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„Es ist verrückt, alles im TV noch einmal zu erleben“

Urijah Faber und Conor McGregor coachen bei TUF 22 die Kämpfer (Foto: Zuffa LLC).

Briten können nicht ringen? Saul Rogers kommt von der Insel und hat sich darauf spezialisiert, Leute von den Beinen zu holen und auf die Matte zu verfrachten. Bisher hat ihm das im „The Ultimate Fighter“-Haus gute Dienste erwiesen, aber der „Hangman“ plant mehr – nach dem Staffel-Sieg bei „TUF – USA vs. Europa“ will er in der echten UFC hoch hinaus.

„Als ich mit dem MMA angefangen habe, hatte ich keinerlei Vorerfahrung und im Gym gab es eine Menge gute Ringer“, erklärt Rogers seinen doch etwas ungewöhnlichen Kampfstil. Langeweile braucht man vom 25-jährigen Mann aus Bolton trotzdem nicht zu erwarten – seine Tritte und Schläge sind vielleicht noch nicht auf dem Niveau seiner Takedowns, trotzdem scheut Rogers sich nicht, im Käfig ach die Fäuste fliegen zu lassen: Learning by doing heißt das Motto: „Ich liebe Grappling und das ist der Grund, warum ich auf dem Boden so stark bin. Natürlich muss ich jetzt auch die anderen Bereiche auf dieses Level hieven.“

Die Chance dazu hat Rogers im Sommer im TUF-Haus bekommen. Sechs Wochen lang trainierte er mit einigen der besten europäischen MMA-Kämpfer unter UFC-Champ Conor McGreogr in Las Vegas: „Conor hat uns ein paar gute Kniffe beigebracht“, so Rogers. „Sein Stil, vor allem sein Ringen, ähnelt meinem, weshalb ich viele seiner Tricks gut verinnerlichen konnte.“

Am wertvollsten war McGregors Hilfe allerdings nicht auf der Matte, sondern abseits davon: Das nützlichste war die Inspiration, die er uns gegeben hat. Wenn du zehn Minuten mit ihm redest, bist du anschließend so viel selbstbewusster als vorher. Das ist genauso wichtig wie das körperliche Training.“

Bisher haben sich sowohl das körperliche als auch das mentale Training für Rogers ausgezahlt: Zwei Mal hat er im TUF-Octagon bereits gewonnen – nachdem er sich mit Aufgabe-Sieg seinen Platz im Haus sicherte, dominierte er in der fünften  Episode der Staffel den Amerikaner Billy Quarantillo nach Strich und Faden, bis ihn die Punktrichter nach zwei Runden zum Sieger erklärten.

Mit dieser Leistung hat er sich zum einen ins Viertelfinale vorgearbeitet und zum anderen eine Menge Eindruck hinterlassen: „Das Lob von Dana (White) und Conor hat mich umgehauen. Obwohl ich dabei war, ist es immer noch verrückt, wenn ich es jetzt im TV sehe. Ich musste mir jede Episode zweimal angucken, weil mein Puls beim ersten Schauen so hoch war, dass ich nicht alles mitbekommen habe“, lacht Rogers. „Beim zweiten Mal war ich dann ein bisschen entspannter.“

Die Aufregung rührt nicht nur aus den Erinnerungen an die Zeit im TUF-Haus. Die sechs Wochen in der Vegas-Villa sollen lediglich den Anstoß für eine rosige Zukunft geben – Rogers hat Pläne, die weit über TUF hinausgehen: „Mein Traum ist es, um den Titel zu kämpfen. Ich weiß, dass ich erst zwei Kämpfe (Bei TUF) gemacht habe und die Leute mich für verrückt halten werden. Ich denke aber, dass ich große Dinge in diesem Sport tun werde. Ich bin noch nicht so lange dabei, ich habe meine Bestform also noch nicht einmal erreicht.“

Ob Rogers am 11. Dezember beim Staffel-Finale die Chance auf einen UFC-Vertrag bekommen wird oder nicht, weiß nur eine Handvoll Eingeweihter. Die Zuschauer dagegen müssen sich noch einen knappen Monat lang gedulden, um herauszufinden, wer in Las Vegas zum „Ultimate Fighter“ gekürt wird – wer die Staffel und Rogers’ Werdegang mitverfolgen will, kann das mit UFC-Fight-Pass-Abonnement hier tun.