Interviews

Exklusiv: Alexander Gustafsson

Der schwedische UFC-Star im Interview. (Foto: Elias Stefanescu/Groundandpound.de)

Alexander Gustafsson ist der derzeit erfolgreichste Europäer in der UFC. Nur einen Steinwurf entfernt, von einem Titelkampf gegen Champion Jon Jones oder einem Eliminator-Duell gegen Lyoto Machida, resümiert die schwedische Nummer eins über den aufgrund einer Cut-Verletzung abgesagten Kampf gegen Gegard Mousasi, beim letzten Schweden-Event der UFC im April.

Groundandpound.de: Der Stockholm-Event wurde praktisch um dich, den bekanntesten Kämpfer Schwedens, herum aufgebaut. Als du ausgefallen bist, war das ein schwerer Schlag für die ganze Veranstaltung. Wie groß ist der Druck in einem solchen Fall, sich eben nicht zu verletzten oder vielleicht sogar verletzt in den Ring steigen zu müssen?
Alexander Gustafsson: Der Druck ist ziemlich groß, aber damit muss man umgehen. Ich versuche, diesen Druck in positive Energie umzuwandeln. Je mehr Druck und Nervosität also auf mir lastet, umso besser. Umso größer der Druck ist, desto motivierter bin ich, noch härter zu trainieren. Verletzungen im Training passieren, da kann man nichts machen, außer daraus zu lernen und dafür zu sorgen, dass sich so etwas nicht wiederholt. Was mir passiert ist, wird mir nie wieder passieren, so viel ist sicher. Das ist meine Lehre, die ich daraus gezogen habe.

Im Training zu sehr auf Vorsicht bedacht zu sein, kann aber auch kontraproduktiv enden.
Ja, man muss da einen guten Mittelweg finden und smart sein. Ich trainiere nicht nur vor meinen Kämpfen, sondern praktisch immer. Je näher der Kampf rückt, umso vorsichtiger werde ich im Training. So kurz vor einem Kampf lernt man eh nichts Neues mehr, man bekommt keine bessere Kondition, all das ist in den Wochen vorher geschehen. Was ich also versuche, ist, mein Niveau zu halten – und dafür muss ich in den letzten Tagen nicht auf Teufel komm raus so hart wie möglich trainieren oder sparren. Schutzbekleidung ist obendrein sowieso ein Muss. Es ist natürlich jedem selbst überlassen, wie er trainiert, aber ich persönlich werde es in Zukunft so handhaben wie eben beschrieben.

Gab es vor dem offiziellen, ärztlichen Verbot in jeglicher Form Druck seitens der UFC, den Kampf zu bestreiten?
Nein, nicht wirklich. Ich habe mich sehr auf diesen Kampf gefreut, so wie alle anderen sicher auch. Für mich stand fest, dass ich kämpfen werde. Ich hatte zwar diesen Cut, aber den haben wir nähen lassen und gut versorgt. Ich wäre bereit gewesen, zu kämpfen. Die UFC hat da keinen Druck gemacht, ich wollte ja sowieso antreten, das stand für mich außer Frage. Die traurige Gewissheit hatte ich erst mit der Entscheidung der Ärzte.

Wusstest du vorher, dass Mousasi den Kampf mit einem gerissenen Kreuzband bestreiten würde?
Nein, das wusste ich nicht.

Denn es ist schon seltsam, dass man dir wegen eines Cuts keine Freigabe erteilt und ihn mit einem kaputten Knie kämpfen lässt.
Ich respektiere die Meinung der Ärzte, aber es ist schon verrückt, dass er mit einem kaputten Kreuzband kämpfen darf. Andererseits sind das aber auch zwei verschiedene paar Schuhe. Einen Cut sieht man auf den ersten Blick, während man eine Knieverletzung ganz gut verbergen kann. Ich habe wirklich um diese Freigabe gebettelt, und habe sie dennoch nicht erhalten. Nun ist es eben so, ich schaue da nicht wehmütig zurück, sondern blicke in die Zukunft.

Dort wartet ein anderer Gegner auf dich. Wie groß ist angesichts dessen die Chance, dass der Kampf gegen Mousasi in nächster Zeit nachgeholt werden wird?
Es ist natürlich nicht unmöglich, immerhin sind wir beide nach wie vor in derselben Gewichtsklasse und er gehört zu den besten Kämpfern im Halbschwergewicht. Es kann also sein, dass wir uns irgendwann einmal gegenüberstehen. Im Moment warte ich allerdings in der Tat auf einen anderen Gegner.

Was Alexander Gustafsson über diesen "anderen Gegner", UFC-Champion Jon Jones, zu sagen hat, und wie er zu einem eventuell vorgeschobenen Fight gegen Lyoto Machida steht, erfahren Groundandpound-Leser im großen Exklusiv-Interview, in der kommenden Ausgabe des Groundandpound Journals, die ab Ende Juni im gut sortierten Zeitschriftenhandel erhältlich sein wird.