Interviews

Exklusiv-Interview mit Gabe Ruediger

Gabe Ruediger (Foto via Zuffa LLC)

GroundandPound: Zuerst einmal Gratulation zu deinem Titelgewinn bei TPF 5!

Gabe Ruediger: Dankeschön! Es war mir eine Ehre, den Titel besitzen zu dürfen.

Dir ist es bereits in der ersten Runde gelungen, deinen Gegner zu besiegen. Hättest du damit gerechnet Lenny Lovato so schnell zur Aufgabe zu bringen?

Ja, ich war selbst ein wenig überrascht, dass es mir gelang ihn so schnell zu besiegen. Lenny hatte gerade einen guten Lauf und kam als ein wirklich gefährlicher Herausforderer in den Kampf. Er war bis dahin in acht kämpfen ungeschlagen. Ich konnte es selbst nach dem Kampf noch nicht ganz glauben, dass ich ihn so schnell besiegt hatte.

Mit diesem Sieg ist es dir gelungen, ein erneutes Angebot von der UFC zu erhalten. Wie fühlt es sich an, endlich wieder für die UFC kämpfen zu dürfen?

Es ist großartig! Ich denke, es ist genau zur rechten Zeit. Ich musste erst als Kämpfer reifen, um dort erneut kämpfen zu können. Meine Fähigkeiten waren schon damals vorhanden, jedoch musste ich noch an anderen Dingen arbeiten.

Terry Etim sollte ja zunächst gegen Joe Lauzon, bei UFC 118, kämpfen. Als er sich dann verletzte bist du kurzerhand eingesprungen. Ist es nicht gefährlich, mit einer wesentlich kürzeren Vorbereitungsphase, gegen einen so starken Gegner wie Lauzon anzutreten?

Jeder Kämpfer ist sehr gefährlich, unabhängig wie lange du dich vorbereiten kannst. Joe macht diesbezüglich keinen Unterschied. Ich denke, dass ich der bessere Kämpfer bin und obwohl mein Trainingscamp nun wesentlich kürzer ist, läuft es überraschend gut.

Wie bereitest du dich auf diesen Kampf vor?

Als der Kampf unter Dach und Fach war bin ich direkt ins intensivere Training gegangen. Ich trainiere derzeit wie gewohnt in meinen Gyms: PKG, Millennia Jiu Jitsu und Valley Crossfit. Ich bleibe eigentlich immer im Training, nun intensiviere ich es halt. Zurzeit trainiere ich bis zu vier Mal am Tag. Heute habe ich zum Beispiel mit Bikram Yoga begonnen, habe dann etwas an den Pratzen gearbeitet, um später mit Ringen und einigen Croosfit- Übungen den Tag abzuschließen. Es läuft natürlich nicht immer nach demselben Schema ab. Schwer ist es nur sich nicht zu verletzen, wenn man so intensiv trainiert.

Ist dies vorerst dein einziger Kampf in der UFC?

Nein, ich habe einen Vertrag über vier Kämpfe unterschrieben. Die UFC hält es sich in ihrem Vertrag jedoch offen, ob sie einen Kämpfer bereits nach dem ersten Kampf wieder entlassen darf Deshalb ist es wichtig, dass man eine dementsprechende Leistung bringt. Aber darum mache ich mir keine Sorgen. Ich werde so gut vorbereitet sein, dass ich auch meine restlichen Kämpfe austragen darf.

Deine Zeit bei TUF 5 war ja nicht gerade rosig. Du bist ohne einen Kampf zu bestreiten aus dem Haus geflogen, da du nicht in der Lage warst, restzeitig dein Gewicht zu machen. Wie ist es dir nach deinem Rauswurf ergangen?

Ich war natürlich total enttäuscht von mir. Es liegt zum Glück schon über drei Jahre zurück und ich nutzte die Zeit nicht nur um ein besser Kämpfer zu werden, sondern auch als Person zu reifen.

Es muss sehr weh getan haben zu sehen wie die anderen Kämpfer sich über dich lustig gemacht haben und auch heute noch Kämpfer deinen Namen in Wortspielen benutzen, wenn sie Probleme damit haben Gewicht zu machen.

Das habe ich ehrlich gesagt noch nie gehört. Ich schenke negativen Dingen eh nicht viel Aufmerksamkeit und konzentriere mich lieber auf andere Sachen. Ich würde mal gerne sehen, wie sie reagieren und sich verhalten würden, wenn täglich vierundzwanzig Stunden die Kamera auf ihr Gesicht gehalten würde.

Was jedoch wichtig ist: Du hast dein Wort gehalten und bist wieder in der UFC. Du hast dein Versprechen, welches du bei deinem Auszug aus dem TUF- Haus gegeben hast, eingehalten. Das muss doch eine Genugtuung gerade den Kampfern gegenüber sein, die dich verspottet haben, oder?

Wie ich schon sagte, ich gebe nicht viel dafür was gewisse Menschen über mich sagen. Es ist natürlich immer schon, wenn man einigen Menschen zeigen kann, dass sie mit ihren Meinungen und Aussagen über meine Person völlig falsch liegen.

Unabhängig davon wie der Kampf verlaufen wird, wie sehen deine Zukunftspläne aus?

Ich werde gewinnen und direkt nach dem Kampf weiter trainieren und hoffentlich noch einige Zeit dem MMA erhalten bleiben. Aber ich werde nicht über meinen Zenit hinaus kämpfen, wie es derzeit einige Kämpfer leider tun.

Gestatte uns bitte zum Abschluss noch eine Frage: Wie kommt man als Kämpfer im Leichtgewicht zu dem Spitznamen „Godzilla“?

Das ist eine sehr lange Geschichte und die ist nicht ganz jugendfrei!

Möchtest du noch einige Worte an die deutschen MMA-Fans richten?

Ja, gerne! Mein Vater kommt aus Deutschland und darum habe ich auch einen starken Bezug zu meinen deutschen Wurzeln. Ich bin stolz über dieses Erbe und deshalb liegt es mir ganz besonders am Herzen, dass die deutschen Fans mich nicht so sehen, wie ich im Laufe von TUF dargestellt wurde, sondern dass ich die Gelegenheit bekomme, den Fans zu zeigen, aus welchem Holz ich als Kämpfer geschnitzt bin! Wer noch mehr über meine Person erfahren möchte, kann gerne auf meine Webseite schauen oder mich einfach über Facebook oder Twitter anschreiben.