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Enriko Kehl: „Der Titel bei Glory wäre ein Traum!“

Enriko "The Hurricane" Kehl (Foto: Elias Stefanescu/Groundandpound.de)

Enriko Kehl schrieb im Oktober dieses Jahres Geschichte, als er als erster Deutscher Kämpfer das große K-1 World MAX-Turnier für sich entscheiden konnte (GnP berichtete). In der Zwischenzeit hat der Polizist aus Wetzlar die Muay Thai-Weltmeisterschaft nach Version der WKU für sich gewonnen (GnP berichtete), hat allerdings jetzt schon das nächste große Ziel vor Augen. Wir sprachen exklusiv mit dem ehrgeizigen 22-Jährigen.

Wenn du auf deine Karriere blickst, welche sind deine wichtigsten Titel und was willst du noch erreichen?
Der K-1 World MAX Titel ist einer der wichtigsten der Welt und ich freue mich, ihn erkämpft zu haben. Ich bilde mir zwar nichts auf Titel ein, aber es ist ein Lohn für harte Arbeit. Momentan gibt es noch den Glory-Titel, der mich noch reizt. Ich bin noch bis September bei K-1 unter Vertrag und vielleicht, in Zukunft, könnte ich mich auch mit den Kämpfern bei Glory messen. Den Titel dort zu tragen wäre ein weiterer Traum von mir.

Das klingt jetzt so, als würdest du nach K-1 bei Glory starten. Ist das der Plan?
Mal abwarten was die Zukunft bringt (lacht). Anfragen waren schon vor K-1 da. Ich denke aber, dass Interesse von beiden Seiten besteht, also mal sehen.

Welche Kämpfer interessieren dich bei Glory? Gegen wen würdest du gerne in den Ring steigen?
Bei Glory gibt es auf jeden Fall starke Gegner, wie Davit Kiria oder Robin van Roosmalen, um nur einige zu nennen. Es gibt auch viele junge Kämpfer dort, ähnlich wie ich, und sie gehören zur Weltspitze. Genau solche Kontrahenten strebe ich an. Ich kann mir definitiv vorstellen dort zu kämpfen, auf jeden Fall.

Wie schaffst du es eigentlich Training und Beruf zu verbinden und trotzdem auf so einem hohen Level kämpfen zu können?
Das ist wirklich eine schwierige Sache. Es gibt wenige, die auf dem hohen Level mitspielen bei einer 40-Stunden Woche. Freizeit fällt bei mir eigentlich fast immer komplett weg. Ich muss viel trainieren, jeweils vor und nach der Arbeit und das sehr hart. Aber jeder, der etwas erreichen will, muss Opfer bringen. Ich versuche aber auch, wenn ich nicht in der Wettkampfvorbereitung bin, viel Zeit mit Freunden und Familie zu nutzen. Ich finde außerdem echt top, dass mich Sponsoren, Familie und Freunde immer unterstützen, zu mir stehen und mich verstehen. Es gibt natürlich auch Stimmungsschwankungen, besonders beim Abnehmen, oder durch wenig Schlaf und viel Training, da stecken auch meine Kollegen ein bisschen was ein. Wenn der Kehl launisch wird, da ist das nicht so schön (lacht).

Hast du eine Message an junge Fighter, die dich nachahmen wollen? Worauf sollten sie achten, was ist das Wichtige?
Ich kann euch nur raten: Habt ein Ziel vor Augen und folgt diesem. Wenn ihr etwas wollt, müsst ihr dafür kämpfen. Das was ich bisher erreicht habe ist nicht vom Himmel gefallen. Ich habe viel dafür getan und musste Abstriche in meinem Leben machen. Deswegen, habt ein Ziel vor Augen, seid diszipliniert, seid fleißig, habt Ehrgeiz - dann werdet ihr auch belohnt.