchte ich aber vermeiden.
Das einzige was ich da euren Lesern mitgeben kann, bereitet euch richtig auf einen Kampf innerhalb eurer Leistungsklasse vor, und NICHT-einspringen außerhalb eurer Leistungsklasse, ist immer eine gute Entscheidung.

Welche Projekte stehen aktuell bei dir an?
Einmal die Woche gebe ich wieder Thaikido MMA Gruppentraining. Dann mache ich in Gewaltpräventionsprogrammen als Coach mit und gebe verschiedene Seminare.
CPC Training für angehende Sicherheitsleute bei einem Bildungsträger in Hamburg und Bremen (Sachkundeprüfungsvorbereitung gemäß §34a GewO).

In meinem eigentlichen Job hoffe ich wieder etwas mehr im Ausland arbeiten zu können, aber da steht auch schon ein Termin fest. So mehr verrate ich nicht... Das ist auch wieder eine Brancheneigenheit. Weil es so viele Redner gibt, sprechen die Jungs nur über Sachen die aktuell sind oder die sie in der Vergangenheit gemacht haben. Keiner will, wenn ein Job platzt, als Schnacker da stehen.

Du hast in vielen Kampfsportarten hohe Grade verliehen bekommen. Welches Ziel verfolgst du hier?
Für meine Arbeit mit verschiedenen Institutionen, sind Gurte, Lehrberechtigungen und Trainerscheine wichtig, da auch diese gegenüber Zertifizierungsstellen einen Nachweis erbringen müssen, dass Sie die Trainer sorgfältig ausgewählt haben. Da könnte ich Weltmeister sein und der Personalstellenleiter die Hand für mich ins Feuer legen, ohne Trainerschein keine Beschäftigung. Das ist in anderen Sportarten wie z.B. Fußball oder Boxen genau so. Zu dem wollte ich dadurch zeigen, dass Thaikido auf elementares Wissen und Fertigkeiten verschiedener Kampfsportarten zurück zuführen ist.

Außerdem waren und sind Gurte für mich ein Stück Kampfsport – und Kampfkunsttradition, die ich auch im Thaikido gerne weiterführe. Im Thaikido kann man als Trainer geprüft werden oder als Kämpfer einen Gurt erwerben. Wir beginnen mit dem Grün-Gurt und beim 5. Dan ist Schluss.
In naher Zukunft werden wir mit Thaikido einem internationalen Verband beitreten, um eine internationale Anerkennung unseres Gurtsystems gewährleisten zu können.

Was macht der Privatmensch Karallus?
Versuche in der Restzeit so viele positive Erfahrungen wie möglich zu erleben.
Familie, Freunde und Bekannte zu treffen.
Lesen und viele Filme schauen. Ich liebe gute Geschichten und Filme.
Und ich bin glücklich frisch verheiratet! Da muss ich viel Zeit für meine Frau haben.

Du zählst in Deutschland zu den bekannten Personenschützern. Wie kam überhaupt der Wechsel vom Ring zum Personenschützer zustande?
Äh, bekannt? Ich hoffe nicht. In Deutschland bin ich sicher für einige Undercoverjobs verbrannt, aber bekannt? Von mir gibt es keine „lustigen“ Youtube Filmchen oder Fernsehberichte in denen ich den Pseudopromi gebe oder von konkreten Einsätzen spreche. Meine Klienten sind teilweise sehr bekannt, wenn nicht berühmt. Aber sie machen ihre Arbeit und ich meine. Und zu meinem Job gehört es, soweit wie nur irgend möglich im Hintergrund zu bleiben, nicht sich in den Vordergrund zudrängen.

Wenn ich ein wenig „Bekanntheit“ erlangt habe, war es wahrscheinlich mein Unfall der die Leute auf mich aufmerksam gemacht hat, weil nicht jeden Tag jemand fast an den Folgen eines Kampfes im Ring stirbt.

Der Ring und meine Job liefen sehr lange parallel. Ich bin der Meinung, dass es mein Job ist das Leben zu schützen, auch das des Angreifers. Also muss ich die Fähigkeiten mitbringen in der waffenlosen Selbstverteidigung auch tatsächliche Leistungen erbringen zu können. Ich habe in meinem Leben leider schon oft genug mit „Bodyguards“ zusammen arbeiten müssen, die nichts drauf hatten. Weder handwerklich, noch menschlich und schon gar nicht im Bereich SV oder MMA. Das sind dann die Typen die erst schießen und dann fragen, und so eine ganze Branche in Verruf bringen.

Welches ist dein prominentester VIP gewesen, den du beschützen solltest?
Schwierige Frage, denn wir geben nur sehr selten die Identität unserer Schutzpersonen preis, selbst wenn diese sehr bekannt sind. Im mündlichen Gespräch werden diese Angaben auch nur gemacht, damit der Gesprächspartner sich orientieren kann, auf welchem Niveau gearbeitet wird.
Es gab einen „VIP“ bei dem ich sehr glücklich bin, an dessen Schutz kurzfristig mit gearbeitet zu haben.

Als der Dalai Lama 1998 in Deutschland war, habe ich eine Woche einen bescheidenen Beitrag leisten dürfen, aber bis heute ist dieser Job wie die Erfüllung eines Traums. Denn einer meiner Beweggründe Jura nicht zu Ende zu studieren, sondern stattdessen Menschen zu schützen, war Menschen schützen zu wollen, die für den Frieden und die Freiheit aller Menschen eintreten. Man denke an Mahatma Ghandi oder Martin Luther King. Ich fühlte mich berufen für solche Menschen einzutreten.

Gibt es auch unangenehme Auftraggeber?
Über die reden wir noch weniger. „Niemand macht sich besser, wenn er schlecht über andere redet.“
Es ist ganz klar, dass man bestimmte Personen nicht betreuen kann, wenn man dieses Geschäft seriös betreiben möchte.

Es gibt sicher Klienten die einen „bekannten“ Personenschützer wollen, damit sie selbst überhaupt Aufmerksamkeit bekommen, aber solche Anfragen bekommen besonders „gute“ Angebote zurück geschickt. Ich hoffe jeder stolpert über die Ironie in dieser Aussage.

Wie ist das Verhältnis in der Branche zueinander?
Das ist sehr unterschiedlich, wie in jeder anderen Branche auch. Es gibt feste Freundschaften, wo jeder für jeden das Leben einsetzen würde, ohne den Hauch eines Zögerns. Und es gibt die üblichen Verdächtigen, bei denen man geprüft wird, ob die eigene friedfertige Einstellung echt ist.
Es gibt im jeden Job schlechte und gute Menschen, da macht das Bewachungsgewerbe keine Ausnahme.

Was rätst Du Kämpfern die Deinem Beispiel in der Sicherheitsbranche arbeiten zu wollen nachfolgen?
Lernt was Vernünftiges! Das Thema Ausbildung innerhalb der Sicherheitsbranche sehe ich sehr ernst, weil ich es am Anfang auf die leichte Schulter genommen habe. Man braucht die richtigen Kontakte, aber auch die richtigen Zettel, um die Chancen die sich aus den Kontakten ergeben, nutzen zu können.

Jungen Menschen gebe ich immer den Rat ihre Ausbildung bei öffentlich-rechtlich organisierten Arbeitgeben, wie Polizei und Militär zumachen. Denn die meisten „echten“ P-Schutzjobs, werden von staatlichen oder ehemals staatlich geschulten Schützern gemacht. Es sind nur eine handvoll Quereinsteiger die in diesem Job erfolgreich arbeiten.

Wer sagt für ihn kommt nur ein privatrechtlicher Arbeitgeber in Frage, der sollte einen staatlich anerkannten Lehrberuf wie z.B. die Fachkraft für Schutz und Sicherheit abschließen, damit er sich nicht mit dem Tariflohn durchs Leben schlagen muss, wenn es mit der P-Schutzkarriere nicht klappt. Man sollte sich bei seiner zuständigen IHK über Ausbildungsmöglichkeiten informieren, die es selbstverständlich auch für Quereinsteiger gibt.

In TV Sendungen angepriesene „Personenschutzausbildungen“ sollte man erst machen, wenn man ein staatlich anerkanntes Zeugnis bzw. Abschluss in der Tasche hat. Und vor allen Dingen viel Geld über, da sich über die Qualität und den Sinn solcher Lehrgänge, vorzüglich streiten lässt, insbesondere in Bezug auf die Chancen der Absolventen am Arbeitsmarkt.

Du hast einen eigenen Kampfstil entwickelt. Was hat Dich dazu angetrieben?
Begeisterung, Enttäuschung und Mangel an Angeboten.

Wer den Film „Der Mann mit der Todeskralle gesehen hat, weiß dass Bruce Lee seinen ersten Kampf in diesem Film, mit einer Badehosen anmutenden Short und offenen Handschuhen bestritten hat, sowie das er den Kampf durch Armbar gewann. Das was Lee zeigte, hielt ich für den einzig wahren Kampfsport. Er nannte es Jeet Kune Do. Aber in meiner Nähe war weit und breit kein Jeet Kune Do Trainer oder gar Meister. Also trainierte ich neben dem Verein, als Autodidakt was ich mir unter Jeet Kune Do aus Büchern und Filmen vorstellte.

Meine Vorliebe für Jeet Kune Do passte einem meiner damaligen Trainern so wenig, dass er mich nach einem Side Kick, mit einem High Kick K.O. trat, um mir zu beweisen, dass der Sidekick nichts bringt. Ich blieb stur und trainierte mit einer kleinen Gruppe unter den Fittichen des Haus der Jugend Steilshoop weiter. Um zu beweisen, dass wir keine Traumtänzer sind gingen wir zu Kickboxturnieren. Wir traten unter dem Namen Thaikido an und machten auch weiter Bodenkampf bzw. eher Raufen ;-) Mit BJJ oder LL hatte das wenig zu tun.

Zudem fing ich an, an der „Tür“ zu arbeiten und musste feststellen, dass man nicht auf der Matte steht. Also mussten mehr SV Techniken her. Die haben wir aber später in Close Protection Combat ausgegründet, so dass Thaikido heute im Gruppentraining nur noch als Thaikido MMA unterrichtet wird, und die aktiven Kämpfer im K1, Grappling und MMA starten. Die gesamte Technikvielfalt des Thaikido ist ein Meltin Pot of Martial Arts. Alles was auf der Matte oder der Strasse funktionierte, wurde adaptiert. Durch meine Erfahrungen im Aikido lehne ich witziger Weise Striker-Techniken im Job ab.

Was vermittelst du deinen Schülern (welche Werte)?
Ich versuche ihnen selbstverständlich Tugenden wie Mut, Respekt und Höflichkeit zu vermitteln. Aber ich muss immer wieder feststellen, je älter Menschen werden desto erziehungsresistenter werden sie. Und auch wenn ich als Coach in Gewaltpräventionsprogrammen mitarbeite, kümmere ich mich im Dojo mittlerweile mehr um diejenigen, die wirklich lernen und vorankommen wollen. Denn sonst gehen die wieder und man bleibt auf einem niedrigen Niveau was z.B. Wettkampftauglichkeit angeht.

Meiner sozialen Verpflichtung komme ich im MuT Training oder im Koole Kerle Programm nach, dort lasse ich mich viel weiter auf die Jugendlichen oder Kinder ein, da es höchstens fünf Kontakte gibt.
In der Trainingsgruppe kann man meist längerfristig an Problemen der Teilnehmer arbeiten und es ist ein anderer Kontext als in der Schule. Und die wichtigste Tugend ist der Wille Frieden halten zu wollen.

Welche philosophischen Aspekte sind für Dich wichtig?
Philosophie ist eine kleine Leidenschaft von mir, und glaube mir Du willst gar nicht, dass ich jetzt richtig anfange (lacht). Nur soviel: Man muss viele Menschen auch vor sich selbst schützen. Die meisten Taten werden aus Antitugenden oder Enttäuschung, Selbsthass und vorangegangener Erniedrigung begangen. Wenn wir es schaffen Hass aus dem Kopf potentieller und straffällig gewordener Täter zu vertreiben und sie an die Liebe in ihrem Herzen zu erinnern, dann werden sie gar nicht erst zu Tätern oder begehen keine weiteren Straftaten mehr.

Liebe und Harmonie (Ai) sind zur Lenkung unserer inneren Kräfte (Ki) auf unserem Lebensweg (Do) unerlässlich. Mein Freund und Aikido-Meister Florian Dau sagte: “Wenn Du Aikido lernst, kannst Du alles lernen.“ 

Ich interpretiere das in modernen Worten so, wenn man in der Lage ist seine Fähigkeiten(Ki) konstruktiv zu strukturieren(Ai), kann man in seinem Leben alles Menschenmögliche(Do) erreichen. Wenn man es nicht hinbekommt, kann man für ein paar unkontrollierte hundertstel Sekunden, für eine sehr lange Zeit ins Gefängnis gehen.

Und sehr wichtig ist für mich Anti-Disskriminierung. Ich habe in meinem Leben aufgrund meiner „Herkunft“ schon so viele Negativerfahrungen gemacht, dass reicht für ein Buch. Selbst in der Schule hat mich ein Lehrer als „Bimbo“ betitelt. Rassismus ist ein sehr einfältiger menschlicher Wesenszug. Ich verstehe es, wenn Menschen sich abgrenzen, man kann in unserer Gesellschaft nicht jeden gleich behandeln, dann müsste man alle wie die eigene Familie behandeln und das ist unmöglich. Aber man sollte Menschen nicht mit ungeprüften Vorurteilen versehen und daher ausgrenzen.
Vertrauen und Vergebung sind zwei der toughesten Jobs der Welt.

Warum sollte man den Menschen Marcus A. Karallus kennenlernen?
Mit mir kann man immer voll viel, viel quatschen und viel Spaß haben.

Marcus, vielen Dank für das Interview!


Kampfsport- Kunst Historie Marcus A. Karallus:
1980 Shotokan Karate
1984 Kontakt Karate
1986 Vo Dao Viet Nam
1988 Thaiboxen
1990 Begründung des Thaikido
1990 - 2000 Interessengruppenleiter im Haus der Jugend Steilshoop/Kampfsportgruppe
1992 - 1995 Mehrfacher Hamburger Meister im Kickboxen
1995 Vize Wiener Open (-81Kg) Kickboxen
1996 andauernd Aikido und Kickboxen in Hamburg
2000 1. Dan Kickboxen
2001 Begründung des Close Protection Combat
2001 Aikido in Bosnien (Aikido Klub Osnivac)
2001 Trainings in Bosnien (SFOR, OHR, OSCE, IPTF,DSS)
2001 Süddeutscher Meister Free-Fight (-90 Kg FFA)
2002 Süddeutscher Vize-Meister Free-Fight (+100 Kg FFA)
2002 – 2006 Trainer bei Gym Kwan für Thaikido
2003 Trainingsaufenthalte in Brasilien, Rio de Janeiro/Brasilien Top Team
2003 Norddeutscher Meister Free-Fight (-100 Kg FFA)
2004 Punktrichter Shooto Zürich
2004 Kampfrichter Masters Fight Night
2004 Kampfrichter Kombat Komplett
2004 Trainings und Seminar in Deutschland bei Grillo Alfaya MMA-Pro (BTT) und
2004 Trainings in Deutschland beim zweifachen BJJ Weltmeister Rafael Haubert (BTT)
2004 European Vale Tudo Veteran / Schweden (EVT)
2004 Weltmeisterschaftskampf Kickboxen (WKN) KO 6. Runde/Gehirnblutung
2005 Kampfrichter Masters Fight Night
2005 FFA Free Fight Instructor Lehrgang
2005 - 2006 Sport- und Selbstverteidigungslehrer für FaSuS (G7 FHH)
2005 - 2006 Selbstverteidigungstrainer (DB-Sicherheit)
2006 Kampfrichter Masters Fight Night
2006 Kampfrichter WFC in Koper/Slowenien
2006 1. Dan Jiu Jitsu & R.S.F.(BFAK)
2007 – andauernd Trainer Thaikido / MMA im Siamstore
2007 Coach Mädchen-Selbstverteidigung (Sonnenland Sozialprojekt Billstedt)
2007 – andauernd Coach Muttraining (Nordlicht e.V.)
2007 – andauernd Coach Anti-Gewalt-Programm (Steph Wirth)
2008 Coach Gewaltprävention (Pond-Sicherheit)
2008 Schwarzgurtprüfung Aikido (BFAK)
2009 Aikido Seminar Traditionelle Techniken by F. Dau, Modern by M. Karallus
2009 Coach Coolness (Nordlicht e.V.)
2009 Coach Anti-Gewalt-Programm (Schule Kroonhorst)
2009 Coach Anti-Gewalt-Programm (Cool in School)
2009 Vorläufige Festnahme und Waffenkontrolle (Brinks Sicherheit)
2009 Trainer Techniken des unmittelbaren Zwangs in Hamburg und Bremen (Symlog)
2009 Trainer B-Lizenz Thaiboxen und MMA (WFCA)
2009 Supervisor MMA Germany (WFCA)
2010 Anti Grappling for Striker MMA Seminar
2010 Mehrzweckeinsatzstock/Tonfa (Protektor)
2010 Coach Gewaltprävention(Theodor-Haubach-Schule „Cool in School“)
2010 Techniken des unmittelbaren Zwangs (Symlog)
2011 Warriors Fight Night in Karlsruhe Punktrichter
2011Techniken des unmittelbaren Zwangs(P&S Gbr)
2011 Aikido vs. Grappling (Seminar)