Interviews

Enriko Kehl zu Kritikern: „Lass die Leute reden!“

Enriko "The Hurricane" Kehl (Foto: Elias Stefanescu/Groundandpound.de)

Enriko Kehl schrieb am 11. Oktober Geschichte, als er sich zum K-1-World-MAX-Champion krönte. Am vergangenen Wochenende stand er bereits wieder im Ring und sicherte sich bei der Mix Fight Gala XVII die WKU-Weltmeisterschaft im Muay Thai gegen den Franzosen Abdul Toure. Wir haben mit Deutschlands bestem Kickboxer gesprochen.

Groundandpound.de: Enriko, herzlichen Glückwunsch zum nächsten Titelgewinn, du sammelst ja Gürtel wie kein zweiter. 
Enriko Kehl: Danke für das Lob. Ja richtig, ich hab ein paar Titel gesammelt. Aber ich will ehrlich sein: Ich bilde mir nichts darauf ein. Es gibt viele Verbände und jeder zweite ist irgendwo Weltmeister. Ich mache das für mich. Ich muss niemandem etwas beweisen.

Ein weiterer Sieg, so kurz nach dem K-1-Turnier, zeigt Kritikern aber schon, dass der K-1-Sieg kein Zufall war.
Wirkliche Pausen gibt es bei mir nie (lacht). Ich muss sagen, ich suche mir auch nicht meine Gegner aus. Ich kämpfe nicht gegen Fallobst für meine Statistik. Ich will gegen die Großen kämpfen und durch Leistung an die Weltspitze gelangen. Dazu gehört es nun mal gegen starke Gegner zu kämpfen und das Risiko einzugehen, mal auf die Nase zu bekommen. Wer die Besten schlagen will, muss sich mit den Besten messen.

Gegen Abdul Toure hast du das Duell kontrolliert und konntest ihn vorzeitig K.o. schlagen. Ist der Knock-out immer dein erstes Ziel?
Jeder Kämpfer versucht die Lücken zu sehen und seinen Gegner im Kampf auszuknocken. Ich versuche sauber zu bleiben und nicht zu wild zu werden, um nicht selbst K.o. zu gehen. Der Fokus liegt aber nicht darauf, vorzeitig zu gewinnen, sondern die Hauptsache ist, dass man den Kampf gewinnt.

Wie gehst du mit Kritik um? Es gibt einige Stimmen, die dir vorwerfen, das K-1 Max Finale gegen Buakaw verloren zu haben.
Das stimmt, ich habe mich auch gewundert. Viele haben es auf Facebook kommentiert oder mir privat geschrieben. Nach K-1-Regeln gibt es keine Punkte für Würfe, die können also nicht belohnt werden. Für viele Leute ist Buakaw jedoch eine Legende. Er wird geliebt und sie können und wollen es nicht wahr haben, dass er nach Punkten verloren hat. Ich halte nicht viel von diesen Kommentaren und lasse die Leute reden. Ich weiß was Sache ist und das ist das Wichtigste!

Ein ausführliches Interview mit Enriko Kehl, zu seinem historischen Sieg im K-1 World MAX Finale und den Gerüchten um einen Wettskandal, gibt es im aktuellen Groundandpound Magazin.